Nachwuchs für Jobmotor Industrie

Haslauer: Ausbildung ist Schlüsselfaktor für Weiterentwicklung des Industriestandorts Salzburg

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.09.2017
 

(LK) 2015 haben die Salzburger Landesregierung und die Industriellenvereinigung Salzburg das Industriepolitische Abkommen "Zukunftsweisende Wege für Salzburg" unterzeichnet. Es ist das dritte derartige Abkommen zwischen beiden Partnern. Sie haben sich dazu bekannt, alle Kräfte zu bündeln, um den Industriestandort Salzburg voranzutreiben.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg, Peter Unterkofler, die Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Salzburg, Irene Schulte, und Vorsitzender und der Unternehmenssprecher von Maco, Guido Felix, sprachen heute, Montag, 18. September, bei einer Pressekonferenz bei Maco darüber, wie sich die Bereiche Bildung und Ausbildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT), Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Fachkräftesicherung entwickelt haben.

 

 

Industrie als Jobmotor

"Ziel des Abkommens ist es, Salzburg nachhaltig weiterzuentwickeln. Wir forcieren damit Rahmenbedingungen, die die Wirtschaftskraft und Attraktivität des Industriestandortes Salzburg stärken", sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Die Industrie ist Wertschöpfungs- und Jobmotor und wirtschaftlich mit vielen kleinen und mittleren Unternehmen verknüpft. Das Standortabkommen zwischen der Industriellenvereinigung und dem Land Salzburg definiert jene Parameter, die zum Ausbau der bestehenden Unternehmen und zur Ansiedelung neuer Unternehmen beitragen. Langfristiges Ziel ist die Sicherung von Wohlstand und Wertschöpfung in der Region.

"Die Informations- und Kommunikationstechnologien haben jetzt schon eine enorme Bedeutung für Salzburg als Wirtschaftsstandort. Mit der Wissenschafts- und Innovationsstrategie WISS 2025 setzen wir nach einer Analyse der Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Risiken dort an, wo wir dringende und zugleich langfristige Innovationen brauchen", so der Landeshauptmann.

Eine Online-Erhebung unter IV-Mitgliedsbetrieben im Jahr 2016 hat ergeben, dass zwei Drittel der befragten Unternehmen teilweise mit erheblichen Problemen konfrontiert sind, geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Befragt wurden 85 Unternehmen mit rund 93.000 Beschäftigten. Je höher das erwünschte formale Qualifikationsniveau, desto öfter wurde von Rekrutierungsschwierigkeiten berichtet. Zwei von drei Firmen hatten Schwierigkeiten, geeignete Hochschulabsolventinnen und -absolventen zu finden, jede zweite Firma tat sich schwer, Fachkräfte auf BHS- und Lehrniveau zu finden.

Die IV Salzburg und das Land Salzburg forcieren durch gemeinsame Aktivitäten im MINT-Bereich die Förderung der Bildung und Ausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Folgende Programme und Initiativen aus dem Industriepolitischen Standortabkommen wurden dahingehend auf Schiene gebracht:

Erfolge aus dem Industriepolitischen Standortabkommen 2015

  • Stiftungsprofessur Data Science: Land Salzburg, Stadt Salzburg und IV Salzburg finanzieren gemeinsam eine Stiftungsprofessur an der Universität Salzburg. Damit soll der seit einem Jahr erfolgreich etablierte Master Data Science verstärkt werden.
  • Science City Itzling mit Schwerpunkt Materialwissenschaften: Die Umsetzung des Schwerpunkts ist gelungen, die Eröffnung fand in diesem Jahr statt.
  • MINT-Schule: Das MINT-Gütesiegel wurde in Salzburg umgesetzt. Bis 2020 soll in jedem Bezirk mindestens ein MINT-Schwerpunkt pro Schultyp aufgebaut worden sein.
  • SALIS: Die Internationale Schule wurde als Sekundarstufe I eingeführt. Mit der International Class hat die Praxisvolksschule das internationale Curriculum umgesetzt.
  • Förderung von Wirtschaftsverständnis: Die IV Salzburg bietet Betriebspraktika und Schnuppertage in Salzburger Unternehmen für Lehrkräfte an, ebenso SPICI-Exkursionen. Spürnasenecke: In 28 Kindergärten wird bereits in der Spürnasenecke geforscht. Für das Jahr 2018 ist ein Ausbau um knapp das Doppelte geplant.
  • IKT-Offensive Salzburg: Die Bedeutung von IKT für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft wurde in einem IKT-Masterplan mit Maßnahmenbündeln festgehalten. An der Umsetzung wird konsequent gearbeitet.

Neue Geschäftsmodelle durch Digitalisierung

IV-Salzburg-Präsident Peter Unterkofler wies darauf hin, dass sich Unternehmens- und Produktionsprozesse grundlegend verändern. Er gibt zu bedenken, dass die fortschreitende Digitalisierung neue Geschäftsmodelle bedingt und die besten Köpfe erfordert: "Gefragt sind neben Digitalisierungskompetenzen zunehmend Soft Skills und vernetztes Denken. Der Bedarf an geeigneten Fachkräften in den Salzburger Leitbetrieben zeigt täglich, dass wir mehr denn je in den Nachwuchs investieren müssen. Deshalb fangen wir in der Industriellenvereinigung schon früh mit der Förderung junger Talente an – von der Elementarpädagogik bis hin zum Universitätsstudium", sagte der IV-Salzburg-Präsident.

Zukunftsweisende Wege entwickeln

Im Zeitalter der Digitalisierung und Automatisierung wird die Verschränkung von Gesellschaft, Bildung und Industrie immer wichtiger. Ziel aller Akteure ist es, Salzburg zur Leuchtturmregion in der Bildung zu machen. "Salzburg muss zum Innovation-Leader werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern. Gezielte Maßnahmen im Bildungssystem, in der Forschungsförderung und der Innovationspolitik sind die Ausgangsbasis für die Zukunftsfähigkeit der Region", betonte IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte.

Eine Führung durch die Produktion und die Lehrwerkstätte bei Maco gab Einblicke, wie praxisnahe Ausbildung funktioniert und welche Rahmenbedingungen es braucht, um junge Talente im Unternehmen aus- und weiterzubilden. Die Besichtigung des Rohbaus des Forschungs- und Innovationszentrums von Maco richtete den Blick in die nahe Zukunft: "Mit dem neuen Forschungs- und Innovationszentrum schaffen wir wörtlich genommen Raum für Ideen und Innovationen", sagte Maco-Vorsitzender und Unternehmenssprecher Guido Felix. In Betrieb wird das Zentrum im Frühjahr des kommenden Jahres gehen. Die Firstfeier findet noch in derselben Woche am 21. September statt. 170918_61 (lmz)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

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