Drüsiges Springkraut verdrängt heimische Arten

Rössler: Tipps zur erfolgreichen Bekämpfung / Am Eisbach am Wallersee werden die Bestände bereits erfolgreich eingedämmt

Salzburger Landeskorrespondenz, 10.09.2017
 

(LK) So schön es zurzeit auch blüht und rosafarbene Farbakzente in die spätsommerliche beziehungsweise herbstliche Landschaft setzt – das Drüsige Springkraut, oder auch Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera) genannt, gehört zu den sogenannten Neophyten und verdrängt heimische Arten, dominiert Lebensräume und kann das Ökosystem verändern.

"Diese Pflanzen können, da sie bei uns zum Teil ideale Ausbreitungsmöglichkeiten vorfinden, zu Veränderungen des Ökosystems führen", so Astrid Rössler heute, Sonntag, 10. September.

Um es erfolgreich zu bekämpfen, geben die Naturschutzabteilung des Landes und das Haus der Natur ein paar Tipps:

"Drüsiges Springkraut findet man häufig in der Nähe von Gewässern, zum Beispiel in Auwäldern, an Flussufern, aber auch im Wald kommt es zunehmend vor. Die Pflanze bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit und gedeiht auch im Halbschatten gut. Das Drüsige Springkraut hat ein starkes invasives Potenzial und sollte in seiner Ausbreitung möglichst eingedämmt werden", so Günther Nowotny vom Referat Naturschutzgrundlagen und Sachverständigendienst des Landes.

"Da das Drüsige Springkraut eine einjährige Pflanze ist, das heißt, im Winter komplett abstirbt, gilt es, bei der Bekämpfung die Pflanze vor dem Aussamen samt der Wurzel zu vernichten. Der beste Zeitpunkt, um sie zu verdrängen, ist Ende Juni bis Anfang Juli, bevor sie zu blühen und vor allem zu fruchten beginnt", so Elisabeth Ortner, Schutzgebietsbetreuerin des Flachgaus am Haus der Natur. Am Eisbach am Wallersee betreut sie ein bereits seit 2008 laufendes Projekt. Dabei konnten die Bestände des Drüsigen Springkrauts bereits erfolgreich zurückgedrängt werden. Besonders im Europaschutzgebiet Wenger Moor lohne es sich, das Drüsige Springkraut zu entfernen, um die hohe Artenvielfalt in den bachbegleitenden Gehölz- und Krautsäumen zu erhalten, so Ortner.

Ortner weist jedoch auch daraufhin, dass sich viele Springkraut-Bestände auf Privatgrund befinden: "Möchte man selber initiativ werden und das Springkraut ausreißen, sollte man schon allein aus Respekt die Grundbesitzerin oder den Grundbesitzer um Erlaubnis fragen", so die Schutzgebietsbetreuerin.

Problematisch ist jedoch nicht nur das Drüsige Springkraut geworden, auch der Riesen-Bärenklau (siehe dazu die Meldung der Landeskorrespondenz vom 9. August 2017, "Riesenbärenklau als Gefahr für Mensch und Natur"), Staudenknöterich-Arten, die Kanadische und die Riesen-Goldrute, die Robinie oder Falsche Akazie, der Götterbaum und das Beifuß-Traubenkraut oder Ragweed haben sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr stark ausgebreitet.

Ein Tipp für Gartenbesitzerinnen und -besitzer: auf invasive Arten verzichten und stattdessen geeignete standorttypische Pflanzen einsetzen. Keineswegs darf Gartenabfall an Wald- oder Bachrändern deponiert werden, da damit die Ausbreitung unerwünschter Neophyten erheblich gefördert wird.

Zu den invasiven Tieren zählen übrigens die Spanische Wegschnecke, die Rotwangenschildkröte, der Goldfisch oder der Signalkrebs. Man sollte daher unbedingt davon absehen, Tiere zum Beispiel aus dem Gartenteich in der Natur auszusetzen. 170907_11 (ram/grs )

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

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