Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Haslauer: Unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen alle Maßnahmen ergreifen, um Spitzenposition Salzburgs auf dem Arbeitsmarkt zu sichern

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.10.2015
 

(LK)  In der neuesten Ausgabe des Berichts der Landesstatistik über den Salzburger Arbeitsmarkt der ersten drei Quartale des Jahres 2015, der heute, Freitag, 30. Oktober, veröffentlicht wurde, wird ein Überblick über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt gegeben. Aus der Entwicklung der Zahl der unselbstständig Beschäftigten, der Zahl der Arbeitslosen und der daraus ermittelten Arbeitslosenrate lässt sich ableiten, dass die Situation auf dem Salzburger Arbeitsmarkt zwar nach wie vor angespannt bleibt, aber die Entwicklung im Jahresverlauf und auch im Vergleich zu Gesamtösterreich zu verhaltenem Optimismus Anlass gibt.

Bei der Arbeitslosenrate weist Salzburg im Bundesländervergleich bei der Gesamtarbeitslosigkeit und der Seniorenarbeitslosigkeit die geringsten Raten auf, bei der Jugendarbeitslosigkeit liegt nur Vorarlberg geringfügig darunter. "Natürlich ist es positiv, dass Salzburg im Österreichvergleich die 'besten' Daten in Bezug auf den Arbeitsmarkt aufweist. Dennoch steht für uns die genaue Beobachtung der aktuellen Entwicklungen in Verbindung mit gezielten Maßnahmen im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Gemeinsam mit den Sozialpartnern und allen wesentlichen Institutionen in diesem Bereich werden daher Maßnahmen zu den Aspekten soziale Eingliederung und Armut, Übergang Schule und Beruf sowie Konjunktur und Beschäftigung erarbeitet. Überdies wird - um eine frühzeitige Integration von Asylberechtigten zu gewährleisten - ein regionaler Aktionsplan für Arbeitsmarktintegration erstellt. Die wichtigste Maßnahme ist und bleibt aber, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die Wirtschaft wächst und aus eigener Kraft Arbeitsplätze schafft. Mit gezielten Impulspaketen und mit einem positiven Klima für Investitionen leistet Salzburg dazu einen Beitrag", sagte Wirtschaftsreferent Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer.

Die wichtigsten Ergebnisse der Entwicklung auf dem Salzburger Arbeitsmarkt in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 werden von Dr. Gernot Filipp, dem Leiter der Landesstatistik Salzburg, wie folgt zusammengefasst:

Die ersten drei Quartale des Jahres 2015 ergaben einen weiteren Anstieg der Zahl der unselbstständig Beschäftigten in Salzburg, sodass sich der Beschäftigtenstand um 0,9 Prozent oder mehr als 2.000 Beschäftigte auf gut 247.200 erhöht hat. Allerdings ist in den ersten drei Quartalen auch die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen weiter gestiegen, und zwar um 6,2 Prozent auf rund 14.950.

Im Vergleich mit Österreich ist damit in Salzburg der Anstieg der unselbstständig Beschäftigten (Österreich: +0,8 Prozent) ähnlich hoch, die Zahl der Arbeitslosen (Österreich: +12,1 Prozent) deutlich geringer ausgefallen. Aus den Veränderungen der Zahl der unselbstständig Beschäftigten und der Personen ohne Arbeit ergibt sich für Salzburg eine Arbeitslosenrate von 5,7 Prozent, die damit um 3,3 Prozentpunkte unter dem Österreichwert von neun Prozent liegt.

Der Bundesländervergleich

Zu Jahresbeginn 2015 (1. Quartal) waren in allen neun Bundesländern mehr Personen unselbstständig beschäftigt als ein Jahr zuvor, wobei die Zuwächse zwischen 0,3 (Kärnten) und 1,6 Prozent (Vorarlberg) variieren. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist in allen Bundesländern gestiegen, wobei das Plus in Wien mit 21 Prozent fast doppelt so groß ist wie in Österreich. In allen anderen Bundesländern ist der Anstieg deutlich schwächer ausgefallen und variiert zwischen vier Prozent in Tirol und 10,9 Prozent in Oberösterreich. Bei der Arbeitslosenrate führt Salzburg im bisherigen Jahresverlauf mit 5,7 Prozent den Bundesländervergleich vor Vorarlberg und Oberösterreich an, während Kärnten und Wien mit Arbeitslosenraten von mehr als zehn Prozent am Ende dieser Rangreihe liegen.

