Start der gemeinsamen Lehrerausbildung

Haslauer: Universitäten und Hochschulen kooperieren für bestmögliche Ausbildung neuer Lehrer

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.04.2016
 

(LK)  Alle Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis 18/19 Jahren werden in Zukunft von einheitlich ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet. Zehn Hochschulen aus Oberösterreich und Salzburg, die sich unter dem Namen "Cluster Mitte" zu einem regionalen Verbund zusammengeschlossen haben, bieten ab dem Studienjahr 2016/17 gemeinsam ein Lehramtsstudium für die Sekundarstufe, also den Unterricht an Neuen Mittelschulen, Polytechnischen Schulen, Sonderschulen, Allgemeinbildenden höheren Schulen, Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (allgemein bildende Fächer), an. Gemeinsam arbeiten die Universitäten und Pädagogischen Hochschulen der Region Österreich Mitte an einer qualitativ hochwertigen Weiterentwicklung der Lehrerbildung. Dabei wird in den einzelnen Studienfächern und den Bildungswissenschaften wie auch in der Fort- und Weiterbildung und der Forschung in Zukunft verstärkt zusammengearbeitet.

Anlässlich des Starts der neuen Lehrerausbildung gratulierte Bildungsreferent Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute, Donnerstag, 21. April, allen beteiligten zehn Universitäten und Hochschulen aus dem Bildungsverbund Salzburg – Oberösterreich zu den Ergebnissen der zweijährigen Verhandlungen. In konstruktiven Gesprächen, die vom Ziel einer bestmöglichen Lehrerbildung geleitet waren, wurden Hindernisse wie beispielsweise unterschiedliche Dienst- und Studienrechte überwunden. "Am Bildungsstandort Salzburg steht in Zukunft von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe und zur lebensbegleitenden Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern ein sehr breites Angebot zur Verfügung, das gemeinsam von Paris Lodron Universität Salzburg, Pädagogischer Hochschule Salzburg Stefan Zweig, Universität Mozarteum und Kirchlicher Pädagogischer Hochschule Edith Stein angeboten wird", so Haslauer.

Der Amtsführende Präsident des Landesschulrates, Johannes Plötzeneder, ist davon überzeugt, dass die verstärkte Kooperation von Universitäten und Pädagogischen Hochschulen und einer damit einhergehenden Bündelung von Stärken in den Bereichen Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Unterrichtspraxis oder auch in den künstlerischen Fächern unsere Lehrerinnen und Lehrer noch besser auf gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen vorbereiten wird. Der Standort Salzburg habe ja als Anbieter aller möglichen Fächer im Kanon der Lehramtsstudien große Tradition. "Im Bereich der Neuen Mittelschulen gibt es für die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik, aber auch für Bewegung und Sport größeren Bedarf. Gerade auch für Sonderpädagogen bestehen beste Berufsaussichten", so Plötzeneder.

Vizerektor Erich Müller betonte, dass sich die Universität Salzburg seit Jahrzehnten in besonderem Maße für das Angebot an wissenschaftlich fundierten und hoch qualifizierten Lehramtsstudien sowie für die Stärkung der Lehrerausbildung einsetzt. "Erworbenes Wissen, Kompetenzen und Engagement der Absolventen kommen über meist lange Zeiträume einer sehr großen Zahl an auszubildenden Schülern in Stadt und Land Salzburg zugute. Augenfälliger kann der Nutzen universitärer Leistungen für die Wissensgesellschaft kaum sein. Von der Bildung und Ausbildung der künftigen Generationen hängt deren gesamte Zukunft ab", so Müller und wies auf die Vorteile der Kooperation für die Studierenden am Standort Salzburg hin:

  • Hochwertige, professionsorientierte forschungsgeleitete Lehre in den Ausbildungsbereichen Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Bildungswissenschaft und Schulpraxis.
  • Alle Unterrichtsfächer werden in Salzburg vollständig angeboten. Der Besuch von Lehrveranstaltungen in Oberösterreich ist nicht erforderlich.
  • Individuelle Betreuung und optimale Studienbedingungen in sehr gut ausgestatteten Laboren und Bibliotheken.
  • Auslandsaufenthalte an zahlreichen renommierten Partneruniversitäten.
  • Im Anschluss an das Masterstudium wird ein spezielles Doktoratsstudium "Lehrer/innenbildung", welches in ein international ausgerichtetes Promotionskolleg eingebettet ist, angeboten.
  • Sehr gute berufliche Chancen aufgrund des für die nahe Zukunft erwarteten großen Lehrer/innenbedarfs.

