Kräftige Investitionen für Salzburgs Schüler

Gemeinden, Land und Bund investieren Millionen in Salzburgs Schulen / Haslauer: Überblick über die bildungspolitischen Schwerpunkte sowie Daten und Fakten zum neuen Schuljahr

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.08.2017
 

(LK) Im Land Salzburg beginnt am 11. September das neue Schuljahr 2017/2018. Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der amtsführende Präsident des Landesschulrates für Salzburg, Johannes Plötzeneder, Bildungsabteilungsleiterin Eva Veichtlbauer und der Hallwanger Bürgermeister Johannes Ebner informierten heute, Mittwoch, 30. August, in der neu errichteten Volksschule in Hallwang über die bedeutende Rolle der Gemeinden als Schulerhalter im Pflichtschulbereich, die bildungspolitischen Schwerpunkte und die aktuellen Zahlen und Fakten zum kommenden Schuljahr.

Die Salzburger Gemeinden sind für den Bau und die Erhaltung der Pflichtschulen zuständig und investieren hier jedes Jahr viel Geld für eine gute Lern-Infrastruktur für die Schülerinnen und Schüler. Ebenso investieren das Land im Berufsschul- und der Bund im Bundesschulbereich jährlich Millionensummen für gute Lern- und Lehrbedingungen.

Das Land Salzburg investiert aber auch gezielt in die Unterstützung des Unterrichts. So werden rund 700.000 Euro jährlich in zusätzliche Schulsozialarbeit investiert. Ebenso stellt das Land zusätzliche Sprachförderlehrer und Sonderpädagogen zur Verfügung. Auch die Schulleiter werden durch inzwischen 50 Assistentinnen an 165 Schulen unterstützt. Auch der Abbau der Bürokratie ist für Schulerhalter, Schulleiter, Pädagogen, Eltern und Schüler wichtig, damit die Zeit und Energie für das Wesentliche verwendet werden kann. Hier setzt das Land im Rahmen seiner Möglichkeiten konkrete Schritte.

Die Daten zur Entwicklung der Schülerzahlen wurden zu Schulbeginn nun erstmalig von der Landesstatistik in einen Zehn-Jahres-Vergleich gestellt und in einer umfangreichen Erhebung dargestellt. Hier zeigt sich ein Rückgang der Schülerzahlen, der das gesamte Schulsystem vor eine große Herausforderung stellt und der sich auch in der Entwicklung der Schulen spiegelt. Die Zahl der Kinder in der schulischen Tagesbetreuung hat sich seit der Einführung verfünffacht und zeigt ebenso die Investitionsbereitschaft der Gemeinden.

Investitionen im Schulbereich

Als Ort für die Information zum Schulbeginn wurde bewusst die Volksschule Hallwang gewählt. Die neunklassige Volksschule inklusive einer Vorschulklasse wurde von der Gemeinde Hallwang um zwölf Millionen Euro neu gebaut. Das Land hat den Neubau über den Gemeindeausgleichsfonds mit 6,34 Millionen Euro unterstützt. Im kommenden Schuljahr werden hier 158 Schüler, davon 45 in zwei Gruppen mit schulischer Nachmittagsbetreuung, perfekte Lernbedingungen vorfinden. Die Schule ist größenmäßig eine typische Land-Volksschule im Bundesland. Die durchschnittliche Volksschule in Salzburg hat rund sieben Klassen und 120 Schüler. 26 Prozent beziehungsweise 46 von 177 der Salzburger Volksschulen werden ein- bis dreiklassig mit durchschnittlich 16,3 Klassenschülern geführt.

Allein im Jahr 2015 haben die Salzburger Gemeinden 18,85 Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau der Pflichtschulen investiert. Davon wurden 6,2 Millionen vom Land gefördert. Für die Jahre 2016 und 2017 wurden bis jetzt von den Gemeinden 37,3 Millionen Euro netto an Investitionen angemeldet. Davon können 21,3 Millionen Euro vom Land über den Gemeindeausgleichsfonds unterstützt werden.

