Information und Dialog zum EU-Geburtstag

Landtagspräsidentinnen Pallauf, Mosler-Törnström und EU-Abgeordneter Karas besuchten den Europatag im Europark

Salzburger Landeskorrespondenz, 08.05.2015
 

(LK)  Morgen, Samstag, 9. Mai, feiert die Europäische Union ihren Geburtstag. Der Europatag erinnert an die Gründungsidee aus dem Jahr 1950. Heute, Freitag, 8. Mai, stand daher der Europark ganz im Zeichen der Europäischen Union.

"Wir leben in Europa seit Jahrzehnten in einer Phase des Friedens und der Kooperation. Wir und unsere Kinder sind in diese Zeit hineingeboren, in ihr groß geworden, kennen nichts anderes und nehmen den Frieden in Europa manchmal zu selbstverständlich wahr. Wir müssen uns bewusst sein, dass dies für viele Generationen keineswegs selbstverständlich war und dass dieser Friede und unsere Demokratie angreifbar sind. Es bedarf der ständigen Erneuerung des Bekenntnisses zu Demokratie und Solidarität in Europa“, erklärte Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf in Vertretung von Europareferent Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer bei einem Besuch der Informationsstände beim Europatag im Europark.

Karas: EU findet in jeder Gemeinde statt

Die Informationsstände im Europark wurden neben zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besuchern auch von Europa-Abgeordnetem Dr. Othmar Karas aufgesucht. Karas strich dabei die Bedeutung des Europatags hervor: "Obwohl Österreich seit 20 Jahren Mitglied der Europäischen Union ist, wird der europäische Nationalfeiertag in der breiten Öffentlichkeit leider immer noch nicht als zweiter österreichischer Nationalfeiertag wahrgenommen und gefeiert. Dabei verdanken wir der Europäischen Union so viel. Wir sind in der EU eine der weltweit ambitioniertesten Regionen in Fragen des Umweltschutzes, der Sicherheit, der Demokratie und des Rechts. Für alle Bürger wurde innerhalb der EU das freie Reisen ermöglicht; österreichische Unternehmen haben im EU-Binnenmarkt nun mehr als 507 Millionen potenzielle Kunden und wir verdienen sechs von zehn Euro unseres Wohlstandes außerhalb von Österreich. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, grenzüberschreitend einzukaufen, die Handy-Roaminggebühren werden reduziert, entscheidende österreichische Infrastruktur wird von der EU mitfinanziert und der Finanzmarkt wird europaweit reguliert, 94 Prozent des EU-Budgets werden in den Regionen Europas investiert. Die EU findet in jeder Gemeinde statt", so der Europa-Abgeordnete.

Mosler-Törnström: Europarat ist soziales Gewissen Europas

Auch die Zweite Landtagspräsidentin Gudrun Mosler-Törnström stattete dem Europatag im Europark in Begleitung von EU-Parlamentarier Jörg Leichtfried und seiner deutschen Abgeordnetenkollegin Maria Noichl einen Besuch ab. Mosler-Törnström bekleidet im  Kongress der Gemeinden und Regionen Europas im Europarat das Amt der Präsidentin der Kammer der Regionen und ist gleichzeitig Vizepräsidentin des Kongresses. Sie nahm zur Rolle des Europarats Stellung: "Die aktuellen Krisen zeigen auf, wie unumgänglich die Arbeit des Europarates als Fundament eines friedlichen und starken Europas ist. Insgesamt darf und kann man auf den Europarat als Plattform der Kommunikation und als Schutz für die Bürgerinnen und Bürger nicht verzichten. Der Europarat ist das soziale Gewissen Europas", so Mosler-Törnström.

Geballte EU-Information zu 20 Jahren Mitgliedschaft

Alles Wissenswerte rund um Europa und die Europäische Union gab es auf dem Theaterplatz zu erfahren. 2015 stand der Europatag im Europark im Zeichen "20 Jahre EU-Mitgliedschaft". Aber auch grenzüberschreitende Projekte und Fragen rund um den Euro waren Schwerpunkte an den Informationsständen. Mit bis zu 30.000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag zählt der Europark zu den meistfrequentierten Orten in Salzburg. Die Expertinnen und Experten der Europa-Informationsstellen im Land Salzburg und der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein, des Salzburger Bildungswerks sowie der Europa-Union der Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein nutzten diese Möglichkeit, um gemeinsam Auskunft zu allen Fragen rund um die Europäische Union zu geben. Details zum Europatag im Europark gibt es unter www.salzburg.gv.at/europatag.

Was die Mitgliedschaft gebracht hat

Fragt man die Experten, ob sich die Mitgliedschaft ausgezahlt hat, fällt die Antwort klar aus: Das Wirtschaftsforschungsinstitut rechnet einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts in Österreich um 0,9 Prozent pro Jahr oder 63 Milliarden Euro vor, Herr und Frau Österreicher können sich über ein um 7.000 Euro höheres Einkommensniveau freuen, ohne EU-Integration wären die Preise um 4,5 Prozent höher. Der Binnenmarkt brachte nach Ansicht der Wirtschaftskammer für alle Branchen Vorteile bis auf die klein strukturierte und vor dem EU-Beitritt abgeschottete Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie Speditionen. t100-60