Neue Herausforderungen beim alpinen Bauen

Haslauer beim Fachsymposium Brennpunkt Alpines Bauen in der Fachhochschule Puch-Urstein

Salzburger Landeskorrespondenz, 01.10.2015
 

(LK)  Die neuen Herausforderungen beim alpinen Bauen standen im Mittelpunkt des Fachsymposiums Brennpunkt Alpines Bauen heute, Donnerstag, 1. Oktober, in der Fachhochschule Puch-Urstein.

"Die Stärke der einheimischen Unternehmen ist es, das Wissen über alpines Bauen mit regionalen Baumaterialien, Bautechniken, alpiner Bautradition sowie Design und moderner Technologie zu verbinden", betonte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer heute beim Symposium.

Die Herausforderungen liegen dabei im Umgang mit Höhenlagen, Wetterextremen, Kälte und sommerlicher Überwärmung sowie auch mit neuen Auflagen in Bezug auf Klima-, Energie- und Ökoeffizienz. Beim letzten G7-Gipfel, der Konferenz der sieben wirtschaftlich stärksten Länder, wurde beispielsweise der Ausstieg aus der Verwendung fossiler Energieträger beschlossen. Dies wird auch Auswirkungen auf das Bauen haben. Vor allem im alpinen Raum ist der Raum zudem aufgrund der Berge knapp. Deswegen und auch aus Gründen der Attraktivität der Ballungsräume gehört Nachverdichtung – also das Aufstocken und die effizientere Nutzung von Bestandsgebäuden und Flächen – zu den langfristigen Notwendigkeiten. Diese Herausforderungen gemeinsam mit einem immer stärker werdenden Wettbewerbsumfeld machen das Feld der Bauwirtschaft immer komplexer.

Klein- und Mittelbetriebe sind also gefordert, sich verstärkt mit innovativen Lösungen für verschiedene Fragestellungen erfolgreich auf dem Markt zu positionieren. "Das Netzwerk Alpines Bauen unterstützt den Austausch der heimischen Unternehmen mit Forschungseinrichtungen. Vor allem in der Sanierung gibt es einigen Spielraum für innovative Konzepte und beispielhafte Lösungsansätze, die nur in enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft angegangen werden können", so Haslauer.

Für diese Ziele geht das Netzwerk mit gutem Beispiel in Sachen Kooperation voran: Unter seinem Dach finden sich Partner aus Salzburg, Tirol und Bayern. Das Netzwerk wird vom EU-Programm Interreg Österreich-Bayern unterstützt und von der ITG – Innovationsservice für Salzburg koordiniert.

Fachsymposium Brennpunkt Alpines Bauen

Das zweite Fachsymposium Brennpunkt Alpines Bauen widmete sich ebenfalls dem Austausch der Bauwirtschaft im Alpenraum untereinander und mit Forschungseinrichtungen. Mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter der Bauwirtschaft, der Forschung und von Behörden nahmen die Gelegenheit wahr, sich zu informieren und untereinander auszutauschen. In den vier Bereichen Tourismus und Bauen, Nachverdichtung, High Tech versus Low Tech und Alpine Baukultur zeigte sich, dass sich die Themen Nachhaltigkeit und Effizienz durch sämtliche Bereiche ziehen. Angesprochen wurden unter anderem die hohen Potenziale beim Energiesparen bei Tourismusbetrieben, nachhaltige Sanierung und Verdichtung, Möglichkeiten der Gebäudeautomation und ihre Grenzen sowie das Bauen in den Alpen aus architektonischer Sicht.

Salzburg als Vorbild

Hinsichtlich der Zusammenarbeit von Unternehmen und der Forschung ist das Land Salzburg mittlerweile österreichweites Vorbild. "Rückblickend ist es in den vergangenen Jahren gemeinsam gelungen, für die Bauwirtschaft eine Branchenforschungsinitiative aufzubauen", erläuterte Haslauer. Die Palette der Salzburger Projekte reicht von der Weiterentwicklung der bauphysikalischen und ökologischen Bewertung des Werkstoffes Holz über das Thema nachhaltige Bauteilaktivierung, bei der Betonbauteile als Energiespeicher eingesetzt werden, bis hin zu Produktinnovationen für ökoeffiziente Fertighauslösungen sowie innovative Wandbau- oder Fassadensystemen. Bei allen waren Unternehmen miteinbezogen.

Partner im Netzwerk Alpines Bauen sind ITG – Innovationsservice für Salzburg als zentrale Ansprechstelle, Bauinnung der Wirtschaftskammer Salzburg, Fachhochschule Salzburg, Universität Innsbruck, Handwerkskammer für München und Oberbayern, Hochschule Rosenheim, Holzcluster Salzburg, Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg, Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR), Research Studios Austria Forschungsgesellschaft Studio iSPACE, umwelt service salzburg und Energieberatung des Landes Salzburg. t228-53

Weitere Informationen: Mag. Thomas Kerschbaum, Büro Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Tel.: 0662/8042-2332, Mobil: 0664/1020564, E-Mail: thomas.kerschbaum@salzburg.gv.at.