Bartgeierjunges im Nationalpark geschlüpft

Rössler: Zum fünften Mal Nachwuchs für die "Könige der Lüfte"

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.03.2018
 

(LK) Der Nationalpark Hohe Tauern freut sich wieder über Nachwuchs. Im Rauriser Krumltal ist Ende Februar ein Bartgeierküken geschlüpft. "Es ist das fünfte Junge seit der Wiederansiedelung der majestätischen Tiere im Jahr 1986. Im Nationalpark Hohe Tauern wurden bereits wichtige Schritte zum Schutz der Vögel umgesetzt", freut sich Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler.

Für die Bartgeier bedeutet der Nachwuchs "Stress", die mittlerweile erfahrenen Eltern – auch die bisherigen vier Küken stammen von ihnen - müssen das Junge alle zwei Stunden füttern. Für den Nationalpark ist es ein tierisches "Glück", denn der Schutz der Tiere hat oberste Priorität. "Entdeckt" hat man den jungen Bartgeier beim so genannten "Horstmonitoring", also der Kontrolle der Brutplätze. Allerdings: Das Kleine ist noch "schüchtern", liegt tief und gut geschützt in der Horstmulde.

Hubschrauber- und Drohnenverbote schützen den Jungvogel

Für die Nationalparkverwaltung heißt das, die kommenden Monate den Brutplatz laufend zu kontrollieren und möglich Störeinflüsse zu vermeiden. Ab sofort sind deswegen Hubschrauber- und Drohnenflüge im Krumltal tabu. Die Wege in der Umgebung des Horstes dürfen nicht verlassen werden, Filmen und Fotografieren im Nestbereich ist ebenso verboten. Die Zeit bis Anfang Juli – ab dann sollte der Jungvogel flügge sein – ist die empfindlichste, hinsichtlich Störungen, die im schlimmsten Fall zum Abbruch der Fütterung führen können.

"Ab Sommer werden wir den Besucherinnen und Besuchern selbstverständlich ein eindrucksvolles Naturerlebnis rund um unsere Bartgeier im Nationalpark anbieten", so Rössler. "Die Rangerstation im Krumltal wird dann durch Personal der Nationalparkverwaltung betreut, das die weitere Überwachung und Beobachtung der Bartgeier sicherstellt. Gleichzeitig werden die Gäste informiert und ihnen selbstverständlich auch ein Blick durch Fernglas ermöglicht. Von Juli bis Anfang September werden jeden Dienstag fachkundige Ranger- Führungen ins Krumltal angeboten. Ab 14. Mai ist zusätzlich die Ausstellung 'Könige der Lüfte' in Rauris Wörth geöffnet", bestätigt Nationalpark-Direktor Wolfgang Urban die bereits getroffenen Planungen.

Fünftes Bartgeierjunges seit 2010

Im Krumltal nahm 1986 das internationale und alpenweite Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers seinen Ausgang. Bis 2009 waren alle Jungvögel im Nationalpark Hohe Tauern aus Zuchtprogrammen von Zoos aus ganz Europa künstlich wieder angesiedelt. Erst 2010 – als es schon vielfach Wildbruten in anderen alpinen Schutzgebieten gab - kam es zur ersten erfolgreichen Brut im Nationalpark Hohe Tauern, und das wieder im Krumltal. Seither wurden von dem Paar in den Jahren 2010, 2011, 2014 und 2016 insgesamt vier wilde Junggeier großgezogen, heuer folgt der fünfte.

Verzicht auf bleifreie Munition soll für mehr Bestand sorgen

In den Hohen Tauern weist der Bestand eine hohe Fluktuation auf, einen hohen Verlust an Altvögel und eine hohe Sterblichkeit. Als Hauptfaktor wurden Bleivergiftungen identifiziert. Damit im Zusammenhang steht auch die gemeinsame Initiative der Nationalparkverwaltung und von Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler zur Förderung der bleifreien Büchsenmunition, auch im gesamten internationalen Bartgeiermonitoringprojekt Beachtung gefunden hat.

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180305_10 (ram/mel)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

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