Familienministerium startet Initiative "Unternehmen für Familien"

Haslauer/Karmasin: Ziel der Initiative ist, Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur Selbstverständlichkeit zu machen

Salzburger Landeskorrespondenz, 16.04.2015
 

(LK)  Das Bundesministerium für Familie und Jugend startet die Initiative "Unternehmen für Familien" – ein gemeinsames Bekenntnis starker Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft für mehr Familienfreundlichkeit in Österreich. Das Ziel ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur Selbstverständlichkeit zu machen. Heute, Donnerstag, 16. April, präsentierten Dr. Sophie Karmasin, Bundesministerin für Familien und Jugend, und Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer die Initiative in der dm Zentrale in Wals.

Die Geburtenrate in Österreich liegt mit 1,4 Kindern im internationalen Vergleich im hinteren Drittel. Familien stehen zunehmend unter Druck, immer weniger verlassen sich auf nur ein Familieneinkommen und die Verpflichtungen in der Arbeitswelt mit mehr Tempo, mehr Flexibilität und Mobilität steigen. Der demografische Wandel und der Mangel an Fachkräften sind weitere Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Eine bessere Zukunft mit mehr Kindern in Österreich ist möglich – wenn Familienfreundlichkeit in Gesellschaft und Wirtschaft als entscheidender Faktor anerkannt und gelebt wird. Dazu braucht es den entschlossenen und kreativen Einsatz vieler Partner aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Gemeinsam Verantwortung tragen

Das Bundesministerium für Familien und Jugend ruft die Initiative "Unternehmen für Familien" ins Leben. Grundlage der Initiative ist ein gemeinsames Bekenntnis familienfreundlicher Unternehmen, Sozialpartner und Interessenvertretungen zu Familie und ihrem bedeutenden Stellenwert für unsere Gesellschaft. Ebenfalls ist sie Ausdruck der Verantwortung für ein familienfreundliches Arbeitsumfeld. "Ich freue mich sehr über die breite Unterstützung durch unsere Partner. Mit 'Unternehmen für Familien' setzen wir uns gemeinsam für einen gesamtgesellschaftlichen Klimawandel ein – damit Österreich das familienfreundlichste Land Europas wird", so Bundesministerin Sophie Karmasin.

Online-Plattform mit Vernetzung, Austausch, Best-Practices, Wissenstransfer

Mit dem Beitritt zum Netzwerk "Unternehmen für Familien" bekennen sich Unternehmen und Gemeinden dazu, einen aktiven Beitrag für mehr Familienfreundlichkeit im eigenen Verantwortungsbereich zu leisten sowie Vorbild und Ansporn für andere zu sein. Die neue Online Plattform des Netzwerks http://www.unternehmen-fuer-familien.at bietet Wissenswertes rund um das Thema Familienfreundlichkeit in Unternehmen und Gemeinden, präsentiert vorbildliche Initiativen und Maßnahmen sowie Erfahrungsberichte von Unternehmen und Gemeinden und dient der Vernetzung untereinander. "Unternehmen für Familien" setzt sich dafür ein, Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen Österreichs zu machen. Informationsveranstaltungen, Kommunikationsplattformen, begleitende nationale und internationale Studien etc. werden das Maßnahmenportfolio abrunden.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf bringt Nutzen

Das Ziel der Initiative ist damit klar definiert: deutliche Akzentsetzung für den Nutzen von Familienfreundlichkeit in der öffentlichen Diskussion. Viele Unternehmen und Gemeinden sind heute schon beispielgebend mit ihren familienfreundlichen Maßnahmen. Durch diese "Best Practices", wie familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, Home-Office Angebote oder Betreuungseinrichtungen im Betrieb, und durch nationale bzw. internationale Studien, Vernetzung und Austausch soll es zu einer gesteigerten Wahrnehmung des Themas bei Entscheidungsträger/innen in Unternehmen und Gemeinden kommen. In weiterer Folge sollen immer mehr familienfreundliche Maßnahmen umgesetzt werden, indem Unternehmen "voneinander" lernen und bewährte Projekte übernehmen können. Gleichzeitig sollen durch das Projekt Väter und Mütter und jene, die den Wunsch nach Familie haben, darin bestärkt werden, dass Vereinbarkeit eine Selbstverständlichkeit ist. Neben mehr Familienfreundlichkeit für die Mitarbeiter/innen eines Unternehmens geht es natürlich auch um mehr Familienfreundlichkeit für die Kund/innen der Unternehmen – etwa durch die Einführung von sogenannten "Family Lanes" im Handel.

