Sozialer Sprengstoff Schulden wird professionell entschärft

Schellhorn zur Jahresbilanz der Schuldenberatung Salzburg: Wichtige Ansprechpersonen, die Struktur und Perspektive geben

Salzburger Landeskorrespondenz, 28.07.2015
 

(LK)  Fast 900 Menschen haben sich im Jahr 2014 erstmals an die Schuldenberatung Salzburg gewandt. Sie befinden sich – mit ihren Angehörigen - in einer schwierigen bis scheinbar ausweglosen Situation. Durchschnittlich drückt sie eine Schuldenlast von 82.400 Euro. Das geht aus der Jahresstatistik der Schuldenberatung Salzburg hervor, die heute, Dienstag, 28. Juli, vom Leiter der Schuldenberatung Salzburg, Mag. Peter Niederreiter, präsentiert wurde.

Teilnehmer der Pressekonferenz waren neben Niederreiter auch Sozialreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn und Dr. Gerd Raspotnig von der Stabstelle Service und Recht der Wirtschaftskammer Salzburg. Die Schuldenberatung Salzburg wird vom Land Salzburg im Jahr 2015 mit 798.854 Euro gefördert.

Landesrat Schellhorn äußerte sich sehr dankbar darüber, dass es mit der Schuldenberatung für die betroffenen Menschen ein so professionelles Hilfsangebot gebe: "Die Schuldenberaterinnen und Schuldenberater sind wichtige Ansprechpersonen, sie strukturieren die Situation und geben eine Perspektive. Das ist für die Betroffenen von enormer Bedeutung. Ich bedanke mich beim Team der Schuldenberatung für diese wertvolle Arbeit."

Ein fachliches Monitoring

Die Jahresstatistik der Schuldenberatung sei gleichzeitig auch immer ein fachliches Monitoring. Sie mache auf positive wie negative Entwicklungen und auf Handlungsbedarf aufmerksam. Wenn die Zahlen heuer etwa darauf hinweisen, dass sich immer mehr Menschen gar kein Schuldenregulierungsverfahren leisten können, dann habe die Politik Handlungsbedarf, so Schellhorn.

Der Landesrat berichtete, dass diese Entwicklung auch bereits im Juni bei der Konferenz der Landessozialreferenten in Innsbruck diskutiert worden sei. "Die Bundesregierung wurde dringend ersucht, die Beseitigung der Hürde einer zehnprozentigen Mindestquote zu prüfen. Als Salzburger Sozialreferent teile ich diese Haltung, insbesondere auch deshalb, weil es ohnehin der Zustimmung der Gläubiger bedarf, ob ein Ratenzahlungsplan zustande kommt oder nicht."

Vorbeugen mit dem Finanzführerschein

Verschuldung habe objektive Ursachen wie etwa zu geringe Einkommen bei zu hohen Lebenshaltungskosten. Sie könne aber auch sehr persönliche Ursachen haben. Der Umgang mit Geld zum Beispiel sei eine davon. Es sei im Sinne der Vorbeugung daher ganz besonders wichtig, wenn das Wissen und die Erfahrung der Schuldenberatung Jugendlichen zugutekomme. Mit dem Angebot des "Finanzführerscheins" an Schulen sei das der Fall, so Schellhorn.

Nach Kritik erfreuliche Kooperation mit der Wirtschaftskammer

Erfreut zeigte sich der Sozialreferent, dass dieses Angebot, neben der Abwicklungsberatung für gescheiterte Unternehmerinnen und Unternehmer, gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Salzburg realisiert werde. "Nach meiner Kritik anlässlich der Präsentation der Jahresstatistik 2013 an der Wirtschaftskammer, dass diese die Schuldenberatung zu wenig unterstützt, ist es zu konstruktiven Gesprächen mit der Wirtschaftskammer gekommen. Das Ergebnis war die Aufnahme der Zusammenarbeit beim Finanzführerschein für Jugendliche und bei der Abwicklungsberatung für gescheiterte Unternehmerinnen und Unternehmer. Ich freue mich sehr, dass diese Zusammenarbeit zwischen Schuldenberatung und Wirtschaftskammer zustande gekommen ist, und bedanke mich bei Wirtschaftskammerpräsident Konrad Steindl herzlich dafür, dass er diesen Stein ins Rollen gebracht hat." t171-117