Voller Schub für Salzburgs Fachkräftenachwuchs

Haslauer: Talente-Check erfolgreich gestartet

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.11.2015
 

(LK)  Bereits seit 25 Jahren gibt es die Berufs-Info-Messe BIM, die in dieser Zeit einer halben Million junger Menschen als Wegweiser für ihre berufliche Karriere gedient hat.

Bildungsreferent Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer betonte heute, Donnerstag, 19. November, anlässlich der Eröffnung der 25. BIM im Messezentrum Salzburg, dass Salzburg ein Vorzeigeland für Berufsausbildung sowie Berufs- und Bildungsinformation sei.

"Jeder junge Mensch hat Anspruch darauf, dass seine Anlagen und Begabungen bestmöglich gefördert werden. Die BIM ist ein wichtiger Beitrag zur Information über Bildungs- und Berufsmöglichkeiten. Die perfekte Ergänzung für Jugendliche und Eltern ist der vor kurzem eröffnete Talente-Check, der eine hochwertige und einzigartige Hilfestellung für eine der wichtigsten Weichenstellungen des Lebens ist. Zusätzlich wird im Moment auf Grundlage einer österreichweit einmaligen Statistik über Bildungskarrieren ein Maßnahmenpaket gegen Bildungsabbrüche erarbeitet, um die in einigen Bereichen hohe Zahl an Aussteigern aus dem Bildungssystem zu reduzieren und jedem jungen Menschen in Salzburg eine positive Perspektive zu eröffnen. Mit der begabungsfördernden Modellregion im Oberpinzgau wurde vor kurzem ein weiteres wichtiges Projekt zur individuellen Förderung von Begabungen vom Kindergarten bis zum Schulabschluss gestartet. Entscheidend ist die Fokussierung auf die Stärken unserer Kinder und Jugendlichen. Ausnahmslos jeder Mensch hat Talente und Begabungen. Diese gilt es aufzuspüren und zu fördern, denn was man gut macht, macht man gerne, und was man gerne macht, macht man gut", so Haslauer.

"Die Wirtschaftskammer Salzburg steht mehr als viele andere Institutionen für Bildung. Jährlich werden fast 20 Prozent der Kammerumlage in diesen Bereich investiert", betonte WKS-Präsident Konrad Steindl. "Wir wissen, dass wir im Standortwettbewerb nur mit bestem Know-how und gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehen können."

Diese Linie wird auch durch die jüngste Funktionärsbefragung der WKS bestätigt. Demnach ist für 96 Prozent der Funktionäre das Bildungsengagement wichtig, 53 Prozent wünschen sogar einen Ausbau der Maßnahmen.

Hervorragender Start für Talente-Check Salzburg

Die jüngste Initiative der WKS war vor wenigen Wochen die Eröffnung des Talente-Checks Salzburg beim WIFI Salzburg. Der Talente-Check ist Österreichs modernste Teststrecke für Talente und Fähigkeiten. Rund 6.000 Salzburger Schülerinnen und Schüler – jeweils ein ganzer Jahrgang – sollen im Talente-Check erfahren, welcher Bildungs- oder Berufsweg für sie der beste wäre.

"Der Talente-Check wird hervorragend angenommen. Bis dato wurden fast 800 Schülerinnen und Schüler auf ihre Fähigkeiten getestet. Auch das anschließende Beratungsgespräch mit den Berufspsychologen wird hervorragend angenommen. 95 Prozent nehmen dieses Gespräch gemeinsam mit ihren Eltern in Anspruch", so Steindl. Bereits im ersten Betriebsjahr sollen mehr als 4.000 Schülerinnen und Schüler den Talente-Check nutzen. Die Einrichtung ist bis Ende Juni voll ausgebucht. Die WKS hat für den Talente-Check drei Millionen Euro investiert. Der laufende Betrieb wird gemeinsam mit dem Land Salzburg finanziert. Der Talente-Check ist auch mit einem eigenen Messestand sowie Berufsberatern auf der BIM vertreten. Er steht grundsätzlich auch Lehrlingen und Firmen (etwa für Lehrlingstests) sowie Maturantinnen und Maturanten und Erwachsenen zur Verfügung.

14 Prozent aller Lehrlinge nutzen Lehre mit Matura

Eine weitere erfolgreiche Initiative der Wirtschaftskammer, gemeinsam mit dem Sozialpartner Arbeiterkammer, ist das 2008 ins Leben gerufene Projekt "Lehre mit Matura". "Bereits 1.238 Lehrlinge beziehungsweise 14 Prozent aller Auszubildenden im Bundesland Salzburg kombinieren ihre Lehre mit der Berufsmatura und sind damit noch besser für die Zukunft gerüstet", erläuterte Steindl. "Lehre mit Matura" spricht Jugendliche an, die nicht zwischen schulischer und praktischer Ausbildung entscheiden, sondern beides wollen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Durch die Kombination von Allgemeinbildung auf Maturaniveau und betrieblicher Praxis sind Absolventinnen und Absolventen bestens für den Arbeitsmarkt gerüstet.

"Lehre mit Matura wird in keinem Bundesland so gut angenommen wie in Salzburg, was für die gute Organisation hierzulande spricht", sagte Steindl.

Wenngleich es – bedingt durch die demografische Entwicklung – immer schwieriger wird, genügend Jugendliche für eine Fachkräfteausbildung zu finden, setzen Salzburgs Unternehmen weiterhin voll auf die Lehrlingsausbildung. Laut Arbeitsmarktservice Salzburg stehen aktuell (Stichtag 31. Oktober 2015) 337 Lehrstellensuchenden 767 sofort verfügbare offene Lehrstellen gegenüber. Die Zahl der Suchenden ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent gesunken. "Noch immer entscheiden sich in Salzburg rund die Hälfte aller Pflichtschulabsolventinnen und -absolventen für eine Karriere mit Lehre. Dieser Anteil soll durch verschiedene Maßnahmen auch in Zukunft gehalten werden", betonte der WKS-Präsident.

Aufwärtstrend auch bei der Meisterprüfung

Besonders erfreulich ist die aktuelle Entwicklung bei der Meisterausbildung. Bei der Meisterbriefverleihung Mitte Oktober dieses Jahres wurden Meisterbriefe an 254 neue Meister verliehen. Dies bedeutet eine neue Rekordzahl. 2011 waren es noch 208 Meisterprüfungsabsolventinnen und -absolventen, im Vorjahr 232.

"Die Wirtschaftskammer setzt sich weiter für eine Gleichstellung des Meisters mit dem universitären Bachelor ein. Bei den Kurs- und Prüfungsgebühren konnten bereits wesentliche Entlastungen für die Absolventinnen und Absolventen erreicht werden", unterstreicht Steindl. Die Kurskosten werden über den Bildungsscheck des Landes gefördert. Absolventinnen und Absolventen erhalten die Hälfte der Kosten beziehungsweise maximal 2.000 Euro rückerstattet. Seit dem Vorjahr ersetzt das Land zudem die Prüfungsgebühren, die bis zu 1.500 Euro ausmachen können. t271-54 (grs/sab)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Tel.: 0662/8042-2325, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.