e5-Gemeinden als Motor für Energiewende

Schwaiger: Viele e5-Ideen inzwischen im Alltag nicht mehr wegzudenken / Doppelt so viele Elektroautos als in anderen Gemeinden

Salzburger Landeskorrespondenz, 20.02.2018
 

(LK) Mit dem Umstieg auf eine Biomasse-Heizung für die Schule, mit einem kleinen Wärmenetz fürs Ortszentrum, mit Solaranlagen auf dem Sportheim oder mit den ersten verkehrsberuhigten Zonen setzten die 33 e5-Gemeinden in den vergangenen 20 Jahren in Salzburg entscheidende Schritte für eine bessere Energiezukunft. "Die Energiewende läuft über aktive Gemeinden", zeigt sich Landesrat Josef Schwaiger über diese Entwicklung erfreut.

Heute wurden zur Jubiläumsfeier "20 Jahre e5-Gemeinden in Salzburg" die Auszeichnungen für die jüngst zertifizierten Gemeinden vergeben. Die Gemeinden Berndorf und Bruck an der Großglocknerstraße wurden mit drei von fünf möglichen "e" ausgezeichnet. Taxenbach, Thalgau, Zell am See und Thomatal erhielten vier "e", und der Gemeinde St. Johann im Pongau wurde die höchste Auszeichnung mit fünf "e" in Gold überreicht. Neu im Programm gestartet ist die Gemeinde Faistenau.

"Viele Lösungen, die e5-Gemeinden als Vorreiter initiiert und erprobt haben, sind heute allgemeiner Standard: hocheffiziente öffentliche Gebäude, große und kleine Wärmenetze, Photovoltaikanlagen, die für den Eigenbedarf liefern, Trinkwasserkraftwerke, nicht zuletzt die gut ausgebauten Radwege oder das Elektroauto im Gemeindefuhrpark", so Landesrat Schwaiger, der sich bei den Gemeinden für ihr Engagement bedankte.

In e5-Gemeinden Anteil an E-Autos um ein Drittel höher

Mehr als 2.100 Photovoltaikanlagen und mehr als 9.000 thermische Solaranlagen sind in den e5-Gemeinden installiert worden. Heuer konnte die 1000. Thermografie für private Wohngebäude über das e5-Programm organisiert werden. In Summe wurden in den vergangenen zwölf Jahren 1.025 Thermografien als Türöffner für eine mögliche Gebäudesanierung durchgeführt. In e5-Gemeinden ist der Anteil der zugelassenen Fahrzeuge mit alternativem Antrieb, dazu zählen Elektrofahrzeuge und Fahrzeuge mit spritsparendem Gasantrieb, um ein Drittel höher als im Landesschnitt.

Der Schwung dieser Entwicklung soll weitergeführt werden. "Der große Wert ist schwer in Zahlen zu fassen und zugleich das Erfolgsgeheimnis: Es sind die engagierten Personen, die gut funktionierenden Netzwerke auf Gemeindeebene und gemeindeübergreifend, damit verbunden die Fähigkeit, gemeinsam etwas anzugehen und zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen", so der Energielandesrat.

Bereits die Hälfte der Salzburger Bevölkerung lebt in e5-Gemeinde

Das Programm der e5-Gemeinden wurde 1998 in Salzburg, Tirol und Vorarlberg gestartet. Von anfänglich sieben ist die Anzahl der e5-Gemeinden in Salzburg mittlerweile auf insgesamt 33 angestiegen. Mehr als die Hälfte der Salzburgerinnen und Salzburger lebt in einer e5-Gemeinde. Folgende Gemeinden sind durchgehend seit 1998 im e5-Programm: Elixhausen, Grödig, St. Johann im Pongau, St. Koloman, Weißbach bei Lofer.

Mehr als 1.100 engagierte Bürgerinnen und Bürger

Mittlerweile gibt es in Österreich insgesamt 207 e5-Gemeinden in sieben Bundesländern, darunter neben der Stadt Salzburg auch weitere 3 Landeshauptstädte. Europaweit sind es mehr als 1.400 Gemeinden in acht Ländern: Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco.

"Derzeit arbeiten jährlich mehr als 300 engagierte e5-Teammitglieder allein in Salzburgs Gemeinden als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Über die Jahre bedeutet dies, dass rund 70.000 Stunden für die erfolgreiche kommunale Energiearbeit eingebracht wurden", so e5-Programmleiter, Helmut Strasser.

"Pro Jahr werden rund 200 energie- und klimaschutzrelevante Projekte und Aktionen gesetzt. In 20 Jahren wurden so mehr als 2.100 Maßnahmen erfolgreich von den Gemeinden umgesetzt, sehr oft auch in Pionierarbeit und als Vorreiter", ergänzte Strasser.

In jeder e5-Gemeinde gibt es einen Energiebeauftragten, also eine Ansprechperson für alle Energiefragen in der Gemeinde. Jährlich werden in e5-Gemeinden um die 1.500 Energieberatungen von "Energieberatung Salzburg" und "umwelt service salzburg" durchgeführt. Die durchschnittliche Beratungsdichte in e5-Gemeinden liegt merklich über dem Landesdurchschnitt. In der Gemeinde Bruck sind die Beratungszahlen seit dem e5-Beitritt um das Doppelte angestiegen.

Gemeinden, die dem e5-Landesprogramm beitreten, werden vom SIR beraten und in ihrer laufenden Teamarbeit begleitet. Weitere Gemeinden können jederzeit ihr Interesse an einer Teilnahme bekanntgeben. Informationen gibt es unter www.e5-salzburg.at. 180220_10 (ram/fw/jus)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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