Eine neue Salzachbrücke für Mittersill

Mayr: In Salzburg einzigartige Hubbrücken-Konstruktion erlaubt ein Anheben bei Hochwasser

Salzburger Landeskorrespondenz, 11.09.2017
 

(LK) Die Brücke der B165 im Ortszentrum von Mittersill ist die zentrale Salzachquerung im Oberpinzgau. Bei einem Informationsgespräch in Mittersill wurden heute, Montag, 11. September, der Bauablauf und die Verkehrsmaßnahmen für eine neue, hochwassersichere und in Salzburg erstmalige Hubbrücke vorgestellt.

"Das Hochwasser vom Juli 2014 hat zuletzt eindrucksvoll gezeigt, dass die bestehende Brücke für künftige Ereignisse dieser Art nicht ausreichend geeignet ist. Nur eine höher gelagerte Konstruktion kann garantieren, dass dieser neuralgische Teil der lokalen und regionalen Verkehrsinfrastruktur auch bei Salzach-Hochwasser unbeschädigt bleibt. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse, die keine Rampen zulassen, haben sich die Brückenbauverantwortlichen im Land für den Bau einer beweglichen Brücke entschieden. Die Hubkonstruktion erlaubt ein Anheben bei Hochwasser", erklärte Bau- und Verkehrsreferent Landesrat Hans Mayr.

"Den Projektbeteiligten steht ein außerordentlicher Kraftakt bevor, dieses höchst komplexe Bauvorhaben in dieser kurzen Bauzeit zu realisieren. In diesem Herbst wird ein Großaufgebot an Fachpersonal und Spezialgerätschaften jeden Tag intensiv arbeiten, damit die neue Brücke noch vor Weihnachten dem Verkehr übergeben werden kann", sagte Mayr. Die Hubeinrichtung muss vor der nächsten Hochwasserperiode - bis spätestens Ende April 2018 - voll funktionsfähig sein.

Kritische Stelle im Hochwasserschutz Mittersill

"Die Salzachbrücke in Mittersill ist die letzte kritische Stelle im Hochwasserschutz Mittersill. Bei großen Hochwässern taucht die Brücke ins Wasser ein, was Verklausungen mit sich bringt. Das hat einerseits die Brücke beschädigt und andererseits die Hochwassersituation im Ort weiter verschärft. Mit der neuen Hubbrücke werden diese Probleme beseitigt und die Sicherheit für die Bevölkerung wird noch weiter gesteigert", sagte Landesrat Josef Schwaiger anlässlich des heutigen Baustarts.

"Wir freuen uns schon auf dieses einzigartige Bauwerk, das den Hochwasserschutz Mittersill komplettiert und unsere Stadt damit vor künftigen Hochwasser-
katastrophen schützen soll", so der Mittersiller Bürgermeister Wolfgang Viertler.

Während der Bauarbeiten wird es zu Verkehrseinschränkungen kommen. Am 14. September werden Fahrzeuge von 5.00 Uhr bis voraussichtlich 24.00 Uhr in Richtung Krimml bereits beim Kreisverkehr der B161/B168 auf die Felbertauern-
straße über die Salzach und anschließend durch das Mittersiller Ortszentrum umgeleitet. In die Gegenrichtung erfolgt die Umleitung von der B165 (Nationalparkzentrum) ab der Kreuzgasse über die Hallenbadstraße und den Ortsteil Klausen ebenfalls zur Felbertauernstraße.

Fußgängerbrücke während der Bauarbeiten

Den Auftakt der Bauarbeiten bildet das Einheben einer Fußgängerbrücke über die Salzach am 14. September, die während des Baus der neuen Brücke die Verbindung vor allem für Schülerinnen und Schüler von der Stadtseite zu den Haltestellen der Pinzgauer Lokalbahn und des Postbusses sicherstellt. Vormontage und Einhub erfolgen durch Pioniere des österreichischen Bundesheers. "Das Bundesheer war bei allen Hochwasserkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte an Ort und Stelle und hat die Zerstörungen gesehen. Wir freuen uns für die Bevölkerung, dass der Hochwasserschutz mit der Errichtung der Hubbrücke über die Salzach abgeschlossen wird und dass die Salzburger Pioniere das Projekt mit der Errichtung des Fußgängersteges tatkräftig unterstützen", sagte Militärkommandant Brigadier Heinz Hufler.

Dauerhafte Umleitung zwischen 20. September und 22. Dezember

Ab 15. September sollen die Treppentürme zur Fußgängerbehelfsbrücke ohne nennenswerte Verkehrsbehinderungen errichtet werden. Zwischen 20. September und 22. Dezember wird die Umleitungsstrecke durch Mittersill wegen der Bauarbeiten an der Hubbrücke über die Salzach dauerhaft aktiviert.

Schienenersatzverkehr auf der Pinzgauer Lokalbahn

"Die neue Hubbrücke befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Bahntrasse der Pinzgauer Lokalbahn. Von 25. September bis 14. Oktober kommt es aufgrund der Baumaßnahmen zu Streckenunterbrechungen. Daher richten wir für unsere Fahrgäste zwischen Mittersill Essiger und Krimml einen Schienenersatzverkehr mit Autobussen ein", so Walter Stramitzer von der Salzburg AG. Ab 13. November folgen tageweise Sperren der Pinzgauer Lokalbahn für den Einhub der Stahlbauteile.

Mehr Verkehrssicherheit

Die neue Hubbrücke aus Stahl wird rund 240 Tonnen wiegen, in sechs Teilen antransportiert und an Ort und Stelle unter einer Einhausung zusammengeschweißt werden. Eine Optimierung der Fahrbahn- und Gehsteiggestaltung sowie die Sicherung der Eisenbahnkreuzung durch eine Schrankenanlage wird die Verkehrssicherheit erhöhen. Generalunternehmer ist die Firma Porr Bau. An einer optisch ansprechenden Gestaltung der Pylonhüllen der Brückentürme wird federführend durch den Brückenbau-Referatsleiter Werner David mit Unterstützung von Architekt Ulrich Stöckl aus Saalfelden gearbeitet. Die Gesamtkosten sind mit sechs Millionen Euro budgetiert, sie werden zur Gänze vom Land Salzburg getragen. 170911_60 (sm/lmz)

Weitere Informationen: Thomas Aichhorn, Büro Landesrat Hans Mayr, Tel.: +43 662 8042-3341, E-Mail: thomas.aichhorn@salzburg.gv.at. Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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