Ab Sommer 2017 keine Roaming-Gebühren mehr

Extrablatt aus Brüssel: Wenn Beratungen auf EU-Ebene planmäßig verlaufen, wird Roaming wie zu Hause möglich

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.10.2016
 

(LK)  Die EU-Kommission hat mit dem Vorschlag für ein "Roaming wie zu Hause" ein neues Konzept vorgelegt. Dies soll es ermöglichen, dass Kundinnen und Kunden inländische Preise zahlen, und zwar unabhängig davon, wo sie in der EU reisen. Geplant ist, dass das Konzept für "Roaming wie zu Hause" ab Juni 2017 für alle europäischen Reisenden Wirklichkeit wird. Darüber berichtet ein aktuelles Extrablatt aus dem Salzburger EU-Verbindungsbüro in Brüssel.

Seit zehn Jahren haben sich EU-Kommission und Europäisches Parlament dafür eingesetzt, die Auslandsaufschläge von Telekommunikationsbetreibern für mobile Telefoniedienste (Roaming) zu senken. Von 2007 bis heute sind die Roaming-Preise in der EU so um insgesamt gut 90 Prozent gesunken. Wenn die Beratungen auf EU-Ebene planmäßig verlaufen, kann der Vorschlag der Kommission für eine vollständige Abschaffung der Roaming-Gebühren auf dem EU-Binnenmarkt am 15. Juni 2017 in Kraft treten und für alle Europäerinnen und Europäer Wirklichkeit werden.

Der Vorschlag zu einem "Roaming wie zu Hause" basiert auf dem Prinzip des Wohnortes oder der stabilen Bindung, die die Nutzerinnen und Nutzer zu einem EU-Mitgliedstaat haben. Reisende, die eine SIM-Karte aus einem Mitgliedstaat besitzen, in dem sie gemeldet sind oder in dem sie eine so genannte stabile Bindung haben, sollen ihr mobiles Gerät in jedem anderen EU-Land zu den gleichen Konditionen wie daheim nutzen können. Unter einer stabilen Bindung fallen beispielsweise Pendlerinnen und Pendler und Grenzgänger, die sich regelmäßig in ihrem Herkunftsland aufhalten, sowie Erasmus-Studierende. Die Bestandteile von Endverbraucher-Mobilfunkverträgen sollen umfassend verfügbar sein (zum Beispiel Telefonate, Versenden von Textnachrichten, Datenvolumen etc.).

Erhofft werden von der Abschaffung der Gebühren für Roaming-Dienste auch positive Effekte für die Wirtschaft auf dem EU-Binnenmarkt. Anbieter von Telekommunikationsdiensten sollen künftig nur noch dann einschreiten können, wenn festgestellt wird, dass eine Kundin oder ein Kunde den Anschluss ausschließlich für Gratis-Roaming im Ausland nutzt.

Das Extrablatt kann heruntergeladen oder kostenlos per E-Mail an bruessel@salzburg.gv.at abonniert werden. Weitere Informationen gibt es auf den Europaseiten des Landes und auf dem Facebook-Auftritt des Salzburger EU-Verbindungsbüros in Brüssel. 161021_60 (sm/grs)

Weitere Informationen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735.