Forderungspapier der Bayern zum Flughafen ist sehr politisch motiviert

Stöckl: "Würde den Flughafen und die gesamte Region wirtschaftlich massiv treffen"

Salzburger Landeskorrespondenz, 14.07.2016
 

(LK) "Dass einige bayerische Politikerinnen und Politiker gerade jetzt ein völlig überzogenes Forderungspapier zum Salzburger Flughafen verfassen, kommt mir als Läufer so vor, als würde jemand einen Marathonlauf zwei Kilometer vor dem Ziel ohne ersichtlichen Grund einfach abbrechen. Im Gremium des 'BürgerInnenbeirates Flughafen Salzburg' (BBFS) und seinen Arbeitsgruppen wurden viele konstruktive Vorschläge erarbeitet und wir legen derzeit gerade fest, welche umgesetzt werden können. Ich verwehre mich mit aller Deutlichkeit dagegen, dass die bayerische Seite jetzt die Arbeit des Beirats, in dem sie selber mitgearbeitet hat, schlecht redet. Es waren immerhin die bayerischen Vertreter, die den konsensualen Weg vor wenigen Wochen einseitig und ohne Vorankündigung verlassen haben." Das sagte heute, Donnerstag, 14. Juli, der Aufsichtsratsvorsitzende des Salzburger Flughafens, Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

"Der BBFS und seine Arbeitsgruppen haben innerhalb der vergangenen zwei Jahre sehr gute Arbeit geleistet. Im Besonderen ist es gelungen, hundertprozentige Transparenz hinsichtlich der Verkehrs- und Lärmdaten zu schaffen und eine noch nie da gewesene Vertrauensbasis zwischen dem Salzburger Flughafen und seinen Anrainern herzustellen. Dass die bayerischen Vertreter genau in einer Phase, in der das Licht am Ende des Tunnels immer größer wurde, unerwartet aus dem BBFS ausgetreten sind, habe ich öffentlich bereits mehrmals bedauert. Selbstverständlich stehen die Türen aber weiterhin offen", so Stöckl.

"Aus meiner Sicht ist die Vorgangsweise der Bayern sehr politisch motiviert und sie trifft nicht nur den Salzburger Flughafen, sondern die gesamte Region - und zu der zählt bekanntlich auch der bayerische Raum wirtschaftlich massiv. Es ist geradezu paradox, dass die Unterzeichner des Forderungspapiers öffentlich kundtun, dem Salzburger Flughafen nicht schaden zu wollen, wenn zugleich die Umsetzung der niedergeschriebenen Forderungen den wirtschaftlichen Niedergang des Flughafens bedeuten würde", so der Aufsichtsratsvorsitzende, der auch daran erinnert, dass rund 30 bis 40 Prozent der Passagiere, die den Salzburger Flughafen nutzen, aus dem deutschen Bundesgebiet stammen.

Das Positionspapier ist laut Stöckl unsachlich, emotional und auf Basis von Aussagen und Daten erstellt, die aus einer Zeit weit vor dem BBFS stammen. "Keiner hat sich offenbar die Mühe gemacht, die auf der Webpage des BBFS veröffentlichten Protokolle der Sitzungen und Arbeitsgruppen zu lesen, denn dort ist die äußerst positive Entwicklung der Arbeit des BBFS klar dokumentiert", betonte Stöckl.

"Die Unterzeichner des Positionspapiers und all jene deutschen und österreichischen Politikerinnen und Politiker, die das Papier erhalten haben, werden von mir eine sehr detaillierte, sachliche und fachlich fundierte Antwort auf das Papier und seine Anhänge erhalten. Die Verfasser des Positionspapiers werden dann wohl umdenken müssen!", so Stöckl abschließend. 160714_25 (lmz/kg)

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.