Auch das Land investiert kräftig in die insgesamt zwölf Berufsschulen, die im Zuständigkeitsbereich der Bildungsabteilung liegen. An der Landesberufsschule (LBS) Kuchl wurden 1,7 Millionen Euro in die Sanierung investiert, dies wird mit Ende September abgeschlossen sein. An der LBS Wals wird derzeit das Berufsschülerheim mit einem Bauvolumen von 4,9 Millionen Euro generalsaniert und Ende Oktober fertiggestellt. Die Schüler bekommen hier auch eine Turnhalle, die ebenso wie neue Außenanlagen im Frühsommer 2018 fertig sein wird und insgesamt 4,2 Millionen Euro kostet. In die Energieoptimierung der LBS Zell am See und des Berufsschülerheims in der Aigner Straße werden weiters jeweils 150.000 Euro investiert. In Summe werden im Schuljahr 2017/2018 rund 11,1 Millionen Euro in neue bauliche Infrastruktur der Landesberufsschulen und Landesberufsschülerheime in Salzburg investiert. Diese bringen auch einen Impuls für die heimische Bauwirtschaft.

Im Zeitraum 2016 bis 2018 investiert auch der Bund rund 60 Millionen Euro in die Generalsanierung des Christian-Doppler-Gymnasiums, den Neubau des BORG Oberndorf, den Erweiterungsbau und die Sanierung des Musischen Gymnasiums sowie die Sanierung der HBLA Neumarkt und der HTL Kuchl. Im neuen Schulentwicklungsplan des Bildungsministeriums, der ab 2019 gilt, wurden aus Salzburg bereits 15 Projekte beantragt. Die Entscheidung hierüber wird demnächst vom Bildungsministerium getroffen werden.

Flächendeckender Ausbau der Schulsozialarbeit

Bis 2016 war die Zielsetzung der Schulsozialarbeit eher eine allgemeine. Die aktuelle Initiative zielt aufgrund der hohen Schulabbruchquoten insbesondere unter türkischen Jugendlichen auf diese Gruppe, aber auch auf jene, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Bisher gab es diese Maßnahmen nur in der Stadt Salzburg und im Flachgau, nun auch an Schwerpunkten im Tennengau, Pongau und Pinzgau.

Das Budget für diesen wichtigen Bereich stieg in den vergangenen Jahren von 86.500 Euro im Jahr 2013 auf 128.000 Euro im Jahr 2016 und beträgt ab dem nun beginnenden Schuljahr 741.000 Euro. In Stunden heißt das 145 Wochenstunden für die Stadt Salzburg, 72 für den Pongau, 46 für den Pinzgau, 34 für den Tennengau und 19 für den Flachgau – in Summe somit 316 Wochenstunden. Bis 2013 waren es 60 Wochenstunden.

Die Nachfrage nach Sozialarbeitern ist sehr groß, sogar die ÖBB suchen welche. Dennoch konnten alle Stellen, auch in den Bezirken, besetzt werden. Wichtig sind positive Rollenmodelle, Vorbilder, die integriert sind und es "geschafft" haben. Bildungsabschlüsse schaffen diese Möglichkeiten. Schulsozialarbeit hilft Schülern, Lehrern und Eltern und ermöglicht einen guten Rahmen, damit Schule und Gesellschaft im Gleichgewicht bleiben.

Unterstützung durch Sprachförderunterricht

Angesichts der großen Herausforderungen, mit denen die Salzburger Pflichtschulen aufgrund sprachlicher Probleme bei Schülerinnen und Schülern konfrontiert sind, hat das Land auch ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Pädagoginnen und Pädagogen bei der Sprachförderung geschnürt, denn das Erlernen der deutschen Sprache ist ein Schlüssel für die Integration.

Der Bedarf an zusätzlicher Unterstützung für rund 2.200 Kinder mit sprachlichen Defiziten, die als außerordentliche Schüler geführt werden, ist hoch. Da die vom Bund hierfür bereitgestellten 50 Planstellen nicht ausreichen, werden vom Land zusätzlich noch einmal zwölf Planstellen in der Sprachförderung zur Verfügung gestellt.

Förderung und Integration der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Die Unterstützung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist auch weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt. Assistenzpersonal und zusätzliche Sonderpädagogen ermöglichen Kindern, die besondere Unterstützung benötigen, die Teilnahme am Unterricht. Hier wird vom Land mit mehr als einer Million Euro jährlich zusätzliche Unterstützung für die Kinder und Jugendlichen sichergestellt.

