Überbetriebliche Lehre schafft Perspektiven

Haslauer: Zentrale Maßnahme, um Jugendlichen eine echte Chance auf einen Abschluss zu bieten

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.11.2017
 

(LK) Erfreulicherweise ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen bis 25 Jahre im Vergleich zum Vorjahr zwar um 15 Prozent zurückgegangen (auf 1.896 Personen), dennoch müssen noch weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Jugendlichen gesetzt werden. Von hoher Bedeutung ist hier die überbetriebliche Lehrausbildung (ÜBA). Diese wird vom Land und in überwiegender Weise vom Arbeitsmarktservice (AMS) Salzburg finanziert. Alleine im Ausbildungsjahr 2017/2018 werden hier insgesamt 3,3 Millionen Euro für die Jugendlichen investiert. Das Land Salzburg beteiligt sich mit 500.000 Euro.

"Es ist mir ein Anliegen, dass alle ausbildungswilligen Jugendlichen eine Chance auf eine gute berufliche Ausbildung erhalten und dadurch einen wichtigen Grundstein für einen erfolgreichen Berufseinstieg legen können. Jeder Jugendliche ohne Arbeit und Perspektive ist einer zu viel und braucht unsere volle Unterstützung. Damit niemand aus dem Bildungssystem hinausfällt und jeder Jugendliche eine echte Chance auf einen Abschluss hat, werden bereits viele konkrete Maßnahmen umgesetzt. Eine dieser zentralen Maßnahmen ist die überbetriebliche Lehre. Ich danke dem Arbeitsmarktservice Salzburg für die so gute Zusammenarbeit. Hier kommen wir wichtige Schritte weiter", sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute, Sonntag, 12. November.

"Gerade die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt zeigt die Bedeutung der überbetrieblichen Ausbildung, da damit nicht nur die Chancen der Jugendlichen auf eine solide berufliche Entwicklung gewahrt werden, sondern auch ein essentieller Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs in der Salzburger Wirtschaft geleistet wird. Dementsprechend ist auch der Erfolg: In siebzig Prozent der Fälle gelingt das Ziel der Vermittlung auf ein reguläres betriebliches Lehrverhältnis schon nach dem ersten Ausbildungsjahr", so Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg.

Ausbildungsvertrag wird mit Schule abgeschlossen

Zielgruppe der überbetrieblichen Lehrausbildung sind alle beim AMS vorgemerkten Lehrstellensuchenden mit abgeschlossener Schulpflicht, die trotz intensiver Vermittlungsbemühungen keine geeignete Lehrstelle finden konnten oder die eine betriebliche Lehre abgebrochen haben. Im Gegensatz zur klassischen Lehre wird bei der überbetrieblichen Lehrausbildung nicht mit dem Lehrbetrieb ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen, sondern mit der Schule. Von dieser oder von Betrieben, die mit der Schule kooperieren, werden die Jugendlichen bei dieser Form ausgebildet und erlernen dabei die praktischen Fertigkeiten des Lehrberufes. Die Jugendlichen bleiben so lange in der überbetrieblichen Lehre, bis sie einen regulären Lehrplatz bei einem Betrieb gefunden haben, wobei das AMS die Jugendlichen unterstützt. Gelingt dies nicht, so können die Lehrlinge die gesamte Lehrzeit in der überbetrieblichen Lehre verbringen und abschließend zur Lehrabschlussprüfung antreten.

Zusätzlich besuchen sie die Berufsschule und sind rechtlich in allem den klassischen Lehrlingen gleichgestellt. Anstelle der Lehrlingsentschädigung gibt es in der überbetrieblichen Lehrausbildung eine Ausbildungsbeihilfe. Diese beträgt im ersten und zweiten Lehrjahr bzw. bis zum 18. Geburtstag 316,50 Euro netto im Monat. Ab dem dritten Lehrjahr bzw. ab dem 18. Geburtstag beträgt sie 731,70 Euro monatlich. Für benachteiligte Jugendliche sind in der überbetrieblichen Lehrausbildung zwei Sonderformen vorgesehen: Entweder besteht die Möglichkeit, durch Verlängerung der Ausbildungszeit zum Lehrabschluss zu gelangen oder die Jugendlichen erwerben in einer kürzeren Variante nur Teilqualifikationen aus einem Lehrberuf.

Mehrere Initiativen gesetzt

Doch nicht nur mit der überbetrieblichen Lehrausbildung soll ein Beitrag zur Jugendbeschäftigung und der seit 2016 gesetzlich verankerten Ausbildung bis 18 geleistet werden, sondern auch mit anderen Initiativen wie dem Talente-Check. 171109_111 (mg/ram)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.  

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