Lernen, Eltern zu sein

Stöckl und Berthold: SALK-Elternschule unterstützt seit zehn Jahren Mütter und Väter mit Workshops und Kursen

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.03.2018
 

(LK)  Wissen, wie man ein krankes Baby richtig gesund pflegt, welche Hausrezepte die passenden sind und Informationen rund um das Thema Impfungen – dafür ist die Elternschule an den Salzburger Landeskliniken (SALK) die erste Anlaufstelle für Eltern.

Im vergangenen Jahr nahmen rund 14.000 Interessierte die Angebote der Elternschule in Anspruch, davon 3.055 Besucherinnen und Besucher bei 268 Veranstaltungen, die sich mit Themen wie Babypflege, Unfallverhütung und Ernährungsfragen auseinandersetzten.

Eltern bei Geburt mit großer Menge an Information konfrontiert

"Die Geburt eines Kindes ist ein einzigartiges Erlebnis für Mütter und Kinder. Gerade bei Fragen und Entscheidungen rund um die Gesundheit ihrer Kinder sind die Eltern mit einer großen Menge an Information konfrontiert und häufig auf sich alleine gestellt. Die Elternschule ist ein kompetenter und verlässlicher Begleiter und bereichert die Zeit der Schwangerschaft und frühen Elternschaft durch praktische und nützliche Angebote", betont Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Familienlandesrätin Martina Berthold unterstützt seit Jahren die Arbeit der Elternschule: "Nicht jede Mutter hat Hilfe durch eine Familie. Die Weitergabe von Wissen zu Schwangerschaft, Babyernährung und Erziehung von einer Generation zur nächsten ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Daher ist es wichtig, dass professionelle Beratung und verlässliche Begleitung hier Sicherheit geben."

Erste Anlaufstelle für Eltern

Als erste Anlaufstelle für Eltern unterstützt die SALK-Elternschule seit zehn Jahren Mütter und Väter mit Workshops und Kursen. Das Kinderzentrum am Salzburger Universitätsklinikum hat dafür fachkundige Ansprechpartnerinnen und -partner für alle Entwicklungsstufen des Kindes. Kooperationspartner der SALK-Elternschule sind Land Salzburg, Arbeiterkammer, Salzburger Bildungswerk, Salzburger Gebietskrankenkasse, Lebenshilfe Salzburg und der Verein Selbstbewusst.

Primar Wolfgang Sperl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde betont, dass die Elternschule nicht die persönliche Betreuung durch den Kinderarzt oder Gynäkologen ersetzt, "im Gegenteil: Die SALK-Elternschule ist eine Ergänzung und Verstärkung der Information zum kinderärztlichen und gynäkologischen Kontakt und ist auf Wissensvermittlung zur Gesundheitsvorsorge ausgerichtet."

Ärztinnen und Ärzte, Diplom-Kinderkrankenpflegekräfte oder Diätassistentinnen und -assistenten sowohl der Frauenklinik, der Kinderklinik mit der Neonatologie als auch der Kinderchirurgie bieten den Familien ihr Wissen an. Inhalte über optimale Ernährung, Babypflege, ausgewogene Information bezüglich Impfen und Hausrezepte im Krankheitsfall des Kindes beispielsweise werden in der SALK-Elternschule als Workshops und Kurse angeboten.

Ärztliche Beratung wird sinnvoll ergänzt

Insbesondere die vertrauensvolle und enge Kooperation zwischen Kinder- und Frauenklinik führt zu einer optimalen Beratung und Versorgung der zukünftigen Mütter. "Wir ermöglichen schon in der Schwangerschaft eine optimale Ausgangslage für Mutter und Kind", so Thorsten Fischer, Primar der Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Für Pflegedirektorin Margret Hader ist es wichtig, Eltern Orientierung in der Vielzahl an Informationen über Kinderheilkunde und Kinderpflege zu geben.

Eltern bleiben mit ihren Fragen nicht allein

"Frauen und Männer möchten ihren Lebensalltag nicht mit ihrem Kind allein zu Hause verbringen. Sie suchen verstärkt nach Erfahrungs- und Meinungsaustausch in einer professionell moderierten Umgebung", weiß die Leiterin der Elternschule Rosemarie Huber. In der Elternschule haben sie die Gelegenheit, andere Familien kennenzulernen und sich auch abseits der Veranstaltungen zu Ausflügen zu treffen.

Frühes Wissen hilft Mutter und Kind im späteren Leben

Den medizinischen Experten Thorsten Fischer und Wolfgang Sperl liegt besonders die Prävention späterer Erkrankungen bei Mutter und Kind am Herzen. Die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit dem angeschlossenen Eltern-Baby-Zentrum (Perinatalzentrum) beschäftigt sich intensiv mit der präventiven Beeinflussung späterer Erkrankungen, die bereits im Mutterleib während der Schwangerschaft "programmiert" werden: "Eine der sinnvollsten Maßnahmen, durch die Neugeborene dauerhaft positiv beeinflusst werden, ist die Vermeidung der Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt."

Unfallverhütung als besonderer Schwerpunkt

Unfälle sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins bei Kindern, Kinder bis fünf Jahre sind besonders gefährdet. Am häufigsten passiert es zu Hause,  bei Freizeitaktivitäten, im Verkehr und beim Sport. Die Kinderchirurgie ist in der Unfallverhütung schon jahrelang sehr engagiert. Besonders diese Kurse der Elternschule sind wichtig und beliebt.

Bei Kindern bis fünf Jahre ist ein erhöhtes Unfallrisiko normal: Durch die beginnende Mobilität sind sie ständig neuen Gefahren ausgesetzt. In dieser Zeit passieren die meisten Unfälle in den eigenen vier Wänden. Die größten Gefahrenquellen sind Sturz vom Wickeltisch bei den Kleinsten, Abstürze von Tischen, Sesseln und Treppen bis hin zu Verbrühungen, Trinken ätzender Substanzen oder Vergiftungen. Viel zu oft passiert es auch, dass Kinder im eigenen Swimmingpool oder im Biotop ertrinken oder an Verkehrsunfällen beteiligt sind. Noch immer kommt es vor, dass sie als Pkw-Insassen nicht oder nur unzureichend gesichert sind. 180309_61 (sm/grs)

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at; Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at.

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