Größtes Hochwasserschutzprojekt des Landes fertiggestellt

Schwaiger: 18 Millionen Euro wurden in Hallein an der Salzach und am Almbach investiert

Salzburger Landeskorrespondenz, 14.11.2016
 

(LK)  Überflutungen an der Salzach und am Almbach, erhebliche Schäden und ein Todesopfer waren die Bilanz des Hochwassers 2002 in Hallein. Umfangreiche Untersuchungen und Lösungsansätze folgten, bis im Jahr 2010 der Umbau des Kraftwerks Sohlstufe Hallein und schließlich 2011 das größte Hochwasserschutzprojekt des Landes mit fünf Jahren Bauzeit und Investitionen von 18 Millionen Euro in die Sicherheit der Bevölkerung gestartet wurde. Heute, Montag, 14. November, zogen Landesrat Josef Schwaiger und Bürgermeister Gerhard Anzengruber Bilanz über die nun abgeschlossenen Bauarbeiten.

"Der Abschluss des bisher größten Hochwasserschutzprojekts im Land Salzburg zeigt, was möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen und dasselbe Ziel vor Augen haben – nämlich den Schutz der Menschen vor verheerenden Katastrophen wie dem Hochwasser 2002, das sogar ein Menschenleben gefordert hat", sagte Landesrat Schwaiger. "Jeder Euro, der hier investiert wurde, ist ein Gewinn an Sicherheit für die Menschen und an Entwicklungsmöglichkeiten für die Bezirkshauptstadt. Dass der Hochwasserschutz wirkt, haben das Jahrhunderthochwasser 2013 und das Hochwasserereignis 2014 gezeigt: In Hallein waren kaum nennenswerte Schäden zu verzeichnen."

"Das Projekt war von Beginn ein wesentlicher Bestandteil meiner politischen Arbeit und wird es auch weiterhin bleiben, um den Schutz der Halleiner Bevölkerung vor Überschwemmungen wirksam zu erhöhen. Hochwasserschäden wie im Jahr 2002 werden in Zukunft ausbleiben", betonte Bürgermeister Anzengruber, der sich bei allen am Projekt Beteiligten, beim Projektpartner Salzburg AG und bei den Projektleitern Dominik Rosner (Land Salzburg) und Peter Gumpold (Stadt Hallein) sowie Bundesminister Andrä Rupprechter bedankte. "Sie haben einen wesentlichen Beitrag für mehr Sicherheit und Lebensqualität und damit für ein lebenswertes Hallein geleistet."

"Der Schutz vor Naturgefahren zählt zu den wichtigsten Aufgaben meines Ressorts", erklärte Bundesminister Rupprechter. "Die Maßnahmen an der Salzach im Stadtgebiet von Hallein verbessern den Hochwasserschutz für Bewohnerinnen und Bewohner, Häuser, Objekte und Infrastruktureinrichtungen und wirken sich positiv auf die Gewässerstabilität aus. Gleichzeitig wird mit den Maßnahmen ein bedeutender, stadtnaher Lebensraum für Mensch und Natur deutlich aufgewertet."

Umfassender Schutz für Hallein

Der Hochwasserschutz Salzach-Hallein besteht aus einer Kombination von flussbaulichen Maßnahmen wie Buhnen und Aufweitungen, Dämmen, Mauern und insgesamt acht Pumpwerken an Salzach und Almbach zur geordneten Hinterlandentwässerung. Durch entsprechende gestalterische Maßnahmen wurden die Schutzbauten bestmöglich in das Stadtbild integriert und der Zugang für die Menschen zum Gewässer an mehreren Stellen deutlich verbessert.

Durch die Baumaßnahmen werden in Hallein 250 Wohnobjekte und 70 Betriebsobjekte geschützt. Die installierten Pumpen zur Hinterlandentwässerung verfügen über eine Gesamtleistung von rund 8.600 Litern in der Sekunde. Es wurden insgesamt 2,7 Kilometer Schutzmauern an der Salzach und 1,1 Kilometer Mauern am Almbach errichtet.

Die Gesamtprojektkosten für den Hochwasserschutz an Salzach und Almbach betragen voraussichtlich 18 Millionen Euro. Davon finanziert das Bundesministerium 13 Millionen, das sind 84 Prozent. Den Rest teilen sich das Land Salzburg und die Stadtgemeinde Hallein.

"Kein Grund dafür, sich jetzt auszuruhen", ist das für Landesrat Schwaiger. "Noch sind nicht alle von Hochwasser bedrohten Regionen in Salzburg mit dem entsprechenden Schutz ausgestattet. Ich bin überzeugt, dass wir auch die noch laufenden Großprojekte im Hochwasserschutz erfolgreich umsetzen können, wenn die Zusammenarbeit aller Beteiligten so gut funktioniert wie hier in Hallein."

