Salzburger Bauernherbst startet am 26. August

Haslauer: Unverfälschtes Brauchtum seit 22 Jahren in der Bevölkerung tief verankert

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.08.2017
 

(HP) In insgesamt 74 Gemeinden vom Salzburger Seenland im Norden bis in die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern im Süden finden vom 26. August bis zum 5. November rund 2.000 Veranstaltungen statt, die im Zeichen des diesjährigen Hauptthemas "Kräuter, Wild- und Heilpflanzen" stehen.

Mit St. Georgen bei Salzburg und St. Martin am Tennengebirge sind heuer zwei neue Bauernherbst-Orte mit dabei.

"Der Bauernherbst wird oft als die fünfte Jahreszeit im Salzburger Land bezeichnet. Das zeigt, wie tief verwurzelt er mittlerweile in der Salzburger Bevölkerung ist. Und es merken natürlich auch unsere Gäste, dass das nichts Inszeniertes ist, sondern dass sich die Menschen damit identifizieren und das Brauchtum im Salzburger Land wirklich gelebt wird. Damit ist sicher auch der außergewöhnliche Erfolg dieser touristischen Produktmarke zu erklären: Die Besucheranzahl bei den Veranstaltungen ist seit dem ersten Bauernherbst-Jahr 1996 von 150.000 auf rund 500.000 gestiegen", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Nachhaltiges Vorzeigeprojekt stärkt Ganzjahresdestination

Florian Größwang, Mitglied der Unternehmensleitung bei der "SalzburgerLand Tourismus GmbH" (SLTG) betont, dass aus touristischer Sicht beide Hauptmotive für die Schaffung des Salzburger Bauernherbstes heute voll erfüllt sind: "Das eine ist eine starke Symbiose zwischen Landwirtschaft und Tourismus – diese ist mit weiteren Angeboten wie dem Salzburger Almsommer oder der Via Culinaria seither weiter intensiviert worden. Das andere ist die Stärkung der Herbstsaison und damit die Entwicklung hin zu einer Ganzjahresdestination: In den Monaten September und Oktober haben wir in den vergangenen 22 Jahren um 42 Prozent bei den Nächtigungen und sogar um 90 Prozent bei den Ankünften zugelegt."

Zudem sei der Salzburger Bauernherbst ein Vorzeigeprojekt in nachhaltiger touristischer Produktentwicklung. Im von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufenen "Jahr des nachhaltigen Tourismus" 2017 könne man darauf besonders stolz sein, so Größwang: "Das SalzburgerLand ist in dieser Hinsicht ja ein echter Vorreiter und setzt bei der Entwicklung neuer Angebote seit mehr als 20 Jahren auf die drei Säulen ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit."

Glokalisierung: Der Bauernherbst wird immer jünger

Unverfälschtes Brauchtum, traditionelles Handwerk, regionale Genüsse und herzliche Begegnungen – das ist es, was den Salzburger Bauernherbst seit 22 Jahren ausmacht. Ein Phänomen, das die Organisatoren dabei seit einiger Zeit beobachten: Trotz zunehmenden Alters wird der Bauernherbst immer jünger. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Volkskultur und Brauchtum wieder gefragt, das Echte hat wieder Vorrang vor der Inszenierung.

Ein Trend, der übrigens nicht nur an Äußerlichkeiten wie dem Comeback der Tracht festzumachen, sondern auch bereits von der Wissenschaft erkannt worden ist. Das deutsche Zukunftsinstitut spricht in seinem Zukunftsreport 2016 etwa von einer "Glokalisierung". Soll heißen: Die Globalisierung hat einen Retro-Trend hervorgerufen, der sich in einer neuen Sehnsucht der Menschen nach Heimat und Lokalität ausdrückt.

Das bestätigen auch zwei, die es wissen müssen. Weil sie mit ihrer Leidenschaft und ihrem Schaffen den "jungen" Salzburger Bauernherbst persönlich verkörpern.

