Für eine Welt ohne Barrieren

Schellhorn beim Zero Project-Unternehmensdialog: Menschen mit und ohne Behinderungen leben, lernen und arbeiten gemeinsam

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.05.2017
 

(LK) "Menschen mit Autismus als Spezialisten im Beruf" oder "Menschen mit Behinderungen übernehmen eine ganze Abteilung bei Ikea in Hamburg" – so lauteten zwei Themen des Zero Project Unternehmensdialogs heute, Dienstag, 9. Mai, in Salzburg. Bei diesem Unternehmensdialog diskutieren Expertinnen und Experten und bekannte Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft unter dem diesjährigen Motto "Vielfalt ist MehrWert: Menschen mit Behinderungen in Ihrem Unternehmen".

Inklusion geht uns alle an

Soziallandesrat Heinrich Schellhorn betonte bei der Begrüßung: "Inklusion geht uns alle an. Nur gemeinsam können wir eine Gesellschaft formen, an der alle Menschen teilhaben können. Unser Ziel ist es, dass Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam leben, lernen und arbeiten können. Jeder Mensch hat Talente und Fähigkeiten und auch Schwächen. Wichtig ist immer, jede Einzelne und jeden Einzelnen zu stärken." Schellhorn bedankte sich für die gelungene Kooperation von Land Salzburg, Essl Foundation und Lebenshilfe Salzburg mit dem Partner Wirtschaftskammer Salzburg, um den Zero Project-Unternehmensdialog in Salzburg zu ermöglichen. "Im Miteinander sind wir alle gefordert, das Land Salzburg genauso wie die Gemeinden und auch der Bund. Wir nehmen die Verantwortung in unserem Bereich insofern wahr, als dass wir vorrangig wirtschaftsintegrative Ausbildungen für junge Menschen mit Behinderungen anbieten und fördern. Es ist ein langer Weg in eine inklusive Gesellschaft, jedoch jeder noch so kleine Schritt führt uns am Ende zum Ziel", so Schellhorn.

Potenziale für die Wirtschaft

Beschäftigung von Menschen mit Behinderung wird derzeit noch vermehrt als Sozialprojekt und zu wenig als wirtschaftliches Anliegen verstanden. Dies ist einer der Gründe, warum die Essl Foundation im Jahr 2011 die Zero Project Unternehmensdialoge ins Leben gerufen hat. Gründer der Essl Foundation und Initiator des Zero Project Unternehmensdialogs, Martin Essl, sagte bei der heutigen Eröffnung: "Wir wollen eine Plattform bieten, um neue Ideen für die Zusammenarbeit von Anbietern von Arbeit für Menschen mit Behinderung mit Unternehmen zu entwickeln, zu diskutieren und zu implementieren. Unternehmer sollen von anderen Unternehmern erfahren, wie die Integration von Menschen mit Behinderung gut gelingen kann und über die damit zusammenhängenden Rahmenbedingungen."

Auch aus Sicht der Wirtschaft stellt die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen eine Voraussetzung für eine gelungene Inklusion dar.

Franz Josef Aigner, Experte für Sozial- und Arbeitsrecht der Wirtschaftskammer Salzburg und Partner des Zero Project Unternehmensdialogs, betonte: "Viele Unternehmen haben Berührungsängste, wenn es um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen geht. Eine Ursache ist oft fehlende Information. Das Zero Project hilft wesentlich mit, diese Schwelle zu beseitigen. Das Kommunizieren von Lösungen mit Vorbildwirkung gibt dabei einen wichtigen Anstoß, vorhandene Talente, Kenntnisse und Fähigkeiten zu integrieren. Zugleich wird den Menschen mit Behinderungen eine Perspektive gegeben sowie eine Chance, das Unternehmen zu bereichern."

Dialog mit MehrWert

Mit der österreichweiten Veranstaltungsreihe Zero Project Unternehmensdialog bringt die Initative Zero Project den heimischen Unternehmerinnen und Unternehmern nicht nur den Nutzen der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen näher, sondern bietet ihnen auch Erfahrungsaustausch mit Expertinnen und Experten, innovative Erfolgsbeispiele und Unterstützungsangebote. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe Zero Project Unternehmensdialog stehen Unternehmenserfahrungen und Lösungsansätze rund um Fragen wie: Mit welchen Hürden sehen sich Unternehmerinnen und Unternehmer konfrontiert, wenn es um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen geht? Welche Bedenken haben sie und sind diese berechtigt?

Das Zero Project ist eine Initiative der Essl Foundation, die sich weltweit für die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung engagiert. Zero steht dabei für eine Welt ohne Barrieren. Als Plattform analysiert und verbreitet das Zero Project vorbildliche Lösungen, die die tägliche Lebenssituation von Menschen mit Behinderung verbessern und ihre gesetzlichen Rechte stärken. 170509_51 (grs/sab)

Weitere Informationen: Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.

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