Hochwasserschutz bringt mehr als Sicherheit

Schwaiger: Mehr Lebensqualität, zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten und Renaturierung von Gewässern durch modernen Hochwasserschutz

Salzburger Landeskorrespondenz, 25.10.2017
 

(LK) Sicherheit ist das Hauptziel des Hochwasserschutzes. Wie viel mehr die Hochwasserschutzprojekte in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und der Schaffung von Naherholungs- und Entwicklungsräumen leisten können wurde bei der Veranstaltung "Hochwasser und Lebensraum (K)ein Widerspruch" heute, Mittwoch, 25. Oktober, in Bergheim bei Salzburg diskutiert.

"Hochwasserschutz ist heute deutlich mehr als Mauern und Pumpwerke. Flüsse und Bäche werden nicht mehr in Kanäle gezwängt, sie werden bei den Schutzprojekten naturnah gestaltet und bieten ökologisch sowie als Naherholungsräume großen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger. Investitionen in den Hochwasserschutz wirken zudem wie kleine Konjunkturpakete. Der Großteil des investierten Geldes bleibt in den Regionen, stärkt dort die Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze. Durch den Hochwasserschutz werden zudem Flächen wieder für den Wohnbau und als Gewerbegebiete nutzbar gemacht. Das schafft Entwicklungsmöglichkeiten für einen lebendigen ländlichen Raum", betonte Landesrat Josef Schwaiger anlässlich der Veranstaltung.

Seit Anfang 2013 wurde das Bundesland Salzburg von zwei großen Hochwasserereignissen und zahlreichen kleinräumigen Überflutungen getroffen. Dabei haben bereits bestehende Schutzbauten große Schäden verhindert. Regionen ohne Hochwasserschutz wurden jedoch schwer in Mitleidenschaft gezogen.

"Seit 2013 wurden aber auch rund 80 Millionen Euro in neue Hochwasserschutzprojekte investiert. Denn eines haben die vergangenen Jahre gezeigt: die Höhe der möglichen Schäden beträgt ein Vielfaches der Investitionskosten. Ein 100 jährliches Hochwasser würde einen Schaden von rund 70 Millionen in den Gemeinden Bruck und Zell am See verursachen. Das gesamte Projekt kostet hingegen rund 22 Millionen Euro. Es zahlt sich also jeder investierte Euro garantiert aus", so Schwaiger.

Nutzen für Natur und Mensch

Das Projekt Oichten in den Gemeindegebieten Göming und Nußdorf am Haunsberg ist beispielgebend für modernen Hochwasserschutz und eines von 22 Projekten, bei denen Hochwasserschutz mit ökologischen Maßnahmen erfolgreich kombiniert wurde. "Durch dieses einzigartige Projekt, der Entfernung der künstlichen Querbauwerke, ist die Durchgängigkeit der Oichten von der Mündung bis zum Ursprung wiederhergestellt. Die daraus resultierende Verbesserung des Hochwasserschutzes und der ökologischen Situation sowie der einfachere Zugang zum Gewässer kommen sowohl der Natur als auch der Bevölkerung in dieser Region zugute", so Schwaiger.

Daten und Fakten

  • Von 2013 bis 2017 wurden bereits rund 65 Millionen Euro im Aufgabenbereich der Bundeswasserbauverwaltung in vorbeugende Hochwasserschutzprojekte investiert.
  • Ab 2018 werden auf Grundlage von behördlich und technisch-finanziell bereits genehmigter Projekte (WBFG Bund) weitere rund 29 Millionen Euro in vorbeugende Hochwasserschutzprojekte investiert werden.
  • Insgesamt wurden beziehungsweise werden rund 15.200 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 3.000 Objekte (Wohn-, Betriebs-, Handels- etc. Objekte) vor einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt.
  • Zudem wurden nach den Hochwassern 2013 (2. Juni 2013 im Pinzgauer Saalachtal, Flach- und Tennengau) und 2014 (31. Juli 2014 im Pinzgauer Salzachtal) rund 13,5 Millionen Euro in Hochwassersofortmaßnahen investiert.
    In diesem Zeitraum wurden zudem im Aufgabenbereich der Bundeswasserbauverwaltung Salzburg mit ca. 1.400 Kilometer betreuter Fließgewässer (BF: Salzach, Saalach, Enns und Mur und größere Zubringer sowie Kleingewässer) rund 1,5 Millionen für laufende Instandhaltungs- bzw. Instandsetzungsarbeiten aufgewendet.

Dazu kommen noch die Investitionen der Wildbach- und Lawinenverbauung von insgesamt 28 Millionen Euro pro Jahr wovon das Land Salzburg 5,3 Millionen Euro bereitstellt. Landesweit gibt es 20.000 Schutzbauwerke. 171025_30 (jus/kg)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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