Auf dem Weg zum neuen Landesmobilitätskonzept

Mayr: "Salzburg mobil 2025" legt verkehrspolitische Maßnahmen des Landes für das nächste Jahrzehnt fest

Salzburger Landeskorrespondenz, 13.11.2014
 

(LK)  Mit dem neuen Salzburger Landesmobilitätskonzept "Salzburg mobil 2025" werden die Strategie für eine besonders nachhaltige Mobilität und die verkehrspolitischen Maßnahmen des Landes für das nächste Jahrzehnt festgelegt. Die Bearbeitung erfolgt durch ein interdisziplinäres extern beauftragtes Team unter breiter Einbeziehung der Bevölkerung, der Gemeinden und Regionen sowie von Interessenvertretungen und der Zivilgesellschaft. Darüber informierte heute, Donnerstag, 13. November, Verkehrsreferent Landesrat Hans Mayr, der Anfang Oktober den Startschuss zum neuen Landesmobilitätskonzept gab.

"Die Bevölkerung wird die Möglichkeit erhalten, sich auf einer interaktiven Homepage am Diskussionsprozess aktiv zu beteiligen. Weiters ist die Abhaltung von Mobilitätsstammtischen in allen Bezirken geplant. Ein innovativer Bürgerinnen- und Bürgerbeirat wird den Prozess begleiten. Dazu werden 15 bis 20 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich gemeinsam über die Zukunft unserer Mobilität Gedanken zu machen und Ideen zu entwickeln", betonte Landesrat Mayr beim heutigen Informationsgespräch zum neuen Mobilitätskonzept.

Spezielle Dialogforen werden für Politik und Verwaltung, Interessenvertretungen und Zivilgesellschaft sowie für die Aufgabenträger in den Regionen abgehalten. Dabei werden die Themen "Zentralraum, ländlicher Raum" und "Standort Salzburg, Wirtschaft und Tourismus" vertieft behandelt.

Vorgesehen ist ein Bearbeitungszeitraum von gut einem Jahr. Das Konzept samt Maßnahmenprogramm wird Ende 2015 vorliegen.

Landesweite Mobilitätserhebung 2012 bestätigt Mobilitätstrends

Zum Mobilitätsverhalten im Land Salzburg liegen nun aktuelle Daten vor. Bei dieser Erhebung wurden 32.000 Haushalte in Salzburg zum Mobilitätsverhalten und nach Vorschlägen zur Verkehrsplanung befragt. Fast 5.000 konkrete Anregungen konnten so gesammelt werden. Diese werden jetzt ausgewertet und fließen in das Konzept ein.

Während am Land 87 Prozent der Befragten an einem Werktag außer Haus unterwegs sind, ist dieser Anteil in der Stadt Salzburg mit 92 Prozent deutlich höher. Auch die Anzahl der bei außerhäuslichen Aktivitäten zurückgelegten Wege ist in den ländlicheren Bezirken geringer als in der Stadt Salzburg (2,7 zu 3,1 Wege pro Person und Tag). Dagegen werden in der Stadt weniger Kilometer pro Tag zurückgelegt (23 km in der Stadt Salzburg im Vergleich zu 36 km im Lungau), für die aber – auf Grund der unterschiedlichen Verkehrsmittelwahl – eine zumindest ebenso lange Zeit benötigt wird (durchschnittlich 65 Minuten pro Tag).

Die Auswirkung dieser Mobilitätsnachfrage ergibt die Benützungshäufigkeit von Bus und Bahn sowie die Verkehrsstärken auf den Straßen und Radrouten.

Öffentlicher Verkehr ist städtisch

In ländlicheren Regionen ist der Pkw das vorherrschende Verkehrsmittel, in der Stadt Salzburg weist der motorisierte Individualverkehr (MIV) deutlich niedrigere Anteile auf als im Landesdurchschnitt. In der Stadt wird mehr zu Fuß gegangen und mehr mit dem öffentlichen Verkehr gefahren. Der Anteil der Autofahrten an der Gesamtmobilität im Land ist – bezogen auf die werktäglichen Wege – in etwa konstant geblieben.

Erfolge beim Radverkehr und beim regionalen öffentlichen Verkehr

Im Vergleich zum Jahr 2004 ist der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen in der Stadt Salzburg um fast vier Prozentpunkte auf mehr als 20 Prozent angestiegen. Aber auch im umliegenden Salzburger Zentralraum (Flachgau, Tennengau) stieg in diesem Zeitraum der Anteil des Radverkehrs an – allerdings auf einem niedrigeren Niveau als in der Landeshauptstadt. Dort zeigt auch der Ausbau des regionalen öffentlichen Verkehrs (S-Bahn Salzburg) seine Wirkung in Form eines Anstiegs des Anteils öffentlicher Verkehrsmittel um einen Prozentpunkt auf zwölf Prozent (Flachgau) beziehungsweise 13 Prozent (Tennengau).

Radfahren dämpft Zuwächse bei öffentlichem Verkehr in Salzburg

Die Förderung des Radverkehrs in der Stadt Salzburg verlief bisher durchaus erfolgreich. Der schon erwähnte Anstieg des Radverkehrsanteils hat Auswirkungen auf die Häufigkeit der Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs hat sich mitunter deshalb von 2004 bis 2012 nicht weiter erhöht. Dennoch ist der hohe Fuß- und Radverkehrsanteil in der Landeshauptstadt als positive Entwicklung anzusehen, der öffentliche Verkehr wird weiterhin Rückgrat der umweltfreundlichen Mobilität bleiben. s248-51