Studie zur Trinkwasserversorgung im Oberpinzgau präsentiert

Schwaiger: Handlungsbedarf bei der Erhöhung der Versorgungssicherheit

Salzburger Landeskorrespondenz, 8.11.2016
 

(LK)  Am Fuße der Krimmler Wasserfälle präsentierten heute, Dienstag, 8. November, Landesrat Josef Schwaiger und Autor Manfred Nagl eine Studie zur künftigen Ausrichtung der Trinkwasserversorgung im Oberpinzgau, die gemeinsam mit dem Referat Allgemeine Wasserwirtschaft, den Gemeinden sowie den Wasserversorgern erarbeitet wurde.

Basis dafür war das Regionalprogramm "Oberpinzgau", welches ein moderates Bevölkerungswachstum von derzeit 22.100 auf 24.000 Bewohnerinnen und Bewohner im Jahr 2030 vorsieht sowie eine deutliche Erhöhung des Qualitätstourismus mit einer Steigerung der Nächtigungszahlen von 1,85 Millionen (2013) auf zukünftig 2,63 Millionen Nächtigungen pro Jahr.

"Eine Voraussetzung für diese dynamische Entwicklung der Region ist die nachhaltige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung. Mit dem Vorliegen dieser Studie sind die Stärken, aber auch die Schwächen der Trinkwasserversorgungsanlagen und der Handlungsbedarf in der Region sichtbar. So werden Investitionen in die Erhöhung der Versorgungssicherheit nötig. Dazu gehört die Vergrößerung der Hochbehältervolumina oder die Fassung neuer Quellen und Brunnen", betonte Landesrat Josef Schwaiger bei der Präsentation der Studie.

Das Bearbeitungsgebiet der Studie umfasste die Gemeinden des Regionalverbandes Oberpinzgau (Niedernsill, Uttendorf, Stuhlfelden, Mittersill, Hollersbach, Bramberg, Neukirchen, Wald und Krimml). Aufgrund eines bestehenden Wasserverbundes mit Niedernsill wurde auch die Gemeinde Piesendorf miteinbezogen. Bei der Studie wurden insgesamt 20 Hauptwasserversorger eingeladen, über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren sowohl die Quellschüttungen als auch den Wasserbedarf genau über Messeinrichtungen zu dokumentieren. Die jeweiligen Anlagensysteme wurden genau erfasst und die Messergebnisse in Wasserbilanzen analysiert.

Ergebnisse der Studie im Überblick

Die technischen Anlagen der Wasserversorgung entsprechen mit einer Ausnahme im Wesentlichen dem Stand der Technik. Die durch Hochbehälter bereitgestellte Betriebsreserve (in der Regel für einen Tag) ist mit fünf Ausnahmen ausreichend hoch. Im Zuge der Studie haben bereits neun Wasserversorger ihre technischen Messeinrichtungen für Quellschüttung, Wasserverbrauch und Alarmmeldung nachgerüstet. Bei vier Anlagen besteht noch Handlungsbedarf.

Als Wasserspenden werden praktisch ausschließlich Quellen mit sehr unterschiedlich hohen Mindestschüttungen genutzt. Als einzige Großquelle im Oberpinzgau ist die Blauseequelle mit einer Mindestschüttung von 70 Liter pro Sekunde zu nennen. Ein Großteil der Wasserversorgungsanlagen besitzt ausreichend Wasser mit mehr oder weniger hohen Zukunftsreserven. Bei drei größeren, touristisch geprägten Versorgungsgebieten sind allerdings keine Reserven für zukünftige Erweiterungen oder Verbrauchssteigerungen vorhanden, sodass dort entsprechender Handlungsbedarf besteht.

Die genutzten Wasserspenden weisen mit sehr wenigen Ausnahmen stets eine einwandfreie Trinkwasserbeschaffenheit auf. Die Einzugsgebiete sind durchwegs durch Schutzgebietsausweisungen gesichert. Bei zwei größeren Quellen fehlen allerdings entsprechende Schutzgebiete, für mehrere kleinere Quellen wurden Adaptierungen empfohlen.

Die Versorgungssicherheit wurde anhand der Aspekte Mengenreserve, Wasserqualität, Schutzgebiet, Messtechnik, Betriebsreserve sowie Ausfall eines wesentlichen Anlagenteiles beurteilt. Als kritischstes Kriterium zeigte sich dabei die oft nicht vorhandene Kompensationsmöglichkeit bei Ausfall eines Anlagenteiles, zum Beispiel einer Quellzuleitung. Insgesamt wurden vier Anlagen mit hoher Versorgungssicherheit, elf mit mittlerer Versorgungssicherheit und fünf mit vergleichsweiser geringer Versorgungssicherheit bewertet. Bei einigen Anlagen wurden bereits Verbesserungsmaßnahmen in die Wege geleitet.

Eine maßgebliche Verbesserung kann generell die Vernetzung einzelner Wasserversorgungsanlagen (Wasserverbund) für gegenseitige Notversorgungszwecke bewirken. Dazu ist ein grundsätzliches Denken über die eigene Versorgungsanlage hinaus und auch über Gemeindegrenzen hinweg erforderlich. Sinnvolle Wasserverbundmöglichkeiten wurden dargestellt.

Fazit der Studie

Den Studienergebnissen zufolge liegt folgender Handlungsbedarf vor: Investitionen in die Erhöhung der Versorgungsicherheit durch mehrere "Standbeine", Vergrößerung der Hochbehältervolumina oder die Fassung neuer Quellen und Brunnen. "Diese Studie ist die Basis für das weitere gemeinsame Arbeiten an der Sicherung der Trinkwasserversorgung im Oberpinzgau. Sie kann als eine Art Handbuch für die Wasserversorger in den kommenden Jahren dienen. Ich freue mich über die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Wasserversorgern der Region. Ich bedanke mich für das Herzblut, das die Studienautoren in das Zustandekommen dieses Werkes investiert haben. Dem Oberpinzgau wünsche ich eine dynamische, zielgerichtete und erfolgreiche Entwicklung auf der Basis einer zukunftssicheren technischen Infrastruktur", so Landesrat Schwaiger abschließend. 161108_30 (jus/ram)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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