Elfriede Windischbauer, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig, meinte, die Kooperation würde zu einer Bündelung der Stärken der beteiligten Institutionen führen: "Die Universitäten verfügen mit gut ausgebauten Fachinstituten unbestreitbar über die notwendigen Ressourcen für eine fundierte fachwissenschaftliche Ausbildung. Gemeinsam mit den Stärken der Pädagogischen Hochschulen in den Fachdidaktiken und in den schulpraktischen Studien wird die zukünftige Ausbildung den Erfordernissen des Berufsalltags von Lehrerinnen und Lehrern noch stärker entsprechen als bisher."

Windischbauer betonte, dass der Beruf der Lehrerin/des Lehrers ein für die Gesellschaft besonders wichtiger sei. Bildung sei nicht nur entscheidend für die Berufswahl, sondern habe auch Einfluss auf soziale Zugehörigkeit, Gesundheit und Teilhabe an der Gesellschaft. Aus eigener Erfahrung als frühere Lehrerin berichtet sie: "Lehrerin zu sein ist oft anstrengend. Aber Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in die Berufs- und Erwachsenenwelt zu begleiten, vermittelt auch das Gefühl, einer sehr sinnvollen Tätigkeit nachzugehen."

Monika Oebelsberger, Leiterin des Departements Musikpädagogik am Mozarteum Salzburg, meinte: "Lehrerbildung hat an der Universität Mozarteum eine lange Tradition, sowohl in der Musik- als auch in der Kunstpädagogik. Die Ausbildung von exzellenten Lehrern und Lehrerinnen in einem von Musik und Kunst durchwirkten Umfeld hat für alle Absolventen und Absolventinnen einer Musik- und Kunstuniversität enorme Bedeutung. Die Universität Mozarteum sieht folgerichtig in der Ausbildung der Pädagogen und Pädagoginnen ein Kerngeschäft und trägt diesem Umstand Rechnung mit der Einrichtung der School of Music and Arts Education."

Oebelsberger wies darauf hin, dass der Bereich der musisch kreativen Fächer mit der neu angestrebten Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Salzburg im Verbund Mitte eine weitere Stärkung erfährt: Alle musisch-kreativen Fächer werden bereits ab kommendem Wintersemester am Standort Salzburg in vollem Umfang und auf hohem Niveau angeboten. Neben der engen Zusammenarbeit im Lehramtsstudium für die Lehrenden der Sekundarstufe wird auch eine Stärkung der musisch-kreativen Fächer für den Bereich der Primarstufe angedacht: Auch hier ist mit dem Orff-Institut an der Universität Mozarteum eine international hoch angesehene Ausbildungsstätte vorhanden, die durch gezielte Lehrangebote die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule ergänzen kann. Mit diesem Angebot nehme der Standort Salzburg für den Bereich der musisch-kreativen Bildung österreichweit eine führende Position ein und es bleibe zu hoffen, dass es dementsprechende politische Unterstützung geben werde.

Rektorin Regina Brandl von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein meinte, dass der Slogan "Religion ist Privatsache" einer säkularen Gesellschaft zur gefährlichen Ideologie angesichts der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung gerate. Schule müsse auch die religiöse Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und den interreligiösen Dialog als ihre eigene Aufgabe sehen. Dazu brauche es gut ausgebildete Religionslehrerinnen und Religionslehrer.

Brandl: "Die Ausbildung von Religionslehrern und Religionslehrerinnen liegt inhaltlich in der Verantwortung der anerkannten Kirchen und wird in der Primarstufenausbildung von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule - Edith Stein (KPH), die zwei Institute in Salzburg führt, für Studierende der Pädagogischen Hochschule Salzburg mit einem Schwerpunkt im Studiengang Primarstufe angeboten. In der Sekundarstufe Allgemeinbildung zeichnet die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck gemeinsam mit der KPH – Edith Stein für die Ausbildung im Fach Katholische Religion verantwortlich. Gut ausgebildete Religionslehrerinnen und Religionslehrer sind eine wesentliche Voraussetzung im Bildungswesen, um die Fragen von Integration und Begegnung mit den verschiedenen Religionen zu ermöglichen." 160421_113 (lmz/sm)

 

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: 0664/5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.