Wenn fremde Pflanzen heimische verdrängen

Rössler: Neuer Folder des Landes Salzburg informiert über Neophyten

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.03.2018
 

(LK)  Drüsen-Springkraut, Riesen-Bärenklau, Nuttall-Wasserpest, Seidenpflanze – das sind nur einige Beispiele sogenannter Neophyten, die sich in Salzburg immer häufiger ausbreiten. Neophyten sind Pflanzenarten, die von Natur aus nicht in Salzburg vorkommen, sondern erst durch den Einfluss des Menschen zu uns gekommen sind. Probleme bereiten solche Neuankömmlinge, wenn sie sich zu Lasten heimischer Pflanzenarten in der Natur ausbreiten.

"Im neuen Informationsfolder der Abteilung Natur- und Umweltschutz werden die nicht-heimischen Pflanzenarten beschrieben und mögliche Vorsorge- und Bekämpfungsmaßnahmen vorgestellt. Die Broschüre gibt darüber hinaus Tipps, was man tun kann, um die Ausbreitung von invasiven Neophyten zu verhindern", so Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler.

Im Laufe der Zeit hat sich in den verschiedenen Teilen der Erde eine durchaus unterschiedliche, oft sehr spezifische Pflanzen- und Tierwelt entwickelt. Durch den intensiven weltweiten Handel mit Waren, aber auch durch Tourismus gelangen immer öfter Arten aus fernen Gebieten nach Europa, die sich hier etablieren.

Mehr als 1.100 Pflanzen eingeschleppt

Von den rund 4.000 Gefäßpflanzen in Österreich gelten zirka 1.100 als eingeschleppte oder eingewanderte Pflanzen. Probleme verursachen einige der sogenannten invasiven Neophyten. Bei diesen Problemarten handelt es sich um gebietsfremde Pflanzenarten, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben. Sie können heimische Arten verdrängen, die natürliche Waldverjüngung beeinträchtigen und ökonomische oder sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen.

Um die heimische Pflanzen- und Tierwelt vor gebietsfremden invasiven Arten besser zu schützen, hat die Europäische Union eine Verordnung erlassen, die seit 1. Jänner 2015 gilt. Die Verordnung soll die Ausbreitung invasiver Arten zukünftig verhindern. Ebenso verabschiedet wurde eine Liste, für welche Arten diese Verordnung gilt. Der Salzburger Landtag hat per Gesetz begleitende Maßnahmen zur Durchführung dieser EU-Verordnung beschlossen. Die Liste der Pflanzenarten ist im neuen Folder enthalten. Das Einbringen gebietsfremder Pflanzen in die freie Natur ist übrigens auch nach den Bestimmungen des Salzburger Naturschutzgesetzes ohne naturschutzrechtliche Bewilligung verboten.

Der neue Folder über Neophyten kann auf der Landes-Website unter www.salzburg.gv.at/Neophyten2018.pdf heruntergeladen oder unter der Telefonnummer +43 662 8042-5532 bestellt werden. Mehr zum Thema gibt es unter www.neobiota-austria.at. 180312_10 (ram/sm)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

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