Salzburger Arbeitsmarkt im Bundesländer-Vergleich erfolgreich

Haslauer: Trotz angespannter Lage hat Salzburg auch im ersten Quartal die österreichweit niedrigste Arbeitslosenquote

Salzburger Landeskorrespondenz, 24.04.2015
 

(LK)  Der neueste Bericht der Landesstatistik über den Salzburger Arbeitsmarkt im ersten Quartal des Jahres 2015 wurde heute, Freitag, 24. April, veröffentlicht und zeigt einen Überblick über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt. Aus der Entwicklung der Zahl der unselbstständig Beschäftigten, der Zahl der Arbeitslosen und der daraus ermittelten Arbeitslosenrate lässt sich ableiten, dass die Situation nach wie vor angespannt bleibt. Die Entwicklung gibt jedoch im Vergleich zu Gesamt-Österreich zu verhaltenem Optimismus Anlass.

"Bei der Arbeitslosenrate – sowohl gesamt als auch in den Teilarbeitsmärkten für Jugendliche beziehungsweise Senioren – liegt Salzburg im Bundesländervergleich nach wie vor unter den drei besten Ländern. Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit setzt das Land Salzburg neben der aktiven Arbeitsmarktpolitik mit dem Impulspaket 2015 auch Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft. Ziel des Impulspaketes in der Höhe von rund 110 Millionen Euro ist es, zusätzliche Investitionen auszulösen und dadurch in Salzburg Arbeitsplätze zu schaffen und abzusichern", so Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer.

Im Landeshaushalt 2015 wurden für die Arbeitsmarktförderung 5.228.100 Euro budgetiert und umfangreiche Maßnahmen geplant beziehungsweise zum Teil schon umgesetzt. Für 2016 sind ähnliche Maßnahmen geplant.

Wichtigste Ergebnisse der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Die wichtigsten Ergebnisse der Entwicklung auf dem Salzburger Arbeitsmarkt im ersten Quartal des Jahres 2015 werden von Dr. Gernot Filipp, dem Leiter der Landesstatistik, wie folgt zusammengefasst:

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ist in Salzburg mit rund 248.400 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,8 Prozent gestiegen. Das Beschäftigungswachstum ist damit in Salzburg etwas stärker ausgefallen als auf Österreichebene mit 0,6 Prozent. Im ersten Quartal 2015 waren in Salzburg 16.546 Personen ohne Arbeit, das sind um 8,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Anstieg der Zahl der Arbeitslosen ist damit in Salzburg schwächer ausgefallen als in Österreich mit 11,3 Prozent. Dem Anstieg der Zahl der Arbeitslosen entsprechend ist binnen Jahresfrist auch die Arbeitslosenrate gestiegen, und zwar in Salzburg um 0,4 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent und in Österreich um 0,9 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent.

Der Bundesländervergleich

Zu Jahresbeginn 2015 (erstes Quartal) waren in allen neun Bundesländern mehr Personen unselbstständig beschäftigt als ein Jahr zuvor, wobei die Zuwächse zwischen 0,3 (Kärnten) und 1,5 Prozent (Vorarlberg) variieren. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist in allen Bundesländern gestiegen, wobei das Plus in Wien mit 20,8 Prozent fast doppelt so groß ist wie in Österreich. In allen anderen Bundesländern ist der Anstieg deutlich schwächer ausgefallen und variiert zwischen 2,4 Prozent in Kärnten und 9,9 Prozent in Oberösterreich. Im Bundesländervergleich der Arbeitslosenraten nimmt zu Jahresbeginn 2015 (erstes Quartal) Salzburg gemeinsam mit Vorarlberg (ebenfalls 6,2 Prozent) und vor Tirol mit 6,8 Prozent den ersten Platz ein. Mit Arbeitslosenraten von 13,9 beziehungsweise 13,5 Prozent finden sich die Bundesländer Wien und Kärnten am Tabellenende.