Vorschau für das Gesamtjahr 2015

Für das Gesamtjahr 2015 wird in Salzburg das Beschäftigungswachstum mit unter einem Prozent etwa jenem in Gesamtösterreich entsprechen, während die Zahl der Arbeitslosen mit rund sechs Prozent geringer ansteigen wird. Die Arbeitslosenrate dürfte damit für 2015 mit 5,9 Prozent leicht über dem Niveau des Jahres 2014 liegen.

Im Bericht "Arbeitsmarkt Salzburg im Herbst 2015" sind darüber hinaus noch viele weitere interessante Details für das Land Salzburg zu finden:

Männer und ältere Arbeitnehmer stärker von Anstieg
der Arbeitslosigkeit betroffen

Im bisherigen Jahresverlauf konnten in Salzburg die Frauen ein Beschäftigungswachstum von 1,1 Prozent erzielen, während es bei den Männern mit 0,7 Prozent etwas darunter lag. Bei den Arbeitslosen ist in Salzburg die Zahl der betroffenen Männer mit 8,3 Prozent wesentlich stärker gestiegen als bei den Frauen mit 3,5 Prozent. Durch diese Entwicklung vergrößert sich der geschlechtsspezifische Abstand bei der Arbeitslosenrate weiter, die bei den Männern nunmehr bei 6,3 Prozent in Salzburg und bei den Frauen bei fünf Prozent liegt.

Binnen Jahresfrist, das heißt von 2014 auf 2015 (jeweils 1. bis 3. Quartal), ist die Zahl der arbeitslosen Älteren mit 10,8 Prozent in Salzburg mehr als drei Mal so stark gestiegen wie die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen mit 3,3 Prozent. In der Folge waren im 1. bis 3. Quartal 2015 in Salzburg 5,9 Prozent der jugendlichen bzw. 6,2 Prozent der älteren Erwerbspersonen ohne Arbeit.

Dienstleistungssektor wächst, produzierender Bereich nimmt ab

Die stärkere Beschäftigungsdynamik im Dienstleistungsbereich setzt sich auch in den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 fort. So hat sich die Zahl der Arbeitnehmer/innen in diesem Zeitraum um 1,7 Prozent erhöht, während es im produzierenden Bereich zu einer Abnahme um 1,5 Prozent gekommen ist.

Die Analyse der Arbeitslosen nach ausgewählten Berufsgruppen ergibt, dass binnen Jahresfrist in Salzburg die Zahl der Arbeitslosen in den Bauberufen mit 13,2 Prozent am stärksten und in den Fremdenverkehrsberufen mit 1,0 Prozent am geringsten angestiegen ist. 

Leichte Verschlechterung auf dem Lehrlingsarbeitsmarkt

Bei der Zahl der offenen Lehrstellen in den ersten drei Quartalen gab es einen leichten Rückgang von 0,8 Prozent, während die Zahl der Lehrstellensuchenden um fünf Prozent gestiegen ist, sodass das Verhältnis der offenen Lehrstellen zu den Lehrstellensuchenden im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist. Insgesamt gibt es aber nach wie vor etwa doppelt so viele freie Lehrstellen wie Suchende, sodass Salzburg im Bundesländervergleich nach wie vor an der Spitze liegt.

Der Bericht "Arbeitsmarkt Salzburg im Herbst 2015" kann auf der Landes-Website abgerufen werden. t254-30a_60

Weitere Informationen: Mag. Thomas Kerschbaum, Büro Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Tel.: 0662/8042-2332, Mobil: 0664/1020564, E-Mail: thomas.kerschbaum@salzburg.gv.at.