Unterstützung für Pflichtschuldirektoren

Im neuen Schuljahr sind bereits 50 Assistentinnen in 74 Gemeinden an 165 Pflichtschulen im Land tätig und unterstützen die Schulleiterinnen und -leiter bei ihrer herausfordernden Arbeit. Hierbei schließen sich je nach Größe der Schule mehrere Schulstandorte zusammen und teilen sich eine Sekretärin, die von Land und Gemeinde finanziert wird. Im Laufe des kommenden Schuljahres erhalten alle Gemeinden, die sich noch nicht an dem Projekt beteiligen, die Möglichkeit teilzunehmen.

Tagesbetreuung an Schulen wird weiter ausgebaut

Der erfolgreiche Ausbau der schulischen Tagesbetreuung setzt sich auch im neuen Schuljahr mit einem Zuwachs fort. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in der ganztägigen Betreuung an Schulen hat sich seit dem Schuljahr 1999/2000 verfünffacht. Waren es im Schuljahr 1999/2000 1.183 Schülerinnen und Schüler, so sind es im nun beginnenden Schuljahr bereits 5.872, die das Angebot der Nachmittagsbetreuung und der Ganztagsschule an insgesamt 113 Standorten in 291 Gruppen in Anspruch nehmen. Im vergangenen Schuljahr waren es 5.440 Schüler an 106 Standorten in 273 Gruppen. Die Nachfrage nach ganztägig verschränkten Schulformen bleibt seit Einführung im Jahr 2000 auf dem gleichen Niveau mit lediglich zehn Standorten.

Bürokratieabbau des Landes im Pflichtschulbereich

Das Verfahren zur Aufnahme eines sprengelfremden Schülers wurde mit der aktuellen Novelle des Salzburger Schulorganisations-Ausführungsgesetzes wesentlich gestrafft und in der Abwicklung vereinfacht. Besonders beim sprengelfremden Schulbesuch von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf entfällt die Zustimmungspflicht der Landesregierung komplett, sofern durch die Aufnahme nicht die Notwendigkeit einer Klassenteilung eintritt. Für diesen Personenkreis wird somit eine flexiblere und einfachere Sprengelregelung gewährleistet.

Derzeit werden jährlich zirka 17.000 Abrechnungen von rund 120.000 Dienstreisen der Salzburger Landeslehrpersonen an das Amt der Salzburger Landesregierung übermittelt. Zur Überwindung dieser Papierflut wurde im Zusammenwirken mit der Herstellerfirma eine EDV-optimierte Lösung über das Schulverwaltungssystem Sokrates entwickelt. Diese soll die physische Übermittlung von Reisekostenabrechnungen ablösen. Im September 2017 wird an ausgewählten Testschulen mit dem Probebetrieb der elektronischen Reisegebührenabrechnung begonnen, Anfang 2018 wird diese dann allen Landeslehrpersonen zur Verfügung stehen.

Die Salzburger Schulbauverordnung enthält detaillierte Vorgaben für die Gemeinden betreffend die bauliche Gestaltung und die Einrichtung der allgemein bildenden Pflichtschulen. Im Projekt "DeregulierungKonkret" wird derzeit an einer umfassenden Straffung und Entrümpelung dieses aus 1984 stammenden Regelwerks gearbeitet, da viele Bestimmungen nicht mehr zeitgemäß sind oder in anderen Bauvorschriften bereits erschöpfend geregelt sind. Der Verordnungsentwurf wird derzeit mit den Interessenvertretungen der Salzburger Gemeinden abgestimmt und voraussichtlich noch im Herbst in Begutachtung gehen.