Kräuter-Community: Tradition trifft Kreativität

Marianne Obauer ist 34 Jahre alt, sie hat Wirtschaft studiert, jedoch fehlte ihr dabei die Erdung. Also machte sie ihre Begeisterung für Kräuter, Pflanzen und die Natur im Allgemeinen zum Beruf, absolvierte bei den TEH naturwerke Unken die Ausbildung zur TEH-Praktikerin (TEH = Traditionelle Europäische Heilkunde), wurde zertifizierte Waldpädagogin und vertiefte ihre Kräuterkompetenz bei einer bekannten Medical Herbalist in London. In dieser Zeit reifte bei ihr auch die Erkenntnis, dass Kräuter auch ein großes Thema im urbanen Raum sind. In ihrer Freizeit bietet Obauer daher Kräuterwanderungen u.a. in der Stadt Salzburg an, denn: "Ich will den Leuten zeigen, dass sie nicht unbedingt aufs Land fahren müssen, um Kraft aus der Natur zu ziehen. Viele glauben gar nicht, wie viele natürliche Schätze man in der Stadt findet."

Und Obauer ist beileibe nicht die Einzige, die sich der Faszination der Kräuter verschrieben hat. "Im Salzburger Land ist eine echte Kräuter-Community entstanden, in der alle Altersschichten vertreten sind. Wir treffen uns zum Beispiel regelmäßig zu Kräuterstammtischen oder gehen gemeinsam auf Kräuterreisen. Dieser Austausch untereinander ist unglaublich wertvoll, weil das traditionelle Wissen der Älteren auf die Kreativität der Jüngeren trifft."

Volkstanz fasziniert schon die Jüngsten

Die Anziehungskraft von Brauchtum und Tradition für die "Jugend von Heute" unterstreicht auch Thomas Schaidreiter. Der Zimmerer aus Kleinarl trägt das Volkstanz-Leistungsabzeichen in Gold, er ist Obmann-Stellvertreter der ARGE Volkstanz Salzburg und als Vortänzer im Heimatverein Kleinarl leitet er Tanz- und Schuhplattlkurse im gesamten Salzburger Innergebirg. "Bei uns im Verein gehen die Jüngsten gerade einmal in die Hauptschule", erzählt Schaidreiter, "der Älteste ist 35. Da gehöre ich mit meinen 28 Jahren fast schon zum alten Eisen."

Offizielle Bauernherbst-Eröffnung in Kleinarl

Schaidreiter wird bei der offiziellen Bauernherbst-Eröffnung in seiner Heimatgemeinde natürlich mit dabei sein. Diese findet am Sonntag, 27. August, im Ortszentrum von Kleinarl statt. Das Programm beginnt um 11.00 Uhr mit einem großen Bauernherbst-Festumzug unter dem Motto "Bauernfeiertage" und der Einfahrt der Oldtimer-Traktoren. Musik kommt von der "Strochner Böhmischen", der Großarler Tanzlmusi sowie den "Blusnknepf". Mit dabei sind auch die historischen Bauernschützen Wagrain und Kleinarl sowie die Herreitergruppe, die Wagrainer Goasslschnalzer sorgen für den Knalleffekt.

Die Gastwirte und Vereine aus Wagrain-Kleinarl kümmern sich um das leibliche Wohl und verwöhnen mit traditionellen Gerichten aus der Pongauer Bauernküche. Bauernmarktstände mit traditionellem Handwerk und ein Kinderprogramm runden das Programm ab.

Alle Infos zur Eröffnung sind unter www.wagrain-kleinarl.at abrufbar.

Starke Partner im Salzburger Bauernherbst

Die treuen Partner des Bauernherbstes tragen seit Beginn einen großen Teil zu dessen Gelingen bei: Raiffeisen zeigt seine Verbundenheit mit der Salzburger Tradition unter anderem durch bodenständige Angebote in den Lagerhäusern und der Eröffnungspartner Stiegl trägt mit dem würzigen "Herbstgold"-Bier alle Jahre zu einem gelungenen Bauernherbst bei. Traditionen stilsicher weitertragen ist ein großes Anliegen der Trachtenschneider von Gössl. Ebenso Partner der ersten Stunde ist das Salzburger Agrar Marketing.

Der Salzburger Bauernherbst wird auch dieses Jahr wieder unterstützt vom Land Salzburg durch das Tourismusressort und das Landwirtschaftsressort, von der Abteilung Volkskultur des Landes Salzburg, der Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer sowie dem Veranstalter Verband.

Nähere Infos zum Programm des Salzburger Bauernherbst sind unter www.bauernherbst.com abrufbar. 170817_30 (jus/lmz)

Weitere Informationen: Thomas Kerschbaum, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2332, Mobil: +43 664 1020564, E-Mail: thomas.kerschbaum@salzburg.gv.at.

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