Sternenhimmel statt Lichtverschmutzung

Rössler: Menschen- und umweltfreundlicher Einsatz von Beleuchtung erhöht Lebensqualität und spart Energiekosten

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.02.2018
 

(LK) Zu viel oder falsches Licht am falschen Ort kann schwerwiegende ökologische und gesundheitliche Auswirkungen haben. Salzburgs Gemeinden setzen Initiativen gegen die wachsende Lichtverschmutzung. Eine neue Broschüre, die im Auftrag der Konferenz der Landesumweltreferentinnen und -referenten der Bundesländer erarbeitet wurde, gibt wertvolle Tipps.

"Wir alle sollten auf einen effizienten, aber auch menschen- und umweltfreundlichen Einsatz von Beleuchtung achten. In manchen Zeiten auf Licht zu verzichten und die Dunkelheit und Stille zu genießen, kann auch ein Beitrag dazu sein", so der heutige Appell von Umweltschutzreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler.

Folgen der Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Tierwelt haben, aber auch auf unsere Gesundheit und die Verkehrssicherheit: Zugvögel prallen an hohe beleuchtete Objekte, ganze Insektenpopulationen schwinden, weil sie von Lichtquellen angelockt werden und in der Folge als Nahrungsquelle für ihre Fressfeinde und als Pflanzenbestäuber fehlen. Auch einen unbeeinträchtigten Sternenhimmel zu erleben, ist nur mehr in wenigen Gebieten möglich. Für viele ist es lange her, seit sie das letzte Mal die Milchstraße in ihrer vollen Pracht bewundern konnten. Durch den falschen Einsatz von Licht wird zudem viel Energie verschwendet. "Daher ist eine sinnvolle und effektive Beleuchtung auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz", so Rössler.

LED-Technik und Nachtabschaltung

"In vielen Salzburger Gemeinden laufen schon Bemühungen, die Lichtverschmutzung und den Energieverbrauch durch den verstärkten Einsatz von LED-Lampen einzudämmen", so Manfred Koblmüller vom Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR). Er betreut die e5-Gemeinden im Land. Beispielsweise hat St. Koloman 2013 die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technologie abgeschlossen und kann nun mehr als die Hälfte der bisherigen Energiekosten für die Beleuchtung einsparen. Mit verantwortlich dafür ist auch die automatische Lichtabschaltung zwischen Mitternacht und 5.30 Uhr. Ähnliche Erfolge gibt es in Berndorf. Die Gemeinde hat bis jetzt zwei Drittel der Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt und setzt ebenfalls auf die Nachtabschaltung. Neben der Energieeinsparung bringt die LED-Straßenbeleuchtung eine höhere Lichtqualität ohne Blendeffekte und eine zielgenauere Beleuchtung ohne Streueffekt in die Umgebung.

Der österreichische Leitfaden "Außenbeleuchtung – Licht, das mehr nützt als stört" wurde von Fachleuten aus Medizin, Verkehrs- und Lichttechnik, Biologie und Astronomie verfasst. Erläutert werden verschiedene Auswirkungen künstlicher Außenbeleuchtung auf Mensch, Tier- und Pflanzenwelt, Nachtlandschaft, Astronomie und Energieverbrauch. Auch Aspekte moderner Leuchtmittel und Leuchten werden thematisiert. Außerdem gibt es Empfehlungen für alle, die mit der Planung und Realisierung von Außenbeleuchtungen befasst sind, seien es Gemeinden, Lichtplan-Fachleute oder Privatpersonen. 180205_40 (sab/grs)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

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