Älteste Standseilbahn Österreichs wird saniert

Stöckl: Land investiert 250.000 Euro in den Reißzug auf die Festung / Sechs regionale Betriebe mit Modernisierung beauftragt

Salzburger Landeskorrespondenz, 14.04.2017
 

LK) Der Reißzug auf die Festung Hohensalzburg, der als älteste Standseilbahn Österreichs gilt, wird nun saniert. Er führt seit mehr als 500 Jahren hinter dem Stift Nonnberg auf die Festung und versorgt diese auch heute mit dem Nötigsten und ist somit noch immer die "Lebensader" für Salzburgs Wahrzeichen. "Die Materialseilbahn war und ist für die Versorgung der Festung unerlässlich. Besonders im Winter, wenn die Festung von sämtlichen Transportwegen abgeschnitten ist", so Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl heute, Freitag, 14. April. Das Land Salzburg investiert in die Modernisierung 250.000 Euro. Sechs Betriebe aus der Region werden dabei die Arbeiten durchführen.

"Der Reißzug wird wochentags rund zehn- bis 15-mal täglich für die Versorgung mit Lebensmitteln oder Baumaterial und für die Entsorgung des Mülls in Betrieb genommen", erläuterte Manfred Stempfer von der Festung Hohensalzburg. Allein für die Getränke, wie etwa das Bier für die Burgschänke und das Festungsrestaurant, seien im Hochsommer bis zu zwei Fahrten nötig.

Pferde, Ochsen oder auch Häftlinge als Motor

Die Standseilbahn geht auf die Zeit von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach (um 1460) zurück. Ursprünglich zog man auf der Strecke zwei Kufenschlitten im Gegenverkehr, die dann aber von einer Holzbahn abgelöst wurde. Der Wagen wurde an einem mehr als 300 Meter langen Hanfseil auf den Berg gezogen. Pferde oder Ochsen trieben dabei eine Winde an. "Teilweise mussten auch inhaftierte Häftlinge mit bloßer Muskelkraft antreten. 1910 wurde erstmals ein Motor mit elektrischer Winde eingebaut", so Bernhard Heil, Verwalter der Festung Hohensalzburg.

Die Streckenlänge von 180 Metern und der Höhenunterschied von 80 Metern werden auch beim neuen Aufzug gleich bleiben. Allerdings wird der neue Reißzug für eine Nutzlast von 2.500 Kilogramm ausgerichtet sein, die Motorleistung wird 15 Kilowatt betragen, und es wird zahlreiche Neuerungen bei der Seilbahn- und Elektrotechnik sowie bei der Infrastruktur geben. Am 18. April beginnen die Sanierungsarbeiten, der neue Reißzug soll dann im Mai in Betrieb genommen werden. 170414_11 (ram/kg)

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.

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