Regionaler Aktionsplan Arbeitsmarktintegration wird ins Leben gerufen

Haslauer lud Sozialpartner, AMS, IV, Bildungsexperten von Uni sowie Experten des Landes zum Gespräch

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.10.2015
 

(LK)  "Die Frage der Integration jener Menschen, die bei uns Asyl bekommen und die bleiben dürfen, ist eine Schlüsselfrage für die Zukunft. Nur Menschen die in Beschäftigung sind, können langfristig für sich selbst sorgen und einen Beitrag zur Allgemeinheit leisten. Investitionen in die nachhaltige Integration von Asylberechtigten in den Arbeitsmarkt sind daher die beste Vorsorge, wenn wir keine Ghettobildung und keine neuen sozialen Brennpunkte wollen. Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam die Talente und Fähigkeiten vieler Menschen, die bei uns bleiben werden, heben können. Zu diesem Zweck wird ein 'Regionaler Aktionsplan Arbeitsmarktintegration' ins Leben gerufen, der die unterschiedlichen Maßnahmen in diesem Bereich strukturieren und bündeln soll", sagte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer heute, Montag, 12. Oktober, nach einem Gespräch mit Vertretern der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, des AMS, der Industriellenvereinigung, Experten von Universität sowie Vertretern des Landes.

Der "Regionale Aktionsplan Arbeitsmarktintegration" wird die verschiedenen Vorschläge auf Expertenebene strukturieren und soll schon bis Ende November erste beschlussreife Ergebnisse bringen. Koordiniert wird der "Regionale Aktionsplan Arbeitsmarktintegration" von den Expertinnen und Experten der Wirtschafts- und Arbeitsmarktabteilung sowie der Sozialabteilung des Landes. Gezielt sollen auch Vertreter der NGOs (Nichtregierungsorganisationen) zu den Beratungen beigezogen werden können.

"In den vergangenen Monaten konnten wir bereits viele Integrationsprojekte in den Bereichen Deutschkurs, Ausbildung, Arbeit und Wohnberatung im gesamten Land Salzburg umsetzen. Bereits in der Grundversorgung werden mit dem Clearing durch die Caritas die wichtigsten beruflichen Fähigkeiten sowie die Ausbildung der Asylwerberinnen und Asylwerber erhoben. Deutschkurse bereiten zudem die Flüchtlinge auf ihr späteres Leben mit Aufenthaltsrecht vor. Diese und viele weitere Angebote müssen nun im neuen regionalen Aktionsplan Arbeitsmarktintegration weiter verbessert und abgestimmt werden. Integration kann nur gelingen, wenn diese Bereiche sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Zentral ist die Frage, wie wir Flüchtlinge langfristig in unsere Gesellschaft integrieren können", unterstrich Mag. Martina Berthold, zuständige Landesrätin für Asyl und Integration. 

Von Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und AMS wurde bereits heute eine Reihe von Maßnahmen und Pilotprojekten vorgestellt, die nun Eingang in diesen Aktionsplan finden sollen. Es geht nun um die Abstimmung der verschiedenen Vorschläge aufeinander und um die entsprechenden Gespräche zur Bündelung und Finanzierung.  

Die präsentierten Vorschläge zielen im Wesentlichen auf folgende Bereiche ab:

  • Feststellung der Qualifikation der Asylberechtigten
  • Qualifikation für arbeitslos gemeldete Asylberechtigte ohne (passende) Berufsausbildung.
  • Lehre für junge Asylberechtigte

So will beispielsweise die Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit dem AMS mit "Qualifizierungs-Checks" eine schnellere Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Zielgruppe sind Asylberechtigte/Schutzberechtigte, welche bereits arbeitslos gemeldet sind oder zumindest eine Berufsausbildung bzw. berufliche Erfahrung mitbringen. Das AMS erhebt die Berufe der Asylberechtigten und wählt gemeinsam mit der WKS die passenden Teilnehmer aus. Ein Test am WIFI klärt das Sprachniveau in Deutsch, das bei Bedarf mit Kursen verbessert wird. Danach wird der Qualifizierungs-Check gemacht, der mit einem Zertifikat über das nachgewiesene Können abgeschlossen wird. Das hilft den Asylberechtigten bei der Jobsuche und gibt auch den Arbeitgebern eine gewisse Sicherheit. Finanziert werden die Tests vom AMS, die im November starten werden. Vermittelt werden die Jobs dann über das AMS unter Einbindung der Sparten der WKS. 

Bei einem ähnlichen Projekt geht es um ein Pilotprojekt bei dem asylberechtigten Flüchtlingen ohne Ausbildung neben Deutschkursen erste Kenntnisse im Bereich Service und Küche vermittelt werden sollen

  • Ein von Experten des "Talente-Checks" Salzburg entwickelter Fragebogen klärt, wer für eine Tätigkeit im Tourismus geeignet ist. Fragebögen und Formulare werden gemeinsam mit Dolmetschern ausgefüllt, der Talente-Check Salzburg wertet die Teste aus. Bei Bedarf gibt es eine Einzelberatung.
  • Die Kurse in Deutsch und für die Service- und Kochausbildung werden in der neuen "Tourismus Akademie" in Bischofshofen abgewickelt. Vorerst können bei Bedarf bis zu 100 Asylberechtigte im Pongauer Projekt geschult werden.

Die Arbeiterkammer präsentierte unter anderem ein Projekt zum Screening und zur Jobvermittlung von Asylwerbern. Zudem wiesen die Experten der Arbeiterkammer darauf hin, dass die Erhebung der Qualifikationen von Asylberechtigten durchaus zum Teil anderer Zugänge als bei einheimischen Jugendlichen bedürfe.

"Wir denken, dass wir heute den Auftakt zu einem gemeinsamen Vorgehen aller wesentlichen Akteure in diesem Bereich erlebt haben – ich bin zuversichtlich, dass wir mit dieser Vorwärts-Strategie beim 'Regionalen Aktionsplan Arbeitsmarktintegration' einen großen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten können", schlossen Landeshauptmann Haslauer und Landesrätin Berthold. t238-15

Weitere Informationen: Mag. Thomas Kerschbaum, Büro Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Tel.: 0662/8042-2332, Mobil: 0664/1020564, E-Mail: thomas.kerschbaum@salzburg.gv.at.