Land und WKS wollen Lehrlings- und IT-Ausbildung weiter forcieren

Haslauer: Konjunkturanalyse der Wirtschaftskammer zeigt starke Wirtschaftsdynamik in Salzburg

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.01.2018
 

(HP) Salzburgs Wirtschaft startet mit Optimismus auf breiter Front durch. Das ergab die heute präsentierte Kunjunkturanalyse der Wirtschaftskammer (WKS) Salzburg.

"Auf diese erfreuliche Situation hat die Wirtschaftspolitik des Landes gemeinsam mit der WKS und Wirtschaft intensiv hingearbeitet: Ein wirtschaftlicher Optimismus wie schon lange nicht mehr hat Salzburgs Betriebe erfasst. Salzburgs Wirtschaft hat 2016 und 2017 deutlich an Dynamik gewonnen. Die Aussichten auf 2018 sind sehr gut." Auf diesen Nenner brachte Wirtschaftsreferent Landeshauptmann Wilfried Haslauer in einem gemeinsamen Pressegespräch mit WKS-Präsident Konrad Steindl die erfreuliche Ausgangslage für das Jahr 2018. "Salzburg steht sehr gut da. Es hat erneut in vielen Bereichen die Spitze der österreichischen Bundesländer eingenommen", so Haslauer.

Salzburg zeigt starke Wirtschaftsdynamik

In keinem anderen Bundesland ist 2016 die Wirtschaft stärker gewachsen als in Salzburg (2,5%). Bei der Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung setzte sich Salzburg mit 48.700 Euro an die Spitze aller Bundesländer inklusive Wien. Salzburgs Arbeitgeber können 2017 einmal mehr auf einen Beschäftigungsrekord auf 254.000 unselbständig Beschäftigte verweisen (+1,7%). Salzburg hat 2017 wieder die niedrigste Arbeitslosenrate Österreichs erzielt (5,3%). Mit diesen Werten hat sich Salzburg auch noch fester in der Gruppe der 30 besten EU-Regionen verankert, wie eine Analyse der WKS ergeben hat. Dort führt es in einigen Kategorien die österreichischen Bundesländer an.

"2018 dürfte der Wirtschaftsmotor in Salzburg weiter gut laufen, zieht man die Konjunkturumfrage der WKS in Betracht: Die Zufriedenheit mit der Geschäftslage ist fast schon auf Vorkrisenniveau, die längerfristigen Erwartungen sind bereits so positiv wie vor der Finanzkrise. Die Auslastung ist fast in keinem Betrieb schlecht. Auch bei der Ertragslage geht es wieder aufwärts", zitierte Haslauer die Ergebnisse der Konjunkturanalyse: "Das ist für die Landespolitik eine hervorragende Ausgangsbasis, um die nächsten Schritte in der Qualitätsverbesserung des Standortes Salzburg anzugehen."

Betriebe investieren wieder mehr

Für WKS-Präsident Steindl kommt die gute Verfassung, in der sich Salzburgs Wirtschaft befindet, nicht von ungefähr. Er spricht von einem Mix aus internationalen, nationalen und regionalen Faktoren, die zu einer neuen Dynamik geführt haben. "Der Aufschwung ist alles andere als nur Konjunkturglück, sondern Ergebnis richtiger Maßnahmen", so Steindl. Zwar sorgt eine breite internationale Nachfrage nach heimischen Produkten (Export) und Dienstleistungen (Tourismus) für viel Rückenwind, Salzburg hat aber auch durch Investitionsförderungen – etwa mit der Investitionszuwachsprämie - zur rechten Zeit den KMU-Sektor gestärkt. Besonders erfreulich ist die verstärkte Investitionstätigkeit der Betriebe: Gut 50% der Betriebe wollen 2018 Investitionsprojekte verwirklichen. 42% werden in die Maschinenausstattung investieren und 30% werden Bauinvestitionen vornehmen. Die Betriebe bereiten sich auf die verstärkte Digitalisierung vor: 46% wollen in IT und IT-Sicherheit investieren. In Zeiten des Fachkräftemangels wird außerdem über die Hälfte (52%) mehr Geld in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter stecken.

Nicht zuletzt hat laut Steindl auch die Steuerreform 2016/2017 zu mehr Kaufkraft geführt. "Jetzt geht es darum, diesen Aufschwung nachhaltig abzusichern. Erfreulicherweise hat die neue Regierung angekündigt, die dringend notwendigen Reformen endlich anzugehen. Hier sind in der nächsten Zeit keine Störmanöver zu erwarten, sondern doch eher Rückenwind für die Betriebe", befürwortete Steindl die Reformmaßnahmen der Regierung.

