Neue, bezahlbare Wohnungen für Salzburger

Schellhorn und Berthold: 55 Garconnieren in Bau für Salzburgerinnen und Salzburger, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.02.2018
 

(HP) Die Wohnsituation vieler Salzburgerinnen und Salzburgern ist prekär. Ein Schicksalsschlag, eine schwere Krankheit oder lange Arbeitslosigkeit – oft geht es sehr schnell, dass jemand seine Wohnung verliert. In der Stadt Salzburg haben laut aktueller "Wohnungslosenerhebung" des Forums Wohnungslosenhilfe rund 1.200 Menschen keine fixe Wohnversorgung. Viele von ihnen wohnen in überteuerten Pensionszimmern oder kommen bei Verwandten, Freunden und Bekannten unter.

Genau für diese Menschen, die von Wohnungs- und Arbeitslosigkeit betroffen sind, entstehen gerade 55 Wohneinheiten, die unter dem Namen "Meinzuhaus" von der Heimat Österreich in der Riedenburg derzeit errichtet werden. Soziallandesrat Heinrich Schellhorn und Frauenlandesrätin Martina Berthold besuchten kürzlich die Baustelle des Wohnprojekts, das im Frühherbst 2018 bezugsfertig ist. Die "Gleichenfeier" ist für Ende März geplant.

"Mit 'Meinzuhaus' möchten wir verhindern, dass Salzburgerinnen und Salzburger in eine dauerhafte Obdachlosigkeit rutschen. Wir wollen armutsgefährdeten Menschen eine Perspektive geben. Die Mieten für diese 55 Wohnungen sind 'leistbar', mit 335 Euro pro Monat liegen diese Bruttomieten deutlich unter dem aktuellen Marktpreis", sagt Soziallandesrat Heinrich Schellhorn und betonte: "damit reagieren wir ressortübergreifend auf eine prekäre Situation in Salzburg. Mit 'Meinzuhaus' können wir quasi das Feuer vorübergehend löschen, die Glut bleibt jedoch weiterhin bestehen. Salzburg braucht dringend eine langfristige Lösung, Wohnraum muss in Salzburg leistbarer werden – besonders für jene Menschen, die wenig zum Leben haben."

Entlastung für Frauenhäuser

"Frauen sind besonders oft von Armut und Wohnungslosigkeit betroffen. Deshalb sind insgesamt zehn Wohnungen für Frauen und ihre Kinder reserviert. Damit ist 'Meinzuhaus' eine wichtige weitere Maßnahme zur Entlastung der Salzburger Frauenhäuser. Gedacht wird auch an Familien, für sie werden passend ausgestattete Zimmer eingerichtet", so Frauen- und Familienlandesrätin Martina Berthold. Für Sicherheit sorgt übrigens das 24-Stunden-Notfalltelefon der Caritas.

Mehr als ein Dach über den Köpfen

"Meinzuhaus.at" steht ausschließlich Salzburgerinnen und Salzburgern offen, die derzeit keine Wohnung haben beziehungsweise als "wohnungslos" gelten.

Im Projekt "Meinzuhaus.at" sollen sie für maximal drei Jahre ein neues Zuhause bekommen. Die Mieterinnen und Mieter können vor Ort eine professionelle Betreuung durch das Team der Caritas in Anspruch nehmen, etwa um den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen und um danach eine dauerhafte Wohnung zu finden. "Die Betreuung vor Ort ist ein wichtiger Schwerpunkt bei diesem Projekt, damit die Menschen nicht allein gelassen werden. Sie können eine umfassende Unterstützung in Anspruch nehmen, damit sie wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Auch Beschäftigungsprojekte sind vorgesehen. Besonders bemerkenswert ist, dass umliegende Betriebe sich bei diesem Projekt engagieren, um mit den Menschen an ihrer Zukunft zu arbeiten", so Schellhorn.

Ein Biobäcker wird mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Brot backen, im Garten stehen Beete für gemeinsamen Gemüseanbau zur Verfügung, einmal im Monat bietet ein Friseur mit seinen Lehrlingen gratis Haarschnitte an. "Mit vereinten Kräften entsteht hier ein wichtiges Unterstützungsprojekt für Salzburgerinnen und Salzburger. Es freut mich, dass hier umlegende Betriebe mitwirken wollen oder dass die Salzburger Lions- und Rotary-Clubs diesem Projekt Spenden zukommen lassen. Dies beweist erneut, dass Salzburg zusammenhält", so Schellhorn und betont, dass es darüber hinaus dringend Maßnahmen braucht, um die Wohnungslosigkeit in Salzburg abzubauen. "Denn der Bedarf an erschwinglichen Wohnungen ist viel größer als das bestehende Wohnungs-Angebot in Salzburg. Ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist eine der wichtigsten Zukunfts-Aufgaben", so Schellhorn.

Fakten zu Meinzuhaus

Die 55 Wohneinheiten werden von der Heimat Österreich auf dem Grundstück der Kongregation der Barmherzigen Schwestern in der Riedenburg errichtet. Die Sozialressorts von Stadt und Land unterstützen das Projekt einmalig mit jeweils 50.000 Euro, die laufenden Kosten für die soziale Betreuung vor Ort wird über das Sozialressort des Landes Salzburg finanziert. Über Salzburger Lions- und Rotary-Clubs kommen zusätzlich rund 250.000 Euro an Spenden. Die Sparkasse wird dort eine Filiale der "Zweiten Sparkasse" betreiben.

"Für Akutfälle werden Übergangswohnungen bis zu zwei Monaten Aufenthaltsdauer geschaffen. Die Vergabe der Wohneinheiten erfolgt grundsätzlich durch die Caritas Salzburg - in enger Abstimmung mit dem Sozialamt der Stadt Salzburg. Verwaltet und technisch betreut wird das Haus vom Salzburger Studentenwerk", betonte Georg Leitinger, Geschäftsführer vom Salzburger Studentenwerk abschließend. 180219_31 (ram/kg)

Weitere Informationen: Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at. und Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.

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