Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum

Rössler: Lebewesen sollten nicht verschenkt werden

Salzburger Landeskorrespondenz, 02.12.2016
 

(LK)  Bald ist es wieder so weit: Weihnachten steht vor der Tür. Viele Menschen stellen sich bereits seit Wochen die Frage, was sie ihren Lieben in diesem Jahr schenken sollen. Wem die Entscheidung schwerfällt, dem bleibt am Ende oft nur ein Spontankauf. Dabei fällt die Wahl schnell auf das Falsche. Doch einen unliebsamen Pullover kann der Beschenkte problemlos umtauschen – ein Haustier nicht. "Ein Tier bindet sich an seine Bezugsperson und leidet bei einem Besitzerwechsel. Wir können ihm, im Gegensatz zu einem Menschen, nicht erklären, weshalb sein Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wird", so Landeshauptmann-Stellvertreterin und Tierschutzreferentin Astrid Rössler heute, Freitag, 2. Dezember.

Leider können viele Menschen leuchtenden Kinderaugen nur schwer widerstehen und geben dem Wunsch nach einem Haustier unüberlegt nach. Auch zu Mitleidskäufen lassen wir uns in der besinnlichen Weihnachtszeit erfahrungsgemäß schneller hinreißen. Oft werden Hund, Katze oder Kaninchen deshalb voreilig angeschafft – nicht selten zum Leidwesen des Tieres. "Ein Tier ist ein Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen. Es sollte durch das Verschenken nicht zu einem Gebrauchsgegenstand degradiert werden", so Rössler weiter.

Ohne das nötige Vorwissen werden Zeit- und Kostenaufwand bei Haustieren häufig unterschätzt. Der Welpe, der zunächst niedlich war, wird nicht sofort stubenrein oder muss plötzlich zum Tierarzt. Wenn der Alltag nach den Feiertagen wieder einkehrt, wird das Tier bald zur Belastung. Vor allem Kinder können die Pflichten, die mit einem Haustier verbunden sind, oft noch gar nicht richtig einschätzen. Gerade bei einem Überraschungsgeschenk besteht zudem die Möglichkeit, dass das Tier gar nicht den Vorstellungen des Beschenkten entspricht. Was folgt, ist meist die Abgabe. Nach Weihnachten und Neujahr verzeichnen viele Tierheime eine regelrechte Rückgabewelle. Im schlimmsten Fall setzen überforderte Halter die ungewollten Vierbeiner aus, auch wenn es sich dabei in Österreich um einen Straftatbestand handelt. Bei eisigen Temperaturen haben gerade Welpen, Kätzchen und Kleintiere kaum eine Chance, wenn sie nicht rechtzeitig gefunden werden.

Um Enttäuschung bei allen Beteiligten zu vermeiden, ist es wichtig, sich vor dem Tierkauf umfassend zu informieren. Es gilt abzuschätzen, ob man für die ausgewählte Tierart ein Tierleben lang die erforderliche Fürsorge und geeignete Haltungsbedingungen bieten kann. Dazu sind neben Futter und Anschaffung von Heimtierbedarf auch die tierärztliche Versorgung und die Pflege des Tieres als fixe Kostenpunkte einzurechnen. Auch folgende Punkte sind beispielsweise zu überlegen: Wer übernimmt in der Familie welche Pflichten der Tierpflege? Wer sorgt notfalls für den tierischen Schützling, wenn die Familienmitglieder ausfallen? Wohin mit dem Tier, wenn die ganze Familie auf Urlaub fährt?

Keinesfalls sollte man sich zu Spontankäufen von Tieren aus dem Internet hinreißen lassen. Häufig bieten unseriöse Händler massenhaft Tiere an, die jedoch nicht selten zu jung und krank sind. Hohe Tierarztkosten oder die Gefahr, sich selber durch den Kauf eines illegal importierten Tieres strafbar zu machen, sollten jeden davon abhalten, sich ein Tier wie ein Kleidungsstück im Internet zu bestellen.

Wer sich vorab mit den Bedürfnissen des Tieres beschäftigt, vermeidet Fehlentscheidungen und kann eine artgerechte Haltung gewährleisten. Wichtig ist hierbei, die ganze Familie in die Entscheidung mit einzubeziehen. So werden alle dauerhaft Freude mit dem neuen Familienmitglied haben, auch ohne, dass es zuvor unter dem Weihnachtsbaum saß. 161202_110 (rb/kg)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

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