Wildtiere kämpfen ums Überleben

Schwaiger: Schutzwald hat in Salzburg eine hohe Bedeutung zur Vermeidung von Naturgefahren

Salzburger Landeskorrespondenz, 26.01.2018
 

(HP) Die aktuelle Schneelage in den Gebirgstälern Salzburgs stellt nicht nur das Reh- und Rotwild vor Herausforderungen. Die Jägerinnen und Jäger müssen fast täglich meterhohe Schneeflächen freischaufeln, um die Fütterungen bewirtschaften zu können. Skisportler sollten daher unbedingt die Winterruhezonen beachten und Winterfütterungen meiden, so der Appell der Jägerschaft. Landesrat Josef Schwaiger verweist in diesem Zusammenhang auch auf die wichtige Funktion der Schutzwälder in Salzburg und deren Bedeutung zur Vermeidung von Naturgefahren.

"Wildtiere und Menschen teilen sich in Salzburg den Lebensraum und bilden eine Gemeinschaft. Der Mensch gestaltet und verändert durch seine Aktivitäten die Lebensräume der Wildtiere aber auch die Anfälligkeit der Wälder für Wildschäden. Jäger und Waldbauern sind wichtige Partner bei der Gestaltung der Wildtierlebensräume sowie der Erhaltung eines gesunden Waldes. Besonders der Schutzwald hat in Salzburg eine hohe Bedeutung zur Vermeidung von Naturgefahren. Die Jägerinnen und Jäger leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung und natürlichen Verjüngung der Schutzwälder und tragen auch große Verantwortung", so Schwaiger.

Die Schneemengen der vergangenen Woche führten nicht nur zu starken Verkehrsbehinderungen, Straßensperren und Lawinenwarnstufe 4 im Bundesland. Besonders für die heimischen Wildarten wie Gams-, Rot- und Rehwild beginnt hier ein kräfteraubender Kampf ums Überleben. Sie senken in der kalten Jahreszeit ihre Herzfrequenz, sind körperlich weniger aktiv und verbrauchen somit weniger an Energie. Die Wildtiere passen sich den Wintermonaten an und fressen sich bereits im Herbst eine dicke Fettschicht, als Art "Reserve" an. Im Winter finden sie ihre Nahrung bei Winterfütterungsstellen oder in geeigneten Überwinterungsgebieten. Dort verharren sie oft stundenlang an einer Stelle, um Kraft zu sparen.

"Bei der derzeit vorherrschenden Schneelage ist es für Wintersportler ein Vergnügen, sich im Freien zu bewegen und sich abseits von präparierten Pisten zu versuchen. Für die heimischen Wildtiere ist es allerdings undenkbar weite Wegstrecken zurück zu legen, um Nahrung aufzunehmen. Daher ist es umso wichtiger, die Winterruhezone zu beachten und Winterfütterungen zu meiden", erklärt Georg Rieger, Berufsjäger aus Flachauwinkl.

Im Bundesland Salzburg gibt es 219 ausgewiesene Winterruhezonen für das Rotwild. Diese wurden in enger Abstimmung mit den alpinen Vereinen ausgearbeitet.

Sich vor Skitour oder Wanderung über Ruhezonen informieren

"Wer eine Skitour oder eine Schneeschuhwanderung plant, der kann sich auf der Homepage www.respektieredeinegrenzen.at über die Ruhezone informieren. Zusätzlich wurden in diesen sensiblen Gebieten unübersehbare Hinweistafeln aufgestellt", ergänzt Hubert Stock, Projektleiter von "Respektiere deine Grenzen". "Eine Nicht-Beachtung der Ruhezonen führt zur Beunruhigung des Wildes, dass aus seinem "Wohnzimmer" flüchten muss. Dafür verbraucht es sieben bis zehnmal mehr Energie als in Ruhe und bergauf durch einen halben Meter hohen Schnee sogar 60 Mal mehr. Das kann oftmals den sicheren Tod der Wildtiere bedeuten. Daher richtet sich unser dringender Appell an alle Variantenfreizeitsportler, diese Ruhezonen zu respektieren", so Hubert Stock weiter.

Schutzwald sichert Bewohnbarkeit und touristische Attraktivität

Rund ein Viertel des Salzburger Waldes ist Schutzwald und diesen zu erhalten ist deutlich günstiger als technischen Maßnahmen wie die Lawinenverbauung. "So hat der Bundesrechnungshof festgestellt, dass technischen Maßnahmen das 140- bis 150fache von üblichen Erhaltungsmaßnahmen und das 10- bis15 fache von Sanierungsmaßnahmen im Schutzwald kosten. Man sieht also sehr deutlich, dass ein gesunder gut gepflegter Schutzwald nicht nur die kostengünstigste Möglichkeit sondern auch die einzig realistische ist, die Bewohnbarkeit unsere Alpentäler und deren und touristische Attraktivität und Nutzbarkeit auf Dauer zu sichern", so Schwaiger. 180126_26 (rb/kg)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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