Nur gesunder Wald schützt vor Lawinen

Schwaiger: Bäume wirken wie ein Netz, das die Entstehung von Lawinen verhindert

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.01.2018
 

(LK) Ergiebiger Neuschnee und Sturm: Beides kann an diesen Tagen im Gebirge immer wieder Lawinen auslösen. "Nur ein intakter Schutzwald kann einen wirksamen Schutz vor Lawinen bieten", sagte heute Landesrat Josef Schwaiger.

Auf Wald-Gesundheit achten

"Wesentlich für die Schutzwirkung des Waldes ist, dass fortlaufend alte Bäume mit jungen Bäumen ersetzt werden", so Landesforstdirektor Michael Mitter. Daneben sollen die Bäume eng genug beieinander stehen und möglichst wenige Lücken im Waldbestand vorkommen. Wichtig ist laut dem Experten auch das Vorhandensein einer ausreichenden Zahl an wintergrünen Bäumen. Eine Gefahr für das Aufkommen eines verjüngten Waldes stellen insbesondere Wild, aber auch abgehende Lawinen dar, wie Egger erklärte. Ideal für einen intakten Lawinenschutzwald ist ein geschlossener Waldbestand aus tief beasteten stabilen Fichten, Tannen oder Zirben. Der Anteil von Lärchen und Laubholz sollte nicht höher als 30 Prozent sein.

Oft Wind als Baumeister von Lawinen

Nur ein gesunder Baumbestand kann das Auslösen von Lawinen verhindern. So ist Wind als Baumeister von Lawinen im gesunden Schutzwald sehr eingeschränkt. "Die Baumstämme wirken wie ein weitgespanntes Netz, das die Entstehung von Lawinen aus dem geschlossenen Wald verhindert. Nur so werden Siedlungen ausreichend geschützt", so Landesrat Schwaiger.

Rund 24 Prozent (82.500 Hektar) der insgesamt 142.000 Hektar Schutzwald schützen Siedlungen und Infrastruktur direkt vor Lawinen. Herausforderungen für die Schutzwaldbewirtschaftung sind Überalterung, fehlende Verjüngung und mangelnde Stabilität von Wäldern.

Land investiert in Pflegemaßnahmen der Wälder

Um die Schutzwirkung zu erhöhen, investiert das Land rund 4,2 Millionen Euro in die Gesundheit der heimischen Schutzwälder. "Gezielte langfristige Sanierungs- und Pflegemaßnahmen sind notwendig um die optimale Schutzwirkung der Wälder vor Lawinen zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Auch für die Pflege erforderliche Forstwege sind deshalb unerlässlich", so Schwaiger. Die aktuellen Lageberichte zur angespannten Lawinengefahr werden täglich vom Katastrophenschutzdienst des Landes veröffentlicht. 180119_111 (mg/jus)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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