Schülerinnen und Schüler gegen Barrieren in Kopf und Alltag

Berthold bei Preisverleihung von Lebenshilfe-Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler

Salzburger Landeskorrespondenz, 08.02.2018
 

(HP) Unter dem Titel "Sei ein Held / sei eine Heldin gegen Barrieren in Kopf und Alltag" hat die Lebenshilfe Salzburg anlässlich ihrer 50-Jahr-Kampagne "Gegen Barrieren in Kopf und Alltag" Schulen im Bundesland zu einem Wettbewerb gegen Barrieren eingeladen. Schülerinnen und Schüler waren dabei aufgerufen, sich Gedanken über mögliche Barrieren zu machen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

"Wir müssen nicht Wonderwoman oder Superman sein, um unser Miteinander zu verbessern. Jede und jeder kann eine Heldin oder ein Held sein, in dem wir aufeinander schauen und Barrieren in unseren Köpfen abbauen", betonte Jugendlandesrätin Martina Berthold gestern bei der Preisverleihung in Salzburg.

Barrierefreiheit ist eine wesentliche Voraussetzung, damit alle Menschen gleichberechtigt am Leben teilhaben können (UN-Behindertenrechtskonvention). Wenn Barrieren so groß sind, dass sie lange Zeit nicht überwunden werden können, braucht es Heldinnen und Helden mit Zivilcourage. Und genau diese hat die Lebenshilfe Salzburg unter Salzburgs Schülerinnen und Schülern gesucht und gefunden.

Für die Jury war es eine leichte Aufgabe, unter den 14 Projekten die besten auszuwählen. Die ersten Plätze gingen jeweils an die Volksschule Mauterndorf, die Sport-Neue-Mittelschule Walserfeld und das BAfEP Bischofshofen.

Volksschule Mauterndorf

Die Volksschule Mauterndorf stellte das Thema "Hörbeeinträchtigung" in den Mittelpunkt. Hintergrund ist, dass ein Kind in der Klasse hörbeeinträchtigt ist und ein CI (Cochlea-Implantat) trägt, das ihm beim Hören hilft. Die Kinder haben sich mit dem Gerät auseinandergesetzt und damit, was es heißt, nicht gut zu hören. Sie haben das Fingeralphabet gelernt und Regeln für eine Kommunikation miteinander aufgestellt, damit alle gleichermaßen teilnehmen können.

Sport-Neue-Mittelschule Walserfeld

Die Sport-Neue-Mittelschule Walserfeld hat mit ihrem Projekt "Schräge Vögel" aufgezeigt, dass jede und jeder von uns etwas gut und etwas nicht so gut kann. In Form eines gefilzten Fantasievogels im A3-Format stellte jedes Kind der Integrationsklasse sich selber dar und formulierte dazu Stärken und Schwächen. So steht nicht die Behinderung eines Kindes im Mittelpunkt, da alle in irgendeiner Form "schräge Vögel" mit Talenten und Begabungen sind.

BAfEP Bischofshofen

Die BAfEP Bischofshofen hat für sehbeeinträchtigte Kinder taktile Kinderbücher entwickelt. Bekannte Kinderbücher, wie z.B. "Die kleine Raupe Nimmersatt", "Frederick", "Das kleine Ich bin Ich", "Der Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hatte" und "Die kleine Spinne Jonnie", wurden neu entwickelt und zusätzlich mit Brailleschrift beschriftet. Die Bücher können in der Stadtbücherei Salzburg ausgeliehen werden.

Doch auch die anderen Schulen haben Großartiges geleistet, Songs komponiert, Videos gedreht oder das Thema künstlerisch umgesetzt.

Lebenshilfe-Präsident Michael Russ: "Unser Ziel war es, junge Menschen zu motivieren, sich mit dem Thema Barrieren in allen Facetten zu beschäftigten. Ein großer Fortschritt ist, dass die Kids nicht nur bauliche Barrieren zeigen, sondern auch erkannt haben, was Barrieren im Kopf sind und was man dagegen machen kann. Danke auch an die Lehrenden, die das Thema mit den Schülerinnen und Schülern so gut vor- und aufbereitet haben."

Unterstützt wurde das Projekt von der Behindertenbeauftragten der Stadt Salzburg, Sabine Neusüss: "Junge Menschen für Barrierefreiheit in jeder Hinsicht zu sensibilisieren ist auch unser Ziel. Barrierefreiheit hat viele Gesichter und fängt oft im Umgang miteinander an, das hat mir bei diesem Projekt besonders gefallen." 180208_12 (ram/mg)

Weitere Informationen: Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at.

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