Innovative und "grüne" Salzburger Skiindustrie

Haslauer/Rössler: Forschung und Umweltschutz mit Unterstützung des Landes bei Atomic und Blizzard

Salzburger Landeskorrespondenz, 22.11.2017
 

(LK) Innovativ, umweltbewusst und erfolgreich – so starten die in Salzburg ansässigen Skifabriken Atomic in Altenmarkt und Blizzard in Mittersill in die Wintersaison. Mit Unterstützung des Landes werden Innovationsprojekte im Technik- und Umweltbereich vorangetrieben. Beide Unternehmen nehmen ihre ökologische Verantwortung ernst und investieren maßgeblich in Energieeffizienz- und Umweltschutzmaßnahmen.

"Die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben eine enorme Bedeutung für Salzburg als Wirtschaftsstandort. Deshalb ist dieser Bereich einer von fünf Entwicklungsschwerpunkten, die wir in der Wissenschafts- und Innovationsstrategie 2025 festgelegt haben", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. "Ein Beispiel für gelungene Kooperation zwischen Forschung und Wirtschaft in der IKT-Landschaft Salzburg zeigt ein Digitalisierungsprojekt bei Atomic in Altenmarkt."

Intelligente Ski-Produktion mit QR-Code

Es handelt sich dabei um ein Projekt, bei dem drei Unternehmen, die Fachhochschule Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg kooperieren, beschäftigt sich mit der intelligenten Ski-Produktion. Den Ski stellt Atomic, die Software liefert COPA-DATA, die verschlüsselten QR-Codes für Fälschungssicherheit Authentic Vision und die Forschung die Fachhochschule. Der Ski mit "Köpfchen" ist während des Produktions-Vorganges digital überwacht und liefert die verschiedensten Daten zum Produktionsverlauf. "Mit dem QR-Code können wir so lückenlos nachvollziehen, wo der Ski zu lange war, wo die Produktionsschleife schon perfekt ist und – falls ein Modell fehlerhaft sein sollte – wo der Fehler passiert ist. Auf diese Art und Weise können die Produktionskette effizienter gemacht und die Qualitätssicherung auf ein neues Level gehoben werden", so Michael Schineis, Präsident von Amer Wintersports.

Systematische, elektronische Informationen von Testpersonen

Zuvor hat Atomic bereits mit der Salzburg Research und weiteren Partnern im Projekt "PISI – Produktinnovation in der Skiindustrie" zusammengearbeitet. Ziel dabei war es, ein Toolset zur elektronischen Informationsgewinnung, Ideenaus- und -bewertung von professionellen Testpersonen und von Amateuren zu erstellen. Rückmeldungen werden systematisch ausgewertet und in den Produktentwicklungsprozess integriert.

Amer Sports – groß und "grün"

Die Amer Sports-Skifabrik in Altenmarkt ist seit mehr als 45 Jahren in Betrieb. Heute werden dort jährlich 400.000 Paar Atomic- und Salomon-Ski hergestellt. Mit 750 Mitarbeitenden zählt die Produktionsstätte zu den größten Skifabriken weltweit. Zudem ist sie eine der "grünsten" Fabriken ihrer Art.

In den vergangenen Jahren hat Amer Sports eine Reihe wichtiger Maßnahmen ergriffen, um den CO2-Ausstoß und den Energieverbrauch zu reduzieren. Partner dabei war das umwelt service salzburg. Heute stammt der gesamte Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Zuletzt wurde auch viel in Gebäudeisolierung, Infrastruktur und Wärmerückgewinnungssysteme investiert. Die Heizleistung für die Fabrik sowie die Stadt Altenmarkt, kommt zu 100 Prozent aus Biomasse und wird von einem ortsansässigen Kraftwerk erzeugt, das je zur Hälfte von Amer Sports und der Gemeinde finanziert wird. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen wurde Atomic vor zwei Jahren mit dem umweltblatt salzburg ausgezeichnet.

Für den Produktionsbereich gibt es ein eigenes Abfallmanagementsystem. Im Zentrum des ausgeklügelten Recyclingprozesses steht ein ganz spezieller Shredder, der Abfallmaterialien zu sehr kleinen Partikeln verarbeitet, die leicht zu verpacken und zu transportieren sind und innerhalb anderer Industrien zur Wiederverwertung kommen.

Blizzard ist Salzburg 2050-Partnerbetrieb

Das Land hat es sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 ein klimaneutrales und energieautonomes Bundesland zu sein. "Dieses ehrgeizige Ziel erreichen wir nur mit starken Partnern an unserer Seite. Blizzard in Mittersill ist einer der 15 Betriebe im Land, mit denen wir konkrete Fördervereinbarungen abgeschlossen haben und die uns aktiv im Klimaschutz unterstützen", so Umweltreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler.

Das Unternehmen in Mittersill setzt bereits seit Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung um und wurde dafür mit dem umweltblatt salzburg 2016 ausgezeichnet. Im Rahmen der Salzburg 2050-Partnerschaft und mit Unterstützung des Wachstumsfonds des Landes wird derzeit eine Photovoltaik-Anlage mit 400 Kilowatt Peak errichtet, das entspricht etwa 15 Prozent des eigenen Strombedarfs oder der Versorgung von rund 130 Haushalten. Zwei von vier Bauphasen wurden bereits fertiggestellt; die Phasen drei und vier sind für 2018 geplant. Weitere Schwerpunkte im Umweltschutzbereich sind auch das Abfallmanagement sowie die E-Mobilität.

Geschäftsführer Helmut Exenberger: "Für uns ist Energieeffizienz ein klares strategisches Ziel. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich die durchaus beträchtlichen Investitionssummen auf dem Weg zur Energieautonomie nicht nur äußerst positiv auf unsere Umwelt auswirken, sondern uns langfristig auch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen werden. Fakt ist: Je unabhängiger man in diversen Bereichen wird, desto einfacher und genauer kann man für die Zukunft planen. Die Entwicklung der wirtschaftlichen Ergebnisse und die Senkung des Energieverbrauchs um mehr als 70 Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre, und dies bei stetig steigender Produktionsmenge, sind Bestätigung genug, dass Umweltverantwortung und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können."

1945 gegründet mit Hauptsitz in Mittersill und aktuell mit 220 Beschäftigten am Standort im Pinzgau ist die Blizzard Sport GmbH das Skikompetenzzentrum der Tecnica Group. Pro Jahr werden mehr als 300.000 Paar Ski der Marken Blizzard und Nordica produziert. 171122_31 (kg/jus)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at; Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

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