"Familienfreundlichkeit ist der Kern für funktionierende Vereinbarkeit. Sie ist ein wesentlicher Standortfaktor für Gemeinden und ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Wirtschaft: mehr Motivation, mehr Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnenbindung, weniger Fluktuation, weniger Krankenstände. Ebenfalls ist Familienfreundlichkeit schon heute ein Wettbewerbsfaktor - Stichwort 'Wettbewerb um die besten Köpfe'. Der Faktor Vereinbarkeit ist bei der Jobauswahl bereits jetzt der zweitwichtigste Aspekt nach guter Bezahlung", erklärte Bundesministerin Karmasin abschließend die Vorteile von Unternehmen und Gemeinden, die Familienfreundlichkeit leben.

Land Salzburg fördert Vereinbarkeit von Familie und Beruf

"Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erhöhen, muss auf mehreren Ebenen angesetzt werden. Neben bedarfsgerechter Kinderbetreuung  müssen auch neue Betreuungsformen und Arbeitsmodelle ermöglicht werden", sagte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer anlässlich der Präsentation der Initiative "Unternehmen für Familien".

"Ich begrüße die Initiative der Familienministerin und danke ihr für den Einsatz zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die dm drogerie markt GmbH mit der Zentrale in Salzburg zeigt eindrucksvoll vor, dass eine familienfreundliche Unternehmenspolitik für alle Beteiligten ein Gewinn ist. Auch das Land Salzburg ist bemüht, Familien bestmöglich zu unterstützen. Durch die Veränderungen der sozialen Strukturen und Lebensformen in der heutigen Zeit  braucht es auch ein angepasstes Angebot. Allein im vergangenen Jahr konnten wir 1.000 neue Kinderbetreuungsplätze schaffen und für das laufende Jahr eine Erhöhung von mehr als elf Millionen Euro im Budget für Kinderbetreuung bereitstellen. Somit stellt das Land dieses Jahr in diesem Bereich insgesamt 57,8 Millionen Euro zur Verfügung. Im Moment arbeiten wir an einem neuen Kinderbetreuungsgesetz mit der Zielrichtung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erhöhen. Auch bei der schulischen Nachmittagsbetreuung haben wir das Angebot massiv ausgebaut. Nutzten im Jahr 2000 1.183 Schüler und Schülerinnen diese Möglichkeit, haben dieses im vergangenen Schuljahr bereits 4.332 Schüler und Schülerinnen in insgesamt 221 Gruppen an 94 Standorten in Anspruch genommen. Mit dem Förderungsprogramm "Wirtschaft fördert Arbeitswelten" des Wirtschaftsressorts des Landes fördern wir überdies Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf", so der Landeshauptmann.

Ein familienfreundlicher Betrieb: dm drogerie markt

Für ein Unternehmen wie dm drogerie markt mit einem Frauenanteil von 97 Prozent ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seit jeher ein wichtiges Thema. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren haben sich Führende mit der Frage der Life-Balance auseinandergesetzt. Dabei leitet dm die Erkenntnis, dass es nicht zielführend ist, zwischen Arbeits- und Privatleben zu unterscheiden, vielmehr geht es um Lebenszeit. Im November 2013 ließ sich dm schließlich bei der vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend ausgehenden Initiative "Audit berufundfamilie" als familienfreundliches Unternehmen zertifizieren. In den darauf folgenden drei Jahren wurde und wird gezielt daran gearbeitet, Familie und Arbeitswelt bei dm noch besser in Einklang zu bringen. Dabei geht es um die Anliegen von Eltern genauso wie von Mitarbeitern, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern oder eine Auszeit nehmen möchten.

"Die Zertifizierung zum familienfreundlichen Betrieb sehen wir als Ansporn, unsere Wirtschaftsgemeinschaft zu einem Vorbild im Sinn von Familienfreundlichkeit weiter zu entwickeln. Wenn wir auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und ihrer Familien achten wollen, dann sehen wir das als eine Verpflichtung gegenüber den Menschen im Unternehmen und als Anliegen, einen Beitrag zu einer familien- und kinderfreundlichen Gesellschaft zu leisten. Und nicht zuletzt profitieren auch die Betriebe selbst, wenn es gelingt, durch entsprechende Rahmenbedingungen Zufriedenheit und Motivation zu fördern und die Fluktuation niedrig zu halten", sagte Mag. Martin Engelmann, Vorsitzender der dm Geschäftsführung. t81-70a