Er bezieht sich dabei auf geplante Maßnahmen zur Entbürokratisierung, zur Senkung der Steuerquote auf 40% und die Stärkung der Berufsausbildung. Von besonderer Bedeutung werden die Flexibilisierungsmaßnahmen bei der Arbeitszeit sein und die weitere Senkung bei den Lohnnebenkosten. "So gewinnen wir wieder Wettbewerbsfähigkeit zurück, die zwischenzeitlich verloren gegangen ist. Wichtig ist jetzt nur, dass nicht zu lange diskutiert wird, sondern noch heuer eine Umsetzung erfolgt, um den Aufschwung verlängern zu können."

Die Flaute überwunden, Salzburg zurück am Wachstumspfad

Stimmung, Erwartungen und die Zufriedenheit mit der Auftragslage waren nur in den Jahren vor der Wirtschaftskrise so gut wie jetzt. Salzburg hätte damit den Weg aus der hartnäckigen Flaute erfolgreich abgeschlossen, erklärte Präsident Steindl mit Blick auf die Ergebnisse der Befragung.

Lehrlings- und IT-Ausbildung als Maßnahme gegen Fachkräftemangel

Wenn die Salzburger Wirtschaft - neben dem Dauerbrenner Bürokratie - ein Problem aufweist, dann ist es der Mangel an geeigneten Fachkräften, an Lehrlingen, die einen Überhang an rund 500 offenen Lehrstellen füllen könnten und an spezialisierten IT-Fachkräften bzw. Informatikern. Hier wollen das Land Salzburg und die Wirtschaftskammer ihre enge Kooperation fortsetzen. "Wir erneuern 2018 unseren Schulterschluss für mehr Fachkräfte, indem wir die Lehrlingsausbildung und die IT-Ausbildung weiter forcieren", betonten Landeshauptmann Haslauer und WKS-Präsident Steindl. In beiden Bereichen hat das Bundesland Salzburg 2017 starke Akzente gesetzt: Im Vorjahr ist die Zahl der Lehranfänger um 8,2% gestiegen, das ist die höchste Steigerungsrate aller Bundesländer (Österreich 2,7%). Damit ist auch wieder die Gesamtzahl der Lehrlinge auf 8.274 leicht (+0,5%) gewachsen – eine Trendwende und ein vielversprechender Einstieg für eine Strategie gegen den Fachkräftemangel.

"Das Land Salzburg hat hier gemeinsam mit der Wirtschaftskammer intensiv vorgearbeitet. Kein Bundesland ist erfolgreicher bei 'Lehre mit Matura' unterwegs, kein Bundesland hat die Meisterprüfung dank Förderungen kostenlos gemacht. Kein Bundesland erreicht so viele Jugendliche bei der Berufsberatung dank BIM und Talente-Check wie Salzburg", schilderte Haslauer Salzburgs Top-Position. "Mehr Lehrlinge aus verschiedenen Zielgruppen zu gewinnen, die Lehre noch besser zu machen, die Betriebe in der Ausbildung zu vernetzen und andere Maßnahmen werden Salzburg als Lehrlingsland Nummer eins an der Spitze Österreichs verankern". Demnächst werden in einer Arbeitsgruppe alle Maßnahmen zusammengefasst, die in der nächsten Legislaturperiode im Land umgesetzt werden sollen.

"Lehre Lab" will Innovationen für duale Ausbildung entwickeln

Einen weiteren Schritt wird die WKS setzen. Sie wird unter dem Titel "Lehre Lab" in einem Open-Innovation-Prozess Innovationsforen veranstalten, bei denen unterschiedlichste Partner ihre Projektideen einbringen werden. "Unsere Aufgabenstellung lautet folgendermaßen: Wie kann die Lehre noch besser und im Vergleich zu anderen Bildungsformen noch wettbewerbsfähiger werden? Alle Ideen sind willkommen", so Steindl.

Im Bereich der IT-Ausbildung setzen Land und WKS auf konkrete Ausbildungsinitiativen

2017 war die WKS gemeinsam mit dem Land Impulsgeber, eine Informatik-HTL im Pongau zu etablieren. Die im September 2018 startende Informatik-HTL wird mittelfristig das Angebot an Informatikern in Salzburg wesentlich verbessern. Ab 9. Februar können sich interessierte Schülerinnen und Schüler dafür anmelden. 15 MINT-Volksschulen und zehn Neue MINT-Mittelschulen sollen in Salzburg etabliert werden. Ebenso sollen in Salzburgs Kindergärten die "Spürnasenecken" auf 60 verdoppelt werden. Zudem wird 2018 mit Unterstützung der WKS der neue FH-Studiengang "Wirtschaftsinformatik und digitale Transformation" starten. Ebenso wird es den neuen Studiengang "Human-Computer-Interaction" in Kooperation mit der Universität Salzburg geben. Das "Digitale Transferzentrum" der FH Salzburg, das im ersten Halbjahr 2018 startet, wird Salzburgs KMU bei der Digitalisierung durch das Know-how der FH-Experten unterstützen. Das Ziel der WKS ist es, die rund 1.000 Technik-Studienplätze an der FH Salzburg 2018 weiter auszubauen, mit besonderer Schwerpunktsetzung auf IKT. 180118_33 (rb/jus)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

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