Unterstützung für Pflichtschuldirektoren

Haslauer: Maßnahmenpaket zur Attraktivierung des Schulleiterberufes wirkt

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.08.2016
 

(LK)  Die Funktion einer Schulleiterin oder eines Schulleiters im Pflichtschulbereich ist aufgrund häufiger Unterrichts- und Supplier-Verpflichtung, ständig steigendem Verwaltungsaufwand sowie der großen Verantwortung eine herausfordernde Aufgabe. Dafür wurden in den vergangenen Jahren immer weniger Bewerberinnen und Bewerber gefunden.

Aus diesem Grund hat der für Bildung zuständige Landeshauptmann Wilfried Haslauer ein Maßnahmenpaket geschnürt. Dies zeigt nun seine Wirkung. Konkret wurde das Bestellungsverfahren für Schulleiterinnen und -leiter neu gestaltet und ein Projekt zur administrativen Entlastung von Pflichtschuldirektorinnen und -direktoren durch Sekretariatskräfte in Zusammenarbeit mit den Schulerhalter-Gemeinden umgesetzt.

Das Bestellungsverfahren für Schulleiterinnen und -leiter an Pflichtschulen in Salzburg wurde anlässlich der Abschaffung der Bezirksschulräte im Herbst 2014 grundlegend neu geregelt. Dabei wurde vor allem das Mitentscheidungsrecht der Schulen durch die Schulgremien und die Gemeindevertretung deutlich ausgebaut. Hinzugekommen ist nun, dass an Schulen mit bis zu zehn Lehrkräfte-Planstellen bundesweit die Leitung nur mehr betraut werden kann. Somit hat sich die Verfahrensdauer für die Auswahl von Schulleiterinnen und -leitern an diesen Schulen von mehr als 200 auf weniger als 90 Tage reduziert. Um die Betrauung objektiv und transparent zu gestalten, wurde ein vereinfachtes Auswahlverfahren entwickelt. Dieses sieht vor, dass frei werdende Leitungsstellen einheitlich ausgeschrieben werden und ein Hearing mit den Bewerberinnen und Bewerbern stattfindet.

Da durch ein neues Verfahren zur Findung von Schulleiterinnen und -leitern allein aber nicht mehr Bewerberinnen und Bewerber gewonnen werden können, wurde auch ein Projekt zur administrativen Unterstützung gestartet. Das ist nun landesweit an bereits 60 Prozent der Pflichtschulen und in drei Bezirken nahezu vollständig ausgebaut.

"Schulleiterinnen und -leiter an Pflichtschulen haben nicht nur eine große Verantwortung, sondern vor allem auch viel Verwaltungsarbeit zu erledigen", so Haslauer. "Um sie im administrativen Bereich zu unterstützen und ihnen damit wieder mehr Zeit für die pädagogische Arbeit und die Eltern zu geben, hat das Land Salzburg gemeinsam mit den Gemeinden ein Projekt zur Verwaltungsunterstützung von Pflichtschulleiterinnen und -leitern gestartet. Dabei schließen sich je nach Größe der Schule mehrere Schulstandorte zusammen und teilen sich eine Sekretariats-Arbeitskraft, die von Land und Gemeinde finanziert wird."

Im September werden nun zehn weitere Sekretariats-Stellen für den Flachgau ausgeschrieben. Damit sind ab November insgesamt 46 Sekretärinnen in 71 Gemeinden an knapp 60 Prozent der Pflichtschulen im Land tätig und unterstützen die Schulleiterinnen und -leiter bei ihrer herausfordernden Arbeit. Somit verfügen im Flachgau 83 Prozent der Pflichtschulen über Unterstützung von Sekretärinnen. Dieser Anteil ist nur im Pinzgau mit 97 Prozent und im Lungau mit 96 Prozent höher. Die Kosten dafür teilen sich Land und die jeweiligen Gemeinden, die sich freiwillig für eine Teilnahme entscheiden. Vom Land ist mit jährlich bis zu 900.000 Euro für einen landesweiten Vollausbau des Projekts vorgesorgt. Bis zum Schuljahr 2017/2018 wäre ein flächendeckender Einsatz von Sekretariats-Arbeitskräften an den Salzburger Pflichtschulen möglich. Damit ist auch ein Qualitätsschub durch einen stärkeren Fokus auf die pädagogische Arbeit und den Kontakt zu den Eltern möglich.

Arbeitsmarktpolitisches Vorzeigeprojekt

Die Sekretariatskräfte sind bei der Frau und Arbeit GmbH halbtägig angestellt und stehen den Schulen über ein Jahresarbeitszeitmodell während der Schulzeit mit 25 Wochenstunden zur Verfügung.

"Das Projekt ist auch ein arbeitsmarktpolitisches Vorzeigeprojekt für den Wiedereinstieg von Frauen, die nach einer Karenzzeit wieder arbeiten möchten. Vor allem die landesweite Verteilung der Stellen in den Bezirken und die familienfreundlichen Arbeits- und Ferienzeiten machen diese Tätigkeit für Frauen sehr attraktiv. Das zeigen auch die Zahlen von bis zu 80 Bewerbungen auf eine Stelle", so Haslauer. 160830_54 (lmz/grs)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.