Einrichtung der neuen gemeinsamen Bildungsdirektion

Nach der erfolgreichen Sanierung des Amtsgebäudes am Mozartplatz in Salzburg folgt nun im Inneren die Zusammenführung von Landes- und Bundesverwaltung zur neuen Bildungsdirektion, die mit 1. Jänner 2019 ihre Arbeit aufnehmen wird. Diese wird mit 160 Mitarbeitern zukünftig für alle 73.000 Schülerinnen und Schüler, 361 Schulen und 9.000 Lehrer im Land Salzburg zuständig sein. Den Bildungsdirektionen kommt die Vollziehung des gesamten Schulrechts zu. Dazu zählen auch die Qualitätssicherung, die Schulaufsicht sowie das Bildungscontrolling. Ebenso vollziehen die Bildungsdirektionen das Dienstrecht und das Personalvertretungsrecht der Bundes- und Landeslehrer. Die Vorarbeiten zur Fusionierung des Landesschulrates für Salzburg und der Bildungsabteilung des Landes zur gemeinsamen Bildungsdirektion Salzburg sind bereits gestartet.

Umsetzung der Bildungsreform

Die Bildungsreform der Bundesregierung macht auch viele Anpassungen in den Salzburger Schulgesetzen notwendig. Die wesentlichen Änderungen im Bereich der Schulautonomie, wie Klassen- und Gruppengrößen oder die Ermöglichung der Einrichtung von Schulclustern, treten erst mit September 2018 in Kraft und sind damit in diesem Schuljahr noch kein Thema, wobei in Salzburg auch jetzt schon in vielen Bereichen die Schulautonomie weitgehend ausgebaut ist und gelebt wird. So suchen sich die Salzburger Pflichtschulleiter ihre Lehrer bereits selber aus, und auch die Eröffnungs- und Teilungszahlen wurden in die Schulautonomie übergeben. Klar ist, dass die bisherige Einbindung der Schulerhalter und Schulpartner bei wesentlichen Entscheidungen wie der Schließung oder Zusammenlegung von Schulen weiterhin gelebt werden wird und von der Salzburger Bildungsdirektion und des Bildungsressorts unter der Führung von Landeshauptmann Haslauer keinerlei Sparvorgaben an die Schulen gegeben werden, damit die Schulleiter durch die verstärkte Schulautonomie das Beste für ihre Schulen herausholen können.

Daten zum Schulbeginn

Leichter Rückgang bei den Schülerzahlen erwartet

Aus derzeitiger Sicht wird es im Land Salzburg im Schuljahr 2017/2018 insgesamt knapp 73.000 Schülerinnen und Schüler an 361 Schulen geben. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 1,2 Prozent (852 Schülerinnen und Schüler) bzw. 1,4 Prozent (fünf Schulen). Im Zehnjahresvergleich hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 7.232 (9,0 Prozent) reduziert, die der Schulen um 14 (3,7 Prozent).

Diese Daten wurden von der Landesstatistik – unterstützt vom Landesschulrat, von der Bildungsabteilung des Landes sowie von einzelnen Schulen – zusammengefasst und in einem Report publiziert. Der Report (siehe Beilage) gibt einen Überblick zu den vorläufigen Schüler- und Schulzahlen.

Pflichtschulen

Im Schuljahr 2017/2018 werden voraussichtlich 37.700 Schülerinnen und Schüler eine der 284 Pflichtschulen im Land Salzburg besuchen. Dies kommt einem Rückgang von 476 Kindern bzw. 1,2 Prozent gegenüber 2016/2017 gleich. Zwei Schulen (0,7 Prozent) wurden geschlossen.

Die Anzahl der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, also all jener Schülerinnen und Schüler, die erstmals eine Ausbildung beginnen (inklusive Vorschule), beläuft sich im Jahr 2017/2018 voraussichtlich auf 5.156. Der Großteil dieser Kinder wird die Ausbildung an einer Volksschule (5.066 Schülerinnen und Schüler, 98,3 Prozent) starten, etwa 60 beginnen ihre Ausbildung an einer Statutschule (formal nicht den Pflichtschulen zuordenbar) und 33 an einer Sonderschule. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein leichter Rückgang (1,3 Prozent). Im Schuljahr 2016/2017 starteten 5.221 Schülerinnen und Schüler erstmals ihre Schullaufbahn.

21.559 Kinder werden 2017/2018 an einer der 178 Volksschulen ausgebildet werden. Vor zehn Jahren gab es noch 185 Volksschulen für 23.000 Kinder. Dies bedeutet, dass die Zahl der Volksschulen in den vergangenen zehn Jahren um 3,8 Prozent zurückgegangen ist, die der Volksschülerinnen und -schüler hingegen um 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen leichten Zuwachs bei den Schülerzahlen (plus 0,3 Prozent), während eine Schule geschlossen wurde (0,6 Prozent).