Vorschau für das Gesamtjahr 2015

Für das Gesamtjahr 2015 wird in Salzburg das Beschäftigungswachstum mit unter einem Prozent etwa jenem in Gesamtösterreich entsprechen, während die Zahl der Arbeitslosen mit rund fünf Prozent etwas geringer ansteigen wird. Die Arbeitslosenrate dürfte damit für 2015 mit 5,9 Prozent leicht über dem Niveau des Jahres 2014 liegen.

Im Bericht "Arbeitsmarkt Salzburg im Frühjahr 2015" sind darüber hinaus noch viele weitere interessante Details für das Land Salzburg zu finden:

Männer und ältere Arbeitnehmer stärker betroffen

Vom ersten Quartal 2014 auf das erste Quartal 2015 konnten in Salzburg die Frauen ein Beschäftigungswachstum von 1,3 Prozent erzielen, während es bei den Männern lediglich 0,3 Prozent betrug. Was die Arbeitslosigkeit betrifft, so waren in Salzburg die Männer mit 10,2 Prozent wesentlich stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen waren als die Frauen mit 4,3 Prozent. Durch diese Entwicklung bleibt die Arbeitslosenrate der Männer mit 7,9 Prozent in Salzburg weiterhin deutlich über jener der Frauen mit 4,4 Prozent.

Von 2014 auf 2015 (jeweils erstes Quartal) ist die Zahl der arbeitslosen Älteren mit 13,9 Prozent mehr als doppelt so stark gestiegen wie die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen mit 5,1 Prozent. In der Folge waren im ersten Quartal 2015 in Salzburg 6,3 Prozent der jugendlichen beziehungsweise 6,8 Prozent der älteren Erwerbspersonen (unselbstständig Beschäftigten plus Arbeitslose) ohne Arbeit.

Dienstleistungssektor wächst stärker als produzierender Bereich

Von 2014 auf 2015 (jeweils erstes Quartal) ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Dienstleistungsbereich sowie in der Land- und Forstwirtschaft gestiegen und im produzierenden Bereich gesunken. Konkret liegen in Salzburg das Plus im Dienstleistungsbereich bei 1,8 Prozent und in der Land- und Forstwirtschaft bei 0,8 Prozent sowie das Minus im produzierenden Bereich bei 2,6 Prozent. Die Analyse der Arbeitslosen nach ausgewählten Berufsgruppen ergibt, dass binnen Jahresfrist in Salzburg die Zahl der Arbeitslosen in den Bauberufen mit 12,4 Prozent und vor allem in den Metall­ und Elektroberufen mit 14,5 Prozent stärker gestiegen ist als in den Handels­ und Verkehrsberufen (plus 6,8 Prozent) und in den Büroberufen (plus 6,0 Prozent). In den Fremdenverkehrsberufen kam es sogar zu einem Rückgang um 5,1 Prozent.

Verhältnis offene Lehrstellen zu Lehrstellensuchende rückläufig

Im Jahr 2015 (erstes Quartal) sind auf dem Lehrlingsarbeitsmarkt in Salzburg ein Anstieg der Zahl der Lehrstellensuchenden um 18,2 Prozent sowie ein Rückgang der Zahl der offenen Lehrstellen um 5,2 Prozent zu verzeichnen. Allerdings zeigt sich im Bundesländervergleich, dass auch im ersten Quartal 2015 in Salzburg und in Tirol, im Gegensatz zu den anderen Bundesländern, mit einem Verhältnis der offenen Lehrstellen je Lehrstellensuchenden mit 1,8 beziehungsweise 1,7 weiterhin deutlich mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende zur Verfügung stehen.

Der Bericht "Arbeitsmarkt Salzburg im Frühjahr 2015" kann auf der Landes-Website abgerufen werden. t88-57

Weitere Informationen: Mag. Thomas Kerschbaum, Büro Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Tel.: 0662/8042-2332, Mobil: 0664/1020564, E-Mail: thomas.kerschbaum@salzburg.gv.at.