Mehr "Spürnasenecken" in allen Bezirken

Haslauer: Interesse bei Kindern für die MINT-Fächer wecken / 30 neue "Experimentierstationen" bis Ende 2018

Salzburger Landeskorrespondenz, 10.10.2017
 

(LK) Hinter der Schutzbrille leuchten aufmerksame Kinderaugen, während kleine Finger vorsichtig zwei Elektroden in eine aufgeschnittene Zitrone stecken. "Passt", meint die junge Forscherin, als die an die Zitrone angeschlossene Uhr plötzlich aufleuchtet. "Stromkreis geschlossen", erklärt das Mädchen. Nun müsse sie aber weiter: Sie sei heute nämlich für das Protokollieren der Messergebnisse in der Wetterstation zuständig. Und weil es gestern geregnet habe, gebe es heute unter dem Mikroskop einen Regenwurm zu sehen.

31 Kindergärten mit Spürnasenecke, bei denen kindgerecht Begeisterung für das Forschen und Experimentieren geweckt wird, gibt es bereits in Salzburg. Nun sollen weitere kindgerechte Experimentierstationen in 30 Kindergärten in allen Bezirken eingerichtet werden. Das Land Salzburg unterstützt die Kooperation zwischen der Spürnasenecke, der Wirtschaftskammer/Sparte Industrie und dem Hauptsponsor W&H Dentalwerk Bürmoos. Dabei kommen von der Fachhochschule Salzburg entwickelte Möbel, verschiedenste Forscherutensilien und pädagogische Einschulungen sowie fortlaufende Weiterbildung der Pädagoginnen und Pädagogen zum Einsatz. In der BAfEP Bischofshofen (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) informierten heute, Dienstag, 10. Oktober, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Landesrätin Martina Berthold, WKS-Direktor-Stellvertreter Manfred Pammer, W&H Dentalwerk-Geschäftsführer Peter Malata und die Erfinder der Spürnasenecke über die Initiative zur frühzeitigen Förderung von Interesse an Technik und Naturwissenschaft.

"Die Spürnasenecken tragen dazu bei, das Interesse bei Kindern für die MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, zu wecken. Somit ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Umsetzung unseres Masterplanes für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) realisiert", sagte Landeshauptmann Haslauer. Es gelte, gerade bei den Kleinsten anzusetzen. Weitere wichtige Maßnahmen sind die Fortbildung von Pädagoginnen und Pädagogen in den MINT-Fächern und das Angebot von entsprechenden Studienrichtungen in Salzburg, wie etwa Informatik, Data Science oder Materialwissenschaften.

„Zu wenige Frauen begeistern sich für Ausbildungen und Forschungen im Bereich der Naturwissenschaft. In den Spürnasenecken werden bereits die Jüngsten spielerisch ermutigt, in diese Welt einzutauchen. Es liegt an uns, vor allem den Mädchen die Faszination am Forschen zu wecken“, betonte Landesrätin Martina Berthold, zuständig für Elementarpädagogik und Frauen im Bundesland Salzburg.

Für WKS-Direktor-Stellvertreter Manfred Pammer ist die Frage der Fachkräfte für die gesamte Wirtschaft in Salzburg Dreh- und Angelpunkt für die zukünftige Positionierung des Wirtschaftsstandorts. "Im Zeitalter der Digitalisierung brauchen wir insbesondere mehr Techniker und IT-Fachleute. Die Grundlage dafür ist ein spielerisches Hineinwachsen in die Welt von Technik und Naturwissenschaften. Wir brauchen mehr Begeisterung, Interesse und Spaß für Technik, und diese Begeisterung gilt es bereits bei den Kleinsten zu wecken. Dem dienen die 'Spürnasenecken', 2011 ins Leben gerufen und eine ausgezeichnete pädagogische Innovation. Das Programm der 'Spürnasenecken' in den Kindergärten soll mit Unterstützung des Landes, der WKS und der Industrie stark ausgebaut werden. Bis 2018 sollen die bisher bestehenden 'Spürnasenecken' verdoppelt werden und es soll dann in Salzburg 60 derartige Entdeckerzonen in den Kindergärten geben", so Pammer.

"Mit Überzeugung haben wir die Funktion des Hauptsponsors übernommen und sorgen damit für die notwendigen Rahmenbedingungen für eine regelmäßige Aus- und Weiterbildung der Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen sowie ein laufendes Upgrade der dafür benötigen Lernunterlagen. Meine Auffassung ist: Wer ernten will, muss auch säen. Somit ist die Industrie aufgerufen, frühzeitig die Nachwuchsförderung zu unterstützen. Als Hauptsponsor der Spürnasenecke haben wir meiner Ansicht nach dafür ein wichtiges Zeichen gesetzt", so W&H Dentalwerk-Geschäftsführer Peter Malata.

Forschen und Experimentieren im Kindergarten

Bei der Spürnasenecke handelt es sich um eine Einrichtung zum Forschen und Experimentieren mit Kindergartenkindern. Sie beinhaltet eigens dafür an der FH Kuchl entwickelte Möbel, verschiedenste Forscherutensilien aus den Themengebieten Biologie, Chemie, Physik und Technik und eine pädagogische Einschulung bzw. Weiterbildung der Pädagoginnen und Pädagogen.

"Seit 2016 tritt W&H Dentalwerk Bürmoos als Hauptsponsor auf und finanziert die stetige pädagogische Weiterentwicklung der Spürnasenecke", so Landeshauptmann Haslauer: "Das Beste dabei ist: Die kindgerechten Experimente mit Elli, dem Experimentier-Eichhörnchen, machen den Kindern viel Spaß!"

Bis 2018 landesweit 30 neue Spürnasenecken

Derzeit gibt es 31 Spürnasenecken in Kindergärten in der Landeshauptstadt (9), im Flachgau (11), im Tennengau (6) und im Pongau (5). Die 30 neuen Spürnasenecken sollen bis Ende 2018 eingerichtet sein und verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bezirke: Stadt Salzburg 15, Flachgau 16, Tennengau 8, Pongau 9, Lungau 3, Pinzgau 10. 171010_22 (kg/sab)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

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