Landespreis für Medienkunst 2015 geht an Maria Morschitzky

Schellhorn gratulierte der Salzburger Künstlerin und blickte zurück auf zehn Jahre Medienkunstpreis

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.09.2015
 

(LK) Der mit 10.000 Euro dotierte Salzburger Landespreis für Medienkunst 2015 geht an die Salzburger Künstlerin Maria Morschitzky. Das gab gestern, Donnerstag, 17. September, Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn im Halleiner kunstraum pro arte bekannt. Das Konzept von Morschitzky zur Installation "The World as Material / Compositions for a Room" überzeugte die unabhängig dreiköpfige Jury. Morschitzky ist die bislang zehnte Medienkunst-Preisträgerin.

Schellhorn betonte bei der Verleihung der Urkunde an die 32-jährige Preisträgerin: "Ich freue mich schon darauf, die Installation von Maria Morschitzky im kommenden Jahr erleben zu dürfen. Ich wähle dabei bewusst das Wort 'erleben'. Ist doch Medienkunst ein mehrkanaliges und somit spannungsgeladenes Erlebnis. Allein die Materialauswahl der Installation von Maria Morschitzky spiegelt die Vielfältigkeit und den Kontrastreichtum der Medienkunst wider." Bei der multimedialen Rauminstallation 'The World as Material / Compositions for a Room' vermengen sich etwa Naturmaterialien mit Elektronik und Mechanik. Die mit dem Medienpreis ausgezeichnete Künstlerin ist eingeladen, in der Schmiede Hallein an der Umsetzung des Projektes zu arbeiten, das dort 2016 präsentiert wird.

Die Künstlerin zeigte sich hocherfreut über den Preis: "Er ermöglicht mir, kon-zentriert und ohne große finanzielle Sorgen mein künstlerisches Konzept weiterzu-entwickeln."

Zehn Jahre Medienkunstpreis

Seit 2006 vergibt das Land Salzburg in Kooperation mit der "Schmiede Hallein" den Landespreis für Medienkunst. In einer eigenen Ausstellung von 18. September bis 17. Oktober im kunst-raum pro arte in Hallein wird auf zehn Jahre Medienkunstpreis zurückgeblickt. Alle bisherigen Preisträger und Preisträgerinnen stellen dort aus.

"Wie breit das Spektrum der Medienkunst ist, wird auch beim Rückblick auf zehn Jahre 'Salzburger Landespreis für Medienkunst' deutlich", so Kulturreferent Schellhorn. Und hob hervor: "Was 2006 klein angefangen hat, ist jetzt eine fixe Größe innerhalb der Preislandschaft des Landes. Bemerkenswert dabei ist außerdem, dass das Verhältnis an Männern und Frauen, die den Medienkunstpreis erhalten haben, beinahe ausgeglichen ist."

Das Preisgeld von 10.000 Euro versteht sich als Förderung, um das eingereichte Projekt tatsächlich umsetzten zu können. Die Preisträgerin beziehungsweise der Preisträger nimmt an der "Schmiede Hallein" teil und präsentiert die fertige Siegerarbeit im darauffolgenden Jahr.

Maria Morschitzky dazu: "Förderpreise wie diese sind unglaublich hilfreich für Künstlerinnen und Künstler, weil sie ein kontinuierliches Arbeiten an einer Projektidee ermöglichen."

Die Jurybegründung

Die unabhängige Jury - bestehend aus Stefanie Wuschitz, Gerhard Funk und Marius Schebella - begründete die Entscheidung folgendermaßen: "Überzeugend am einge-reichten Konzept ist die organische Verknüpfung traditioneller, analoger, digitaler und interaktiver Medien. Die Künstlerin baut mit ihrem Konzept auf ihre reichhaltige künstlerische Forschung und die eindrucksvollen Arbeiten der vergangenen Jahre auf."

Lebenslauf Maria Morschitzky

Morschitzky wurde 1983 in Linz geboren, lebt und arbeitet in Wien und Salzburg. Sie studierte Bildnerische Erziehung am Mozarteum Salzburg in der Klasse für Zeichnung, Druckgrafik und Neue Medien bei Herbert Stejskal und Beate Terfloth sowie Spanisch an der Universität Salzburg (2005-2012).

Sie erhielt bereits folgende Stipendien bzw. Auszeichnungen: Kunstwerk des Monats Mai, (Land Salzburg); viermonatiger Atelieraufenthalt im Kunstraum BATOLIT, Wien, (Land Salzburg); Förderatelier im Künstlerhaus, Kunstverein Salzburg (2012-2014); Artist in Residence Budapest (Magistrat Salzburg) (2012); Ö1-Talente-Stipendium, Finalistin (2011); Stipendium der Internationalen Sommerakademie Salzburg (Katrina Daschner) (2011); Artist in Residence bei Residence SEA, Heraklion (2014).

Sie zeigte ihr künstlerisches Schaffen bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen (siehe Beilage).

Ausstellung zeigt breites Spektrum an Arbeiten

Die diesjährige Schmiede-Ausstellung im kunstraum pro arte steht im Zeichen des Medienkunstpreises des Landes Salzburg. Anhand der unterschiedlichen Projekte der Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre wird der Frage nachgegangen, was Medienkunst eigentlich ist und welchen Stellenwert sie in der zeitgenössischen Kunstproduktion hat. Eindrucksvoll zeigen die Arbeiten, wie verschiedene Ausdrucksmittel in alle Richtungen und auf alle Medien erweitert und verknüpft werden. Dabei berühren sie neben dem traditionellen Kunstsystem auch Wissenschaft und Forschung und bestätigen, dass Medienkunst keinesfalls ein einheitliches Feld ist. Die Arbeiten thematisieren Illusion, Realität, Sprache, Veränderungen, Gesellschaft und Globalisierung.

Gezeigt werden Arbeiten von Christof Berthold und Marcuse Hafner, Andrea Maurer, gold extra, Andreas Gröstlinger und Sebastian Kargl, Bartholomäus Traubeck, Korinna Lindinger und Karla Spiluttini, Gebhard Sengmüller, Robert Praxmarer und Reinhold Bidner sowie von Claudia Rohrmoser und Marcel Schobel.

Die Ausstellung im kunstraum pro arte, Schöndorferplatz, Hallein, ist von 18. September bis 17. Oktober jeweils Mittwoch bis Freitag von 16.00 bis 19.00 Uhr und am Samstag von 10.00 bis 13.00 Uhr geöffnet.

Nähere Informationen zu den Preisträgern bzw. Preisträgerinnen des Medienkunstpreises der vergangenen Jahre sind auf der Landes-Website abzurufen. t215-116

Weitere Informationen: Mag. Johanna Jenner, Büro Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn, Tel.: 0662/8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.