905 Kinder werden im kommenden Jahr an einer der 20 Sonderschulen im Land Salzburg unterrichtet werden. Im Vergleich zum Vorjahr wird es bei den Schülerzahlen (plus 0,4 Prozent) und bei den Schulzahlen (0,0 Prozent) de facto keine Veränderungen geben.

Im Bereich der Neuen Mittelschulen (ehemals Hauptschulen) wird 2017/2018 mit 14.268 Schülerinnen und Schülern (minus 19,9 Prozent im Vergleich zu 2007/2008) gerechnet. Diese werden an 70 Schulen (2007/2008: 73) unterrichtet. Verglichen mit dem Vorjahr gab es eine Schulschließung (1,4 Prozent), die Schülerzahlen werden um 2,9 Prozent abnehmen.

An den 16 Polytechnischen Schulen werden voraussichtlich 968 Jugendliche ihr letztes Pflichtschuljahr absolvieren. In diesem Schultyp ist der Rückgang besonders deutlich: 2007/2008 besuchten noch 1.416 (31,6 Prozent) eine der damals 17 Polytechnischen Schulen (5,9 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr beläuft sich der Rückgang bei den Schülerzahlen auf 10,6 Prozent, während die Zahl der Schulen unverändert bleibt.

Im Pflichtschulbereich sind somit zwei Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr feststellbar: Während es an den Volks- und Sonderschulen zu einer leichten Zunahme bei den Schülerzahlen kommen wird, gehen die Neuen Mittelschulen von einer leichten (2,9 Prozent) und die Polytechnischen Schulen von einer deutlichen Abnahme (10,6 Prozent) aus.

Allgemeinbildende höhere Schulen

Die allgemeinbildenden höheren Schulen sind – neben den allgemeinbildenden Statutschulen – der einzige Schultyp, der sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum Jahr 2007/2008 Zuwächse bei den Schülerzahlen verzeichnen kann. Im Zehn-Jahres-Vergleich nahmen die Schülerzahlen von 12.734 um 3,6 Prozent auf 13.187 zu, eine Schule kam hinzu (plus 4,2 Prozent). Verglichen mit dem Schuljahr 2016/2017 werden um 0,6 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler erwartet, während die Anzahl der Schulen unverändert bei 25 bleibt. Damit verlaufen bei diesem Schultyp die Entwicklung der Schul- und Schülerzahlen fast synchron.

Berufsbildende mittlere und höhere Schulen

An den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen wird es zu einem Rückgang bei den Schülerzahlen kommen: im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent von 12.706 auf 12.613 und im Zehn-Jahres-Vergleich um 4,2 Prozent. Die Anzahl der Schulen blieb bis 2016/2017 unverändert und hat sich 2017/2018 um drei reduziert (8,3 Prozent), allerdings aufgrund der Umsetzung einer Schulorganisationsverordnung, die zur Eingliederung der ländlichen Hauswirtschaftsschulen in die jeweiligen landwirtschaftlichen Fachschulen geführt hat. Damit gibt es im kommenden Schuljahr landesweit 33 berufsbildende mittlere und höhere Schulen.

Berufsschulen

Im Schuljahr 2017/2018 wird es an den zwölf Berufsschulen voraussichtlich 8.789 Schülerinnen und Schüler geben. Diese Zahlen sind allerdings – aufgrund der unterschiedlichen Lehrgangsbeginne – noch mit vergleichsweiser hoher Unsicherheit behaftet. Im Vergleich zum Schuljahr 2007/2008 kam es zu einem Rückgang von 15,8 Prozent, eine Berufsschule wurde geschlossen (7,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr wird aus momentaner Sicht ein Rückgang von 4,1 Prozent (etwa 370 Schülerinnen und Schüler) prognostiziert. Die Zahl der Berufsschulen bleibt unverändert.

