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Grünkorridore im Pinzgau in Regionalprogramm aufgenommen

Erhalt von Grünraumverbindungen als Teil von Entwicklungszielen des Pinzgaus

Salzburger Landeskorrespondenz, 1. August 2013
Land Salzburg

(LK)  Zur Aufnahme von 56 Grünkorridoren in das Regionalprogramm Pinzgau erfolgte kürzlich die Zustimmung der Oberpinzgauer Bürgermeister. Die Ausweisung dieser Grünkorridore, die derzeit vor allem in Hinblick auf die Durchgängigkeit für großräumig lebende, waldgebundene Tierarten noch ökologisch intakt und funktionsfähig sind, erfolgte im Juli 2012 als Ergebnis einer Untersuchung, die in einem Kooperationsprojekt gemeinsam mit dem Regionalverband Pinzgau, der Abteilung für Raumplanung des Landes Salzburg, der Salzburger Jägerschaft sowie der Abteilung für Naturschutz des Landes in Auftrag gegeben wurde. Darüber informierten heute, Donnerstag, 1. August, Prof. Dipl.-Ing. Hermann Hinterstoisser, Leiter des Referates Naturschutzgrundlagen und Sachverständigendienst, und Mag. Gundi Habenicht, die sich besondere Verdienste um die Integration der Grünkorridore in ein überörtliches Raumordnungsprogramm erwarb.

Mit der aktuell vorliegenden Studie "Lebensraumvernetzung Pinzgau" von Dipl.-Ing. Horst Leitner, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft in Klagenfurt, liegen erstmals fundierte Datengrundlagen über die Lage naturräumlich und wildökologisch bedeutender Netzknotenpunkte und Verbindungen zwischen den Gebirgsstöcken des Pinzgaus vor.

Aufrechterhaltung naturräumlicher Strukturen stark bedroht

Die Aufrechterhaltung naturräumlicher Strukturen in unserer regional stark überprägten Landschaft ist heute durch vielfältige Beanspruchung stark bedroht. Zunehmende Zersiedlung und Verbauung stellt nicht nur einen der Hauptgründe für den Verlust von Tier- und Pflanzenarten dar, sondern schränkt letztlich essentielle Gesundheits-, Schutz- und Wohlfühlfunktionen und damit die Lebensqualität der Menschen ein. Der enorme Flächenverbrauch ist dabei kein Spezifikum des Pinzgaus, sondern allgemein die Konsequenz eines stark wachstumsorientierten Zeitgeschehens. Österreichweit beträgt der tägliche Grünlandverbrauch bereits um die 20 Hektar pro Tag. Das Thema Biotopverbund und damit auch die Erhaltung und Verbindung der vorhandenen Grünraumstrukturen, ist ein internationales Kernthema von Raumplanung und Naturschutz geworden. Vor allem Talräume unterliegen aufgrund des begrenzten Platzangebots einem hohen Nutzungsdruck, der ohne vorausschauende Planung zu einem chaotischen Zusammenwachsen der Infrastrukturen führt.

Sicherung der Grünkorridore dauerhaft gewährleisten

Um die Sicherung der Grünkorridore dauerhaft und nachhaltig zu gewährleisten, wurden diese dem Regionalverband Pinzgau vorgestellt. Nach gemeinsamer Diskussion und Abstimmung signalisierten die Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden Zustimmung für die Aufnahme der überregional und regional bedeutsamen Korridore in das Regionalprogramm. Die verbleibenden, lokalen Verbindungswege sollen auf Gemeindeebene in den räumlichen Entwicklungskonzepten Berücksichtigung finden. Die Bereiche innerhalb der Korridore werden damit künftig von Nutzungen, die die Durchlässigkeit beziehungsweise Funktion erheblich beeinflussen, freigehalten. Dies betrifft vor allem Großprojekte wie Industrie- und Verkehrsanlagenbau. Die ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche sowie weidgerechte Nutzung durch Jagd und Fischerei stelle keine Beeinträchtigung der Funktion der Grünkorridore dar, so Hinterstoisser.

Mit diesem zukunftsweisenden Schritt gelingt es, Planungsgrundlagen zur langfristigen Sicherung der Biodiversität regional mit Leben zu erfüllen. Wegweisend ist vor allem der frühzeitige, kommunikative Austausch unter allen beteiligten Interessengruppen, um der Erhaltung des Grünraums neben anderen Entwicklungszielen einen angemessenen Stellenwert einzuräumen und zu sondieren, wohin sich die bauliche Entwicklung orientieren soll und kann. Worauf es ankommt, sind die handelnden Akteurinnen und Akteure in der Landschaft und deren Wertschätzung und Bewusstsein für die Bedeutung regionaler Grünlandschaft, berichtete Hinterstoisser, der in diesem Zusammenhang seinen Dank an den Regionalverband und alle Pinzgauer Gemeinden für die Bereitschaft zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema sowie an den Regionalverband Pinzgau, die Salzburger Jägerschaft und die Abteilung für Raumplanung für die konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung als Projektpartner bei der Erfassung und Vermittlung der Datengrundlagen richtete. r169-54

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