Landesweiter Bürgerrat liefert Ideen und Vorschläge zur Mobilität

Mayr: Ergebnisse des Bürgerinnen- und Bürgerrats fließen in das neue Landesmobilitätskonzept ein

Salzburger Landeskorrespondenz, 28.04.2015
 

(LK)  Ideen und Vorschläge zum neuen Landesmobilitätskonzept Salzburg mobil 2025 aus einem landesweiten Bürgerinnen- und Bürgerrat zum Thema Mobilität präsentierte Verkehrsreferent Landesrat Hans Mayr heute, Dienstag, 28. April, bei einem Informationsgespräch in Salzburg.

"Zukunftsfähige Politik kann heute nicht mehr hinter verschlossenen Türen stattfinden. Es braucht innovative Zugänge, um die Herausforderungen anzugehen. Das gilt besonders für das Landesmobilitätskonzept", so Mayr.

Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Brennpunkt

Der Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel hat für die Bürgerinnen und Bürger im Land Salzburg viele Vorteile: Der Erhalt und Betrieb von Autos ist ein großer Kostenfaktor im Haushalt. Ältere Menschen, mittlerweile auch Teile der jungen Generation, verzichten auf das Auto und erkennen darin ein gewisses Maß an Ungebundenheit. Auch der Umwelt- und Ressourcenschutz wird durchaus ernst genommen. Jetzt geht es darum, die Preisgestaltung beim öffentlichen Verkehr erschwinglich zu machen, gleichzeitig den Tarifdschungel zu durchforsten und übersichtlicher zu machen. "Beim neuen Landesmobilitätskonzept Salzburg mobil 2025 werden der öffentliche Verkehr, dessen Organisation und Finanzierung eines der zentralen Themen sein. Daher ist auch der Verkehrsverbund von Beginn der Planungsarbeiten an eingebunden, um Verbesserungen voranzutreiben. Die sollten sofort spürbar werden. Es geht also um kurz- bis mittelfristige Umsetzbarkeiten bei Tarifen und Fahrplänen", so Landesrat Mayr.

Ein Schub für mehr Erreichbarkeit im ländlichen Raum gefordert

Der Bürgerinnen- und Bürgerrat hat erkannt: Hinsichtlich der Erreichbarkeit von Zielen ist der ländliche Raum benachteiligt. Die gute Versorgung der Bevölkerung am Land mit öffentlichem Verkehr muss ein vordringliches Ziel der Landesmobilitätspolitik sein. Andernfalls wird die Abwanderung aus den Gebirgsgauen weiter zunehmen, weil der Zugang zu Bildung und Beruf zunehmend eingeschränkt würde. Es braucht einen ganzheitlichen Zugang: Die Stärkung von Ortskernen und Nahversorgung hilft bei der wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raumes, was wiederum Pendlerverkehre vermeidet.

Hier bestehen Schnittstellen zwischen dem Verkehrsthema und der Raumordnung, so Landesrat Mayr, der auf die gute Zusammenarbeit mit dem Raumordnungsressort verwies.

Mehr Verkehrskultur ist auch ein Anliegen der Landesregierung

Die Forderung aus dem Bürgerinnen- und Bürgerrat nach mehr Miteinander im Straßenverkehr trifft punktgenau die Intentionen des Verkehrsressorts. Landesrat Mayr: "Nicht nur bei der Straßenraumgestaltung, sondern auch bei der Bewusstseinsbildung haben wir mit dem Verkehrssicherheitsprogramm Gib8! in den vergangenen Jahren viele Akzente gesetzt. Wir sind damit auf dem richtigen Weg und werden unsere Bemühungen fortsetzen."

"Das Instrument Bürgerinnen- und Bürgerrat hat sich zum Thema Mobilität bewährt. Eine erneute Einberufung – zum Beispiel anlässlich einer Halbzeitbilanz nach Beschluss des neuen Mobilitätskonzepts – ist sicher eine gute Möglichkeit", so Landesrat Mayr.

Landesmobilitätskonzept wird Ende 2015 fertig sein

Anlass für den Bürgerinnen- und Bürgerrat ist das Landesmobilitätskonzept Salzburg mobil 2025, das sich gerade in Ausarbeitung befindet. Es legt die künftige Strategie des Landes für besonders nachhaltige Mobilität sowie auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnittene verkehrspolitische Maßnahmen für die Zukunft fest. Die Arbeiten des Landes am neuen Landesmobilitätskonzept samt Maßnahmenprogramm werden Ende 2015 abgeschlossen sein. Der Endbericht zur Tagung des Bürgerinnen- und Bürgerrats kann auf www.salzburgmobil.at heruntergeladen werden.

"Mit Salzburg mobil 2025 geht es um eine erneute Standortbestimmung", führte Landesrat Mayr weiter aus. "Denn das Bedürfnis nach Mobilität wird weiter steigen, der Platz für Verkehrsflächen in Stadt und Land bleibt jedoch beschränkt. Schließlich begegnen uns neue Mobilitätsformen, sei es die überall zugängliche Information durch Vernetzung – sei es die Bereitschaft, einen Weg mit mehreren Verkehrsmitteln zurückzulegen."

Mit dem Landesmobilitätskonzept werde Ende 2015 ein aktualisiertes Maßnahmenprogramm vorliegen, "und zwar für Organisation und Finanzierung von Verkehrsinfrastruktur, -information und -steuerung sowie für bewusstseinsbildende Maßnahmen hin zu nachhaltigen Mobilitätsformen."

Moderne Form der Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung

Durch die landesweite Zufallsauswahl der Mitglieder sind die Vorschläge des Bürgerinnen- und Bürgerrats authentisch und allgemeintauglich, allein durch die verschiedenen Lebenshintergründe der Teilnehmenden. "Wenn die Politik ein solches Gremium einberuft, muss klar sein, dass dies einen ergebnisoffenen Prozess beinhaltet. Darauf müssen sich die Verantwortlichen der Verkehrspolitik mit entsprechender Aufgeschlossenheit gegenüber den Ergebnissen einlassen", sagte Mayr.

Dem Bürgerinnen- und Bürgerrat zur Mobilität in Salzburg gehörten 16 Mitglieder an. Sie haben sich in einem moderierten Prozess eineinhalb Tage lang mit wichtigen Aspekten des Themas Mobilität beschäftigt, Herausforderungen identifiziert und konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet. t92-30c

Weitere Informationen: Thomas Aichhorn MA MA, Büro Landesrat Hans Mayr, Tel.: 0662/8042-3341, E-Mail: thomas.aichhorn@salzburg.gv.at.