Statutschulen

Die sieben allgemeinbildenden Statutschulen werden im Schuljahr 2017/2018 voraussichtlich 630 Schülerinnen und Schüler ausbilden. Dieser Schultyp ist damit relativ gesehen – sowohl im Vergleich zum Vorjahr (plus 1,9 Prozent) wie auch im Zehn-Jahres-Vergleich (plus 33,2 Prozent) – am stärksten gewachsen. Absolut betrachtet fällt die Veränderung allerdings gering aus. Die Zahl der Schulen bleibt gegenüber 2016/2017 unverändert, seit 2007/2008 kamen drei Schulen hinzu.

Bezirksergebnisse

In den Salzburger Bezirken ist die Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Schultypen – großteils bedingt durch das unterschiedliche Angebot an Schulen und Schultypen – sehr heterogen. Die nachfolgend präsentierten Ergebnisse beziehen sich alle auf den Schulstandort.

Im Schuljahr 2017/2018 werden voraussichtlich knapp 25.000 Schülerinnen und Schüler eine Schule in der Stadt Salzburg besuchen. Dies sind mehr als ein Drittel (34,1 Prozent) der Gesamtheit. Der Anteil der Schulen, die sich in diesem Bezirk befinden, liegt allerdings bei nur 18,8 Prozent, was zu einem großen Teil der hohen Dichte an allgemeinbildenden höheren Schulen geschuldet ist. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 1,4 Prozent weniger Kinder und Jugendliche an Salzburgs Stadtschulen. Dies entspricht etwa 350 Schülerinnen und Schülern und stellt damit den größten absoluten Rückgang dar.

In der Stadt gehen die Schülerzahlen im Vergleich zum Vorjahr an den Volksschulen etwas zurück (0,3 Prozent), während sie an den Sonderschulen – relativ betrachtet – deutlich zunehmen (plus 5,3 Prozent). Diese Entwicklung ist diametral zu beinahe allen anderen Bezirken. In den beiden anderen Pflichtschultypen werden die Schülerzahlen abnehmen: um 3,4 Prozent an den Neuen Mittelschulen und um 2,7 Prozent an den Polytechnischen Schulen. An den allgemeinbildenden höheren Schulen und an den Statutschulen wird mit einer Zunahme von 0,3 beziehungsweise 5,5 Prozent gerechnet. An den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen wird die Schülerzahl um 4,2 Prozent zurückgehen, an den Berufsschulen um 3,0 Prozent.

Etwa jede achte Schülerin bzw. jeder achte Schüler wird im kommenden Schuljahr im Tennengau die Schulbank drücken. Dort sind 11,9 Prozent der Schulen lokalisiert. Gegenüber 2016/2017 kommt es zu einem leichten Rückgang (0,7 Prozent) bei den Schülerzahlen. Eine ländliche Hauswirtschaftsschule wird in die landwirtschaftliche Fachschule eingegliedert, wodurch sich die Anzahl der Schulen auf 43 reduziert.

Im Pflichtschulbereich kommt es im Tennengau an den Volksschulen zu geringfügigen Zuwächsen (plus 0,3 Prozent), während alle anderen Schultypen Einbußen hinnehmen müssen, die besonders bei den Sonderschulen (7,6 Prozent) und den Polytechnischen Schulen (32,9 Prozent) vergleichsweise hoch ausfallen. Die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen werden gegenüber 2016/2017 aller Voraussicht nach um 3,0 Prozent zulegen, was den Maximalwert unter den sechs Salzburger Bezirken darstellt. An den allgemeinbildenden höheren Schulen werden leichte (0,7 Prozent), an den Berufsschulen stärkere (3,8 Prozent) Schülerzahlenrückgänge erwartet.

16.761 und damit 23 Prozent aller Schülerinnen und Schüler werden im nächsten Jahr einer Ausbildung im Flachgau nachgehen, wo sich 26,3 Prozent der Salzburger Schulen befinden. Verglichen mit den Daten aus dem Schuljahr 2016/2017 bedeutet dies auf Schülerebene ein Minus von 1,1 Prozent, auf Schulebene von 2,1 Prozent.

