Förderung sichert Vielfalt im Lebensmittelhandel

Haslauer: Nahversorgerförderung des Landes verlängert

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.02.2018
 

(HP) Kleine und mittlere Lebensmittelnahversorger erfüllen wichtige Aufgaben bei der Versorgung der Bevölkerung mit Waren des täglichen Bedarfs. Damit sie diesen auch weiterhin nachkommen können und um die regionale Wirtschaft zu stärken, wurde die Nahversorgerförderung des Landes neuerlich verlängert. Damit können vorerst bis Ende 2018 Investitionen von Lebensmitteleinzelhändlern mit einer Kreditsumme von maximal 180.000 Euro gefördert werden.

In Anspruch nehmen können die Förderung Nahversorger, die höchstens zehn Betriebsstätten betreiben, deren Lebensmittelverkaufsfläche 600 Quadratmeter nicht übersteigt und die im Jahr maximal drei Millionen Euro Umsatz pro Standort erwirtschaften.

"Lebensmittelhändler spielen in Stadt und Land eine wichtige Rolle als leicht erreichbare Dienstleister für die lokale Bevölkerung. Die Kunden schätzen besonders das Eingehen auf individuelle Wünsche und das Angebot regionaler Spezialitäten. Das Förderungsprogramm des Wirtschaftsressorts des Landes, das als eines der attraktivsten für kleine und mittlere Lebensmittelhändler in ganz Österreich gilt, konnte auch für das laufende Jahr verlängert werden", betonte Wirtschaftsreferent Landeshauptmann. Wilfried Haslauer heute bei einem Informationsgespräch im Rochushof von Elisabeth Feldinger in Salzburg-Maxglan, der mit Unterstützung der Nahversorgerförderung umgebaut wurde.

"Nahversorger sind wichtige Treffpunkte für die Bürger in den Gemeinden und leisten einen zentralen Beitrag zur Belebung von Ortskernen. Indem wir sie unterstützen, tragen wir wesentlich dazu bei, die Kundenfrequenz zu erhöhen und die Wertschöpfung in den Regionen zu behalten. Unser Ziel bleibt es, die Lebensmittelhändler auf dem Weg in die Zukunft zu unterstützen", sagte Haslauer.

     Unbürokratisch und wirkungsvoll

Der Bundesobmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, Peter Buchmüller, und Christian Winzer, Gremialobmann des Salzburger Lebensmittelhandels, begrüßten die Fortsetzung der Förderinitiative: "Seit mittlerweile 26 Jahren gibt es die Nahversorgerförderung des Landes - sie hat sich als Erfolgsprogramm erwiesen. Ich bin stolz auf ihre Entwicklung und auf den wesentlichen Beitrag, den sie für die Existenz-sicherung unserer Händler leistet", sagte Buchmüller. "Die Förderung ist - ganz im Sinne der Nahversorger - unbürokratisch und zielgerichtet. Sie stärkt die regionale Versorgung und unterstützt punktgenau investitionsfreudige Betriebe", ergänzte Winzer.

Von der Einführung der Nahversorgerförderung im Jahr 1992 bis Ende des vergangenen Jahres wurden 1.599 Betriebe gefördert. Die Fördersumme betrug insgesamt mehr als 6,4 Millionen Euro. Die durch die Förderung ausgelösten Investitionen sind mehr als sechsmal so hoch und liegen bei rund 40,8 Millionen Euro.

     Förderungskriterien

Gefördert werden Unternehmen, die dem Gremium Lebensmittelhandel bzw. der Innung Bäcker oder Fleischer der Wirtschaftskammer Salzburg angehören (aber nur, wenn es im Ort keinen Lebensmittelhändler gibt) und die höchstens zehn Betriebsstätten betreiben.

Die Förderung kann von Nahversorgern in Anspruch genommen werden, die jährlich maximal drei Millionen Euro Umsatz mit Lebens- und Genussmitteln pro Standort erwirtschaften und deren reine Lebensmittelverkaufsfläche maximal 600 Quadratmeter beträgt.

Die Investitionsförderung erfolgt bei einer Kreditsumme von maximal 180.000 Euro durch einen Zinszuschuss von sechs Prozent pro Jahr für fünf Jahre. Die Auszahlungssumme ist mit 29.700 Euro gedeckelt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, über einen Sonderfonds den ersten bzw. letzten Nahversorger in einem Ort mit einem Zinszuschuss von weiteren drei Prozent zu fördern. Für Investitionen bis zu 35.000 Euro netto kann ein Direktzuschuss von zehn Prozent der förderbaren Kosten gewährt werden.

Die Betriebsmittelförderung sieht für einen Kreditrahmen von maximal 70.000 Euro einen Zinszuschuss von drei Prozent pro Jahr für fünf Jahre vor. Die maximale Auszahlungssumme beträgt 10.500 Euro.

     Zahlen und Fakten

2017 hatten 245 Lebensmittelvollversorger ihren Hauptsitz im Bundesland Salzburg. Diese Zahl ist seit 2008 um vier Prozent zurückgegangen. Rund 7.700 unselbstständig Beschäftigte arbeiten in Salzburg im Lebensmitteleinzelhandel. Trotz der rückläufigen Zahl an Lebensmitteleinzelhändlern hat die Zahl der Beschäftigten in dieser Branche in Salzburg zugenommen: Im ersten Halbjahr 2017 wurde ein Anstieg von 3,5 Prozent gegenüber 2016 verzeichnet. Seit 2008 gab es sogar ein Plus von über 20 Prozent oder mehr als 1.200 Mitarbeitenden.

Der Lebensmitteleinzelhandel ist die mit Abstand umsatzstärkste Einzelhandelsbranche in Österreich: 2016 war ein knappes Drittel (20,9 Milliarden Euro) der gesamten Einzelhandelsumsätze von 65 Milliarden Euro dieser Branche zuzurechnen. Auf Salzburg entfallen etwa sieben Prozent der Erlöse des österreichischen Lebensmitteleinzelhandels. Das sind ca. 1,5 Milliarden Euro netto.

Zehn Salzburger Gemeinden haben derzeit keinen Lebensmittelvoll- bzw. –teil- versorger. Davon befinden sich sechs im Lungau (Göriach, Lessach, St. Andrä, Thomatal, Unternberg und Weißpriach), drei im Flachgau (Dorfbeuern, Ebenau und Plainfeld) und eine im Tennengau (Scheffau). In Tweng und Untertauern gibt es nur mehr im Ortsteil Obertauern Lebensmittelgeschäfte. In Göming steht den Kunden im Lagerhaus ein eingeschränktes Lebensmittelangebot zur Verfügung. 2016 mussten noch neun Gemeinden ohne Nahversorger das Auslangen finden. 180227_21 (rb/kg)

Weitere Informationen: Thomas Kerschbaum, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2332, Mobil: +43 664 1020564, E-Mail: thomas.kerschbaum@salzburg.gv.at

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