Saalachspitz wieder sicher und als Naherholungsgebiet aufgewertet

Rössler und Schwaiger: Hochwasserschutz bringt Sicherheit und Mehrwert für Mensch und Natur durch ökologische Maßnahmen

Salzburger Landeskorrespondenz, 20.10.2016
 

(LK)  Dringender Handlungsbedarf bestand nach dem Hochwasser 2013 an der Saalach im Bereich der Mündung in die Salzach. Regulierungsmaßnahmen, Wasserkraftnutzung und letztendlich das schwere Hochwasserereignis am 2. Juni 2013 führten zu unkontrollierten Eintiefungen der Flusssohle und Erosionen an den Ufern der Saalach.

Deshalb investierte der Bund zur Behebung der Hochwasserschäden und zur Neugestaltung des Saalachspitzes im Norden der Stadt Salzburg zwischen 2014 und 2015 insgesamt 3,8 Millionen Euro, davon 1,8 Millionen Euro für ökologische Maßnahmen. 30 Gebäude und wichtige Infrastrukturleitungen, wie die Gashochdruckleitung der Salzburg AG, werden dadurch geschützt. Neben der erhöhten Sicherheit profitieren Natur und Mensch auch durch die Aufwertung des Naherholungsgebiets.

Das Saalach-Projekt ist ein Vorzeige-Beispiel, wie sich Maßnahmen für den Hochwasserschutz und flussökologische Maßnahmen zum Vorteil aller verbinden lassen. Es ist eines von insgesamt 22 ausgewählten gelungenen ökologischen Maßnahmen bei Hochwasserschutzprojekten, die in der aktuellen Broschüre "Ökologie im Hochwasserschutz. Eine Reise an den Flüssen Salzburgs" kompakt und bebildert zusammengefasst sind. Die Broschüre kann unter der E-Mail-Adresse schutzwasserwirtschaft@salzburg.gv.at kostenlos bestellt werden.

Naherholungsgebiet Saalachspitz aufgewertet

Auf einer Länge von 550 Metern wurde die Saalach auf bis zu 25 Meter zusätzlich aufgeweitet. Der Uferschutz wurde auf einer Länge von 900 Metern zur Schaffung von weichen erosionsfähigen Ufern entfernt. Damit nichts außer Kontrolle geraten kann, wurden Sicherungsmaßnahmen landeinwärts vorgesehen. Es entstanden neue Gewässerstrecken auf einer Länge von 1,2 Kilometern. So wurde auch das Naherholungsgebiet Saalachspitz aufgewertet.

Im Bereich der Kanalquerung des Reinhalteverbandssammlers in der Salzach wurde eine Rampe zur Stützung des Kanals errichtet. Diese Rampe ist für Fische, zum Beispiel den Huchen, nicht passierbar. Um den Fischzug wieder ungehindert zu ermöglichen, wurde ein großzügiges Umgehungsgerinne geschaffen.

"Hochwasserschutz im Land Salzburg bedeutet schon seit vielen Jahren sowohl erhöhte Sicherheit für die Bevölkerung als auch Mehrwert für Mensch und Natur durch Investitionen in ökologische Maßnahmen", betonten heute, Donnerstag, 20. Oktober, Naturschutzreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler und Wasserwirtschafts-Landesrat Josef Schwaiger dazu.

Saalachspitz neu in bewegten Bildern

Über die Entstehung eines neuen Lebensraumes am Saalachspitz hat das Landes-Medienzentrum ein Video produziert. Dokumentiert sind darin die umfangreichen Hochwasserschutz- und Renaturierungsmaßnahmen in der Au, an den Ufern und unter der Oberfläche. Flugaufnahmen vermitteln einen Einblick in ein Naturjuwel aus einzigartiger Perspektive. Gezeigt wird auch der neu entstandene Lebens- und Freizeitraum. Das Video steht im Youtube-Kanal des Landes zur Verfügung.

22 gelungene Hochwasserschutzprojekte im Überblick

In diese 22 ausgewählten Hochwasserschutzprojekte aus den vergangenen 15 Jahren wurden insgesamt 119 Millionen Euro investiert, davon 25 Millionen Euro in Maßnahmen mit ökologischer Wirkung, das sind im Durchschnitt 21 Prozent. Aus der Stadt Salzburg sind in dieser Broschüre zwei Projekte beschrieben. Für diese zwei Projekte flossen insgesamt 12,9 Millionen Euro, davon 4,6 Millionen für ökologische Maßnahmen, das sind 35,7 Prozent.

Dabei handelt es sich neben dem Projekt am Saalachspitz um Hochwasserschutz- und Sanierungsmaßnahmen am Alterbach und Söllheimerbach im Norden der Landeshauptstadt. Hier wurden in zahlreichen Maßnahmen von 1989 bis 2004 insgesamt 9,1 Millionen Euro ausgegeben, davon 2,8 Millionen Euro für ökologische Maßnahmen. 161020_51 (grs/sm)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at, und Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.