Kleine Spitäler dürfen nicht noch mehr unter die Räder kommen

Stöckl: Finanzielle und personelle Auswirkungen durch neue Ärzteausbildung rasch klären

Salzburger Landeskorrespondenz, 22.04.2015
 

(LK)  Im Zusammenhang mit der geplanten neuen ärztlichen Ausbildung haben sich die Finanzreferenten der Länder bei der Konferenz heute, Mittwoch, 22. April, darauf verständigt, dass die Bundesländer den Konsultationsmechanismus auslösen werden.

"In dem vom Gesundheitsministerium übermittelten Entwurf der Ärztinnen- und Ärzteausbildungsordnung 2015 bleiben viele Fragen offen", sagte Finanz- und Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Dr. Christian Stöckl im Anschluss an die heutige Konferenz in Waidhofen an der Ybbs.

"So geht aus dem Entwurf nicht hervor, welche finanziellen Auswirkungen die neue Ausbildung für die Länder tatsächlich hat. Zudem werden in der geplanten Ausbildungsordnung Spezialisierungen derart gefördert, dass es kleineren Krankenhäusern sehr schwer bis unmöglich gemacht wird, das notwendige ärztliche Personal zu bekommen. Wenn anstelle der ärztlichen Generalistinnen und Generalisten nur mehr vorwiegend Spezialistinnen und Spezialisten ausgebildet werden, kommen die kleinen Spitäler – und das nicht nur in Salzburg – noch mehr unter die Räder."

Die Formulierungen und Darstellungen im Entwurf seien viel zu schwammig und unpräzise, so Stöckl, der sich vom Bund im Vorfeld eines derartigen Vorhabens klare und eindeutige Aussagen erwartet. "Die Länder müssen genau wissen, was sie erwartet und wie die neue Ausbildung finanziert werden kann."

Nach Stöckls Einschätzung werden sich Kosten für das Land Salzburg vor allem daraus ergeben, da es infolge der neuen Ausbildungsordnung zu Neugründungen und beziehungsweise oder zu Umstrukturierungen von Abteilungen kommen kann. "So lässt etwa die Spezialisierung der Inneren Medizin, der Chirurgie und anderer Fächer einen zusätzlichen Personalbedarf in allen Krankenhäusern befürchten. Weitere Mehrkosten ergeben sich möglicherweise durch die Erstellung von detaillierten Ausbildungskonzepten für die auszubildenden Ärztinnen und Ärzte", so Stöckl. "Eine Bezifferung dieser Mehrkosten im Detail ist gegenwärtig nicht möglich, Rückmeldungen aus anderen Bundesländern lassen aber darauf schließen, dass die den Ländern entstehenden Mehrkosten bei Weitem über der Bagatellgrenze der Vereinbarung über einen Konsultationsmechanismus liegen werden."

Stöckl erwartet sich vom Bund, dass dieser die offenen Fragen rasch klärt, Rücksicht auf die kleinen Spitäler nimmt und eine nachvollziehbare und aussagekräftige Darstellung der finanziellen Auswirkungen nachreicht. "Ein neues Ausbildungssystem auf dem Papier zu schaffen, ohne die Folgen zu Ende zu denken, ist nicht sehr zukunftsträchtig. Die anderen Bundesländer sehen das auch so", verwies Stöckl auf den heutigen Schulterschluss der Länder. t86-54

Weitere Informationen: Mag. Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Mag. Dr. Christian Stöckl, Tel.: 0662/8042-3311,E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.