Clevere Kooperationen für intelligente Materialien

Haslauer: Materialforschung wird Schlüsseldisziplin für Innovationen und ist ein zentrales Element der Wissenschafts- und Innovationsstrategie des Landes

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.05.2016
 

(LK)  Harter Kunstschnee, weicher Neuschnee, eisige Geländekanten, hohe Geschwindigkeit – und dennoch: Der Ski bleibt stabil auf der Piste. Cleveres Design und Hochtechnologie sorgen dafür, dass unerwünschte Vibrationen des Skis in elektrische Energie umgewandelt werden und der Ski den Kontakt mit dem Boden nicht verliert.

Dies ist nur eines von vielen Anwendungsgebieten, in denen Forschung und Industrie im Bereich Smart Materials, also intelligente Materialien, zusammenarbeiten. Smart Materials ist auch eines von fünf zentralen Elementen der Wissenschafts- und Innovationsstrategie (WISS 2025) des Landes Salzburg, die heuer von Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landesrätin Martina Berthold präsentiert wurde (siehe dazu auch die Meldung der Landeskorrespondenz von 18. März 2016, "Salzburgs neue Wissenschafts- und Innovationsstrategie"). Die anderen Schwerpunkte sind Life Sciences, Smart Data and Services, Intelligentes Bauen und Siedlungssysteme sowie Creative Industries und Dienstleistungsinnovationen.

Schlüsseldisziplin für Innovationen

"Die Materialforschung entwickelt sich international immer mehr zur Schlüsseldisziplin für Innovationen", stellte Landeshauptmann Haslauer heute, Mittwoch, 18. Mai, fest. Anwendungsgebiete sind zum Beispiel Energietechnik, Leichtbau, Entwicklung neuer Biomaterialien, Verbindung von synthetischen und natürlichen Materialen oder neuartige Fertigungsverfahren wie den 3D-Druck. "Im Land Salzburg wurde in den vergangenen Jahren durch die Aktivitäten in der Materialforschung an der Universität Salzburg und an der Fachhochschule Salzburg ein Kompetenzbereich geschaffen. Dieser Kompetenzbereich ist für viele Branchen der Salzburger Wirtschaft interessant, da er Antworten und Lösungen für viele Fragestellungen der Unternehmen liefern kann."

Beispiele für erfolgreiche Kooperationen von Forschung und Industrie gibt es etwa vom Salzburger Skierzeuger Atomic. Zuletzt entwickelte Atomic gemeinsam mit der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research einen modernen Touren-Skischuh, der im vergangenen Winter erfolgreich auf den Markt gebracht wurde. "Trotz eigener Forschungsabteilung können wir im Bereich Innovation nicht alles selber leisten. Deshalb suchen wir auch die Zusammenarbeit mit externen Forschungseinrichtungen", erklärte kürzlich Michael Schineis, Geschäftsführer der Atomic Austria GmbH. "Die Wissenschaft hat die Ideen, aber nicht die Instrumente, um sie umzusetzen, also die Produkte zu fertigen. Die Industrie greift die Idee auf und baut einen Prototyp, der in der Praxis getestet und dann gemeinsam zum Endprodukt entwickelt wird."

Einen praktischen Bezug und Ideen zum Wintersport hat auch der Fachbereich Materialforschung und Physik an der Universität Salzburg. Fachbereichsleiterin Nicola Hüsing betonte: "Wir erforschen beispielsweise den grundlegenden Charakter des Skis, die Oberfläche des Skis und wie sich die Werkstoffstruktur auf die Eigenschaften des Skis auswirkt." Und sie beantwortet damit möglicherweise die Frage, warum Marcel Hirscher nie den Bodenkontakt verliert. 160518_51 (grs/jus)

 

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.