Das Kulturland Salzburg hat einen Plan

Schellhorn präsentierte neuen Kulturentwicklungsplan mit 77 Maßnahmen und weitere Umsetzungsschritte

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.03.2018
 

(LK)  Knapp 24 Monate hat es gedauert, jetzt ist er fertig: Der Kulturentwicklungsplan, kurz KEP, für Salzburg liegt vor. "Damit endet eine intensive Zeit der Recherche, der Reflexion, der Diskussion und des Dialogs, und zugleich beginnt die spannende Phase der Umsetzung", so Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn heute.

"Der KEP ist randvoll mit Innovationen sowie Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Kulturlandes Salzburg. Es ist ein Plan für die nächsten zehn Jahre. Die Umsetzungsphase hat mit dem Beschluss der Landesregierung schon begonnen", betonte Schellhorn bei der Präsentation des druckfrischen, 60 Seiten umfassenden Werkes. Auch die Präsentationsphase ist bereits im Gange: Der Kulturreferent des Landes wird in den kommenden Wochen mit dem brandneuen KEP an die Workshop-Orte zurückkehren, um allen Interessierten und Mitwirkenden das Ergebnis persönlich zu präsentieren. Die Endfassung ist unter www.kep-land-salzburg.at abzurufen.

77 Maßnahmen für Salzburg

Mit dem nun vorliegenden Kulturentwicklungsplan will das Land Salzburg Kunst und Kultur als zentrale Säule im politischen Selbstverständnis des Landes nachhaltig verankern, den Stellenwert von Kunst und Kultur in der Gesellschaft erhöhen und seine Position als Kulturland weiter ausbauen. Schwerpunkte bilden unter anderem die Unterstützung zeitgenössischer Kunst (schwerpunktmäßig die Produktion, die Vermittlungsarbeit sowie die Orte und Infrastruktur) und Kulturarbeit im ländlichen Raum. Der KEP zeigt auch, dass künftig mehr Vernetzung und Kooperation im Kunst- und Kulturbereich notwendig sind. Das betrifft mehrere Ebenen: zwischen den einzelnen Gemeinden, zwischen großen Institutionen und kleineren Initiativen und über den Kunst- und Kulturbereich hinaus.

Hier geht es darum, Kooperationen zwischen Kunst und Wissenschaft zu fördern, die Zusammenarbeit mit dem Tourismus weiter auszubauen oder kulturelle Bildung vom Kindergarten- bis in das Erwachsenenalter zu ermöglichen.

Schellhorn hält speziell die Balance im KEP für sehr gut gelungen: "Einerseits wird mit ihm Traditionelles und Bewährtes behutsam weiterentwickelt, andererseits aber auch Platz für Neues geschaffen, etwa ein Festival für zeitgenössische Kunst abseits der Landeshauptstadt, ein Darlehensmodell für EU-Projekte oder freier Eintritt in Museen für Kinder und Jugendliche."

Grundlage für nächstes Regierungsübereinkommen

Wie geht nun das Land Salzburg mit dem Plan um? "Er wird mit Sicherheit nicht in einer Schreibtisch-Schublade verschwinden", versicherte Schellhorn und betonte: "Der Kulturentwicklungsplan hat 110.000 Euro gekostet und viel Zeit und viel Engagement gebraucht, um so ein ausführlicher Wegweiser in die Zukunft zu sein. Die Landesregierung wird sorgsam und gewissenhaft mit den Planvorgaben umgehen." Alle Regierungsmitglieder haben den Maßnahmen zugestimmt. Diese sollen auch in die nächsten Regierungsübereinkommen beziehungsweise in die Parteiprogramme Eingang finden.

Nächste Schritte

"Wir haben uns auf den Weg gemacht und die erste große Teilstrecke gemeistert. Im Herbst 2015 haben wir die Arbeiten am Kulturentwicklungsplan aufgenommen. Nun können wir mit Stolz ein Ergebnis präsentieren, das von ehrlicher Reflexion, intensivem Dialog und mutiger Aufbruchsstimmung geprägt ist. Getragen von dieser Aufbruchsstimmung wünschen wir uns, dass die zukünftige Kulturpolitik mit uns diesen Weg weitergeht und wir die im Kulturentwicklungsplan aufgezeigten Maßnahmen konkret in Angriff nehmen", stellte Eva Veichtlbauer, Leiterin der Abteilung Kultur, Bildung und Gesellschaft, fest.

Die 77 Maßnahmen werden nun schrittweise abgearbeitet. In den kommenden Wochen erfolgt eine Reihung der Maßnahmen auf Basis von Aktualität und Dringlichkeit sowie finanziellen und personellen Ressourcen. Mitte 2018 soll diese Priorisierung mit der neuen Landesregierung abgestimmt werden. Die Arbeit an einzelnen Projekten (zum Beispiel Festival für zeitgenössische Kunst) hat bereits begonnen. Bei der Prüfung von Förderansuchen wird nun auch die KEP-Relