Talente-Check zieht Bilanz: 5.000 Schüler getestet

Haslauer: Richtige Maßnahme zur richtigen Zeit, Salzburg als Modellprojekt

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.07.2016
 

(LK)  Das Schuljahr 2015/2016 geht in die Zielgerade, und der "Talente-Check" zieht eine erste Bilanz: Im Herbst 2015 gestartet, haben in den vergangenen zehn Monaten 240 Schulklassen eingecheckt und mehr als 5.000 Schülerinnen und Schüler den Test-Parcours durchlaufen. 82 Prozent der Schulkinder aus den siebenten und achten Schulstufen wurden getestet.

"Das große Interesse zeigt, dass die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit gesetzt wurde", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute, Dienstag, 5. Juli. "Die Verwirklichung dieses bildungspolitischen Erfolgsprojekts, zu der das Land Salzburg die Hälfte der laufenden Kosten beiträgt, ist eine der wichtigsten Maßnahmen dieser Legislaturperiode. Alle haben Talente, doch oft sind diese nicht auf den ersten Blick erkennbar. Der Talente-Check macht Fähigkeiten transparent, zeigt passende Wege auf und steigert damit die Bildungs- und Berufschancen von Jugendlichen." Das sei für Einzelne genauso wichtig wie für die Gesellschaft, denn es werde ein Beitrag dazu geleistet, die derzeit relativ hohe Drop-out-Quote zu senken.

Von jungen Menschen, die ihre Talente kennen und leben, profitiert auch der Wirtschaftsstandort Salzburg. "Die Unternehmen suchen händeringend nach engagierten und motivierten Nachwuchskräften. Und was motiviert mehr, als seinen persönlichen Stärken und Interessen entsprechend agieren zu können?", sagte Wirtschaftskammer-Präsident Konrad Steindl. Die Wirtschaftskammer ließ sich den mehr als 700 Quadratmeter großen Test-Parcours, der als der modernste österreichweit gilt, drei Millionen Euro kosten. Sie hat damit einen Stein ins Rollen gebracht. Nicht nur Schülerinnen und Schüler nahmen den Talente-Check in den vergangenen Monaten in Augenschein. Auch US-Botschafterin Alexa Wesner sowie Delegationen der Handelskammern Luxemburg und Bozen zeigten sich an dem Konzept interessiert und holten sich Anregungen. Auch die Wirtschaftskammer Steiermark setzt ab Herbst 2016 einen Test-Parcours nach dem Salzburger Vorbild um.

Landesschulratspräsident Johannes Plötzeneder: "Die Pädagoginnen und Pädagogen sind unsere wichtigsten Partnerinnen und Partner. Sie sind es, die die Termine koordinieren und die Fahrt zum Talente-Check organisieren. Das ist ein Beweis, dass ihnen ihre Schützlinge und deren weiteres Fortkommen am Herzen liegen." Es sei notwendig, hier an einem Strang zu ziehen und dazu beizutragen, dass die jungen Menschen den richtigen Weg finden. Plötzeneder will in Zukunft auch die Gymnasien noch stärker in das Testverfahren einbinden.

Note 1,1 für den Talente-Check

Moderne Technologien haben neue Berufsbilder geschaffen. Steigende Mobilität führt dazu, dass Ausbildungsstätten nicht mehr im unmittelbaren Nahbereich liegen müssen. Das Bildungsangebot hat sich ausgeweitet, die vielen neuen Bildungsoptionen machen die Wahl oft nicht einfacher, im Gegenteil: Allein in Salzburg können Pflichtschulabgängerinnen und -abgänger aus 60 berufsbildenden Schulen und 197 Lehrberufen wählen. Der Talente-Check versteht sich als Navigator durch die Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten. Bei der Beratung werden Empfehlungen hinsichtlich der jeweiligen Interessen und Fähigkeiten gegeben und Optionen aufgezeigt. Die Entscheidung, in welche Richtung es schlussendlich geht, liegt bei den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern. Die stellen dem Testcenter ein hervorragendes Zeugnis aus. "In einer Umfrage, in der Qualität, Nutzen und Verständlichkeit abgefragt wurden, schnitt der Talente-Check mit der Note 1,1 ab", so Talente-Check-Leiterin Gabi Tischler.

Interessen, Intelligenz und Leistungsvermögen werden bei den Tests genauso abgefragt wie technisches Verständnis oder manuelles Geschick. Knapp vier Stunden dauert der Weg durch den Talente-Parcours. In der Pause wird Energie getankt, und die Boulderwand sowie ein Spiel sorgen für Ablenkung und Entspannung. Nach Abschluss des Tests werden die Ergebnisse und deren Interpretation in Einzelgesprächen mit den Jugendlichen und ihren Erziehungsberechtigten besprochen. Die Beratungen finden – abgesehen von der Stadt Salzburg und dem Flachgau – direkt in den Schulen statt und sind freiwillig. Die Nachfrage ist dennoch groß: 80 Prozent der Eltern und der Schülerinnen und Schüler nahmen sich die Zeit, um sich mit den Psychologen über Talente und passende Weiterbildungswege auszutauschen. Um den Eltern die Wege zu verkürzen, touren fünf Psychologen durch das Land und machen an den Schulen Halt. Allein in diesem Schuljahr haben sie insgesamt 11.300 Kilometer zurückgelegt. Das entspricht in etwa der Luftlinie zwischen Österreich und Australien. Die Schulen nehmen das kostenlose Angebot gerne an, weil sie sehen, wie sehr die Jugendlichen davon profitieren. 160705_55 (grs/ram)

Weitere Informationen: Thomas Kerschbaum, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2332, Mobil: +43 664 1020564, E-Mail: thomas.kerschbaum@salzburg.gv.at.