Auch im Flachgau ist die Volksschule der einzige Pflichtschultyp, an dem leichte Zuwächse zu verzeichnen sind (plus 0,5 Prozent). Sonderschulen, Neue Mittelschulen und Polytechnika verlieren Schülerinnen und Schüler (2,7, 2,5 bzw. 16,1 Prozent). Die Bilanz an den allgemeinbildenden höheren sowie an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen fällt dagegen positiv aus (plus 3,6 bzw. plus 0,3 Prozent). An Statut- und Berufsschulen werden 2017/2018 weniger Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden als im Jahr zuvor (7,8 bzw. 5,4 Prozent). Der Flachgau ist – neben der Stadt Salzburg – der einzige Bezirk, in dem es in den vergangenen zehn Jahren durchgehend auch allgemeinbildende Statutschulen im Bildungsangebot gab.

Etwa jede achte Schülerin bzw. jeder achte Schüler wird im kommenden Schuljahr im Pongau die Schulbank drücken. Dies sind um 0,7 Prozent weniger als 2016/2017 und stellt damit – gemeinsam mit dem Tennengau – den geringsten Rückgang im Hinblick auf die Schülerzahlen im Vergleich zum Vorjahr dar. Im Pongau sind 59 bzw. 16,3 Prozent der Schulen lokalisiert. Die Anzahl der Schulen blieb gegenüber 2016/2017 unverändert.

Die Zahl der Volksschülerinnen und Volksschüler wird gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent zunehmen und damit so stark wie in keinem anderen Bezirk. An den Sonderschulen gibt es keine Veränderung, an den Neuen Mittelschulen ist ein leichter (2,5 Prozent), an den Polytechnischen Schulen ein eklatanter Rückgang (18,9 Prozent) zu verzeichnen. Es ist dies nach dem Tennengau der stärkste Schülerschwund, der innerhalb eines Jahres eingetreten ist. Auch an den Berufsschulen ist der Pongau mit einem Minus von 11,1 Prozent negativer Spitzenreiter im Bezirksvergleich. An den allgemeinbildenden höheren und den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen liegt der Pongau hingegen im Spitzenfeld: Hier gibt es gegenüber 2016/2017 Schülerzahlenzuwächse von 3,3 bzw. 1,6 Prozent.

Im Lungau, wo 7,5 Prozent der Schulen liegen, werden 2017/2018 gut 2.700 (3,7 Prozent) Kinder und Jugendliche zur Schule gehen. Absolut betrachtet, verliert der Lungau mit 36 Schülerinnen und Schülern damit im Vorjahresvergleich am wenigsten, relativ gesehen müssen nur die Stadt Salzburg und der Pinzgau noch stärkere Verluste hinnehmen.

Der Lungau ist neben der Stadt Salzburg der einzige Bezirk, in dem Schülerzahlenrückgänge an Volksschulen (6,3 Prozent) und an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (0,6 Prozent) erwartet werden. An den Sonderschulen wird mit Verlusten von zehn Prozent gerechnet, dies ist der Maximalwert, der in den Salzburger Bezirken erreicht wird. Dafür ist der Lungau der einzige Bezirk, in dem die Schülerzahlen an den Neuen Mittelschulen und an den Berufsschulen zunehmen, wenn auch nur geringfügig (plus 1,5 bzw. plus 0,6 Prozent). Die Zunahme an den allgemeinbildenden höheren Schulen liegt mit 2,7 Prozent ebenfalls deutlich über dem Landesschnitt. An den Polytechnischen Schulen wird es im Vorjahresvergleich keine Änderung geben.

Im Pinzgau befinden sich 19,1 Prozent der Schulen. Darin werden 10.138 bzw. 13,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Im Vorjahresvergleich geht die Anzahl der Schülerinnen und Schüler sowie der Schulen um 1,4 Prozent zurück.

An den Volksschulen und an den Polytechnischen Schulen kommt es im Pinzgau zu einer Zunahme im Vergleich zum Schuljahr 2016/2017 (plus 1,3 bzw. plus 3,4 Prozent). Die Schülerbilanz fällt damit deutlich besser als im Landesschnitt aus. Dem stehen Rückgänge an den Neuen Mittelschulen (5,0 Prozent) und den Sonderschulen (3,1 Prozent) gegenüber. Die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen werden im Pinzgau im Vergleich zu 2016/2017 minimal zulegen (plus 0,2 Prozent), während an den allgemeinbildenden höheren Schulen im Pinzgau mit 3,3 Prozent die stärkste Abnahme verzeichnet wird. 170830_51 (grs/jus)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

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