Mehr Sicherheit und Lebensqualität in Unternberg

Schwaiger: Durch Hochwasserschutz gewonnene Freiräume werden zu Naherholungsraum für Bevölkerung und Gäste

Salzburger Landeskorrespondenz, 23.07.2017
 

(LK) Nach einer Bauzeit von vier Jahren eröffnete Landesrat Josef Schwaiger heute, Sonntag, 23. Juli, den Hochwasserschutz an der Mur in Unternberg. Auf einer Länge von fünf Kilometern sind in der Lungauer Gemeinde Unternberg entlang der Mur künftig 110 Wohn- und Gewerbeobjekte vor bis zu 100-jährlichen Hochwässern geschützt.

"Die Pläne sind anfangs auf Skepsis gestoßen. Umso erfreulicher ist es, dass trotz trockener Jahrzehnte ohne Hochwasserkatastrophen die Hochwassergefahren ernst genommen und die wichtigen Schutzprojekte umgesetzt wurden", so Landesrat Schwaiger. "In der Gemeinde Unternberg wurden aber nicht nur die Sicherheit sondern auch die Lebensqualität für die Bevölkerung und die Ökologie der Mur verbessert. Auf einer Länge von zweieinhalb Kilometern wurden durch Flussaufweitungen rund sieben Hektar neue Erlebnisflächen geschaffen."

 

 

In Kombination mit den Flussaufweitungen, durch die bei Überflutungen mehr Wasser zurückgehalten werden kann, wurden vor allem im Siedlungsgebiet auch flache Erddämme mit flacher Böschung, Betonmauern und Ufererhöhungen errichtet. Großer Wert wurde auch auf ökologische Maßnahmen wie die Uferstrukturierungen und die Verbesserung der Einmündungssituation von Zubringern gelegt.

Die Hinterlandentwässerung erfolgt über mehrere Pumpschächte, die mit mobilen Pumpen ausgestattet werden. Im Ortsbereich von Unternberg wurde ein stationäres Pumpwerk errichtet. Außerdem verhindern mehrere Sickerschächte, dass sich im Frühjahr bei der Schneeschmelze Wasser hinter den Schutzbauten sammeln kann.

Für die Einreich- und Detailplanung sind Kosten im Ausmaß von 90.000 Euro angefallen. Diese Kosten werden im Verhältnis von 85 zu 15 Prozent durch den Bund und die Gemeinde Unternberg getragen.

Die Baukosten samt Kosten für Grundkauf, Entschädigungen und Ausführungsplanung betragen rund 5,9 Millionen Euro. Die Bau- und Ausführungskosten werden zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und jeweils zu fünf Prozent vom Land Salzburg und der Gemeinde Unternberg übernommen. Das sind wichtige Investitionen in einen sicheren ländlichen Lebensraum und in einen wichtigen Naherholungsraum in Salzburg. Das Ministerium war bei der Eröffnung durch die stellvertretende Leiterin der Sektion Wasserwirtschaft, Dorith Breindl, vertreten.

Neuer Naherholungsraum

Über ein Leader-Förderprojekt wird der neu gewonnene Raum an der Mur auch ansprechend gestaltet. Der Künstler und Waldpädagoge Reinhard Simbürger hat Pavillons, Aussichtstürme, Holzliegen, Sitzgelegenheiten, Kletteranlagen und Trainingseinrichtungen sowie Rast- und Ruheplätze kreiert. So wird die Mur in Unternberg zu einem Freizeitparadies für Bevölkerung und Gäste. Die Gesamtkosten von rund 200.000 Euro werden zu 60 Prozent aus dem Leader-Programm finanziert. Das Leader-Programm wird von der EU, dem Bund und dem Land Salzburg finanziert. 40 Prozent bezahlt der Tourismusverband Unternberg, dessen Obmann Reinhard Doppler das Projekt initiiert hat und nun auch koordiniert. Leader ist ein europäisches Förderprogramm, mit dem Projekte, die die Regionen weiterentwickeln und für die Zukunft stärken sollen, gefördert werden.

Landesrat Schwaiger bedankte sich bei den Grundeigentümern, dem Bürgermeister der Gemeinde Unternberg und dem Bundesministerium für das Engagement und die Unterstützung beim Hochwasserschutz. "Schlussendlich haben alle an einem Strang gezogen. Das sehr positive Ergebnis ist, dass Unterberg mehr Sicherheit gewonnen hat, dass wieder mehr Flächen für die Ortsentwicklung genutzt werden können und dass die Lebensqualität für die Menschen entlang der Mur deutlich gesteigert wurde. Der Fluss ist keine Bedrohung mehr, sondern ein Erholungsraum für Einheimische und Gäste", so Schwaiger abschließend. 170723_51 (grs/sm)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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