Auch Bürgermeister Anzengruber betonte, dass in den kommenden Jahren noch viel Arbeit warte. "Beim Hochwasserschutz der Altstadt vor dem Kothbach, die sogenannte Hinterlandentwässerung, sind wir im Zeitplan. Die behördliche Genehmigung erwarten wir bis zum Frühjahr 2017. Den Hochwasserschutz für die Stadtteile Au-Taxach-Rif haben wir ebenfalls auf der Agenda. Allerdings ist hier die Herausforderung aufgrund verschiedener Einflussfaktoren sehr komplex."

Die Bauabschnitte im Detail

Vorarbeiten durch die Salzburg AG (2010 bis 2011): Mit dem Ziel, die Salzachsohle im Stauraum Hallein dauerhaft abzusenken, wurde im Vorfeld der eigentlichen Hochwasserschutzmaßnahmen eine Wehrfeldabsenkung beim Kraftwerk Sohlstufe Hallein durch die Salzburg AG durchgeführt.

Bauabschnitt 1 (2011 bis 2012): Um eine Sohlabsenkung dauerhaft auch im oberen Staubereich zu ermöglichen und zur strukturellen Verbesserung der Salzach in Hallein, wurden beim ersten Bauabschnitt unter Beteiligung der Salzburg AG Buhnen errichtet und eine umfangreiche Geschieberäumung durchgeführt.

Bauabschnitt 2, Hochwasserschutz Altstadt und Errichtung Pumpwerke 1 bis 3 (2012 bis 2013): Bei diesem Bauabschnitt wurden Dämme und Mauern zwischen der Stadtbrücke und dem Pernerinsel-Spitz errichtet. Außerdem wurden drei Pumpwerke am linken Salzachufer zur Sicherstellung einer geordneten Hinterlandentwässerung errichtet.

Bauabschnitt 3, Hochwasserschutz Stadtpark und Almbachmündung, Errichtung Pumpwerke 4 und 5 (2013 bis 2014): Bei diesem Bauabschnitt erfolgte die bauliche Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich des Stadtparks, der Salzachbucht und der Almbachmündung. Außerdem wurden am rechten Salzachufer zwei weitere Pumpwerke errichtet. Diese dienen der Abfuhr von Zubringergewässern und sonstigen Wässern aus dem Hinterland im Falle eines Hochwassers.

Bauabschnitt 4, Hochwasserschutz Wessel-Promenade und Steinhauser-Promenade (2014 bis 2015): Beim vierten Bauabschnitt wurden Mauern entlang der Wessel- und der Steinhauser-Promenade (rechtes Ufer) samt Entwässerungskanälen errichtet. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Stahlbetonmauern. Diese werde so ausgeführt, dass Sitzmöglichkeiten an und Übergänge zur Salzach entstehen. Die Hinterlandentwässerung erfolgt über die bereits im Bauabschnitt 3 errichteten Pumpwerke 4 und 5.

Bauabschnitt 5, Hochwasserschutz Rainer-Kai und Pingitzer-Kai (2015 bis 2016): Mit der baulichen Umsetzung der Hochwasserschutzbauten am Rainer-Kai und am Pingitzer-Kai (linkes Salzachufer) im fünften Bauabschnitt erfolgte der Lückenschluss der Schutzbauten an der Salzach in Hallein und somit der Gesamtprojektabschluss. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Schutzmauern unmittelbar am Salzachufer sowie Strukturbuhnen zwischen der Neumayer-Brücke und der Stadtbrücke. Die Entwässerung des Hinterlandes entlang des Rainer-Kais erfolgt über das bereits errichtete Pumpwerk 1 am Rainer-Kai.

Hochwasserschutz Almbach – Hallein: Der Almbach ist der größte Zubringer der Salzach im Gemeindegebiet von Hallein. Neben den Maßnahmen an der Salzach wurden parallel auch Hochwasserschutzmaßnahmen am Almbach (Oberalm) errichtet. Dieser Bauteil umfasst beide Ufer des Almbaches von der Mündung bis zur Autobahnbrücke. Es handelt sich dabei um Mauern und Dämme im Bereich der Hühnerau, der Tischlerei Stadler sowie Maßnahmen im Mündungsbereich in die Salzach. Die Hinterlandentwässerung wird auch hier bei Hochwasser durch zwei stationäre Pumpwerke aber auch mobile Pumpen gewährleistet. 161114_51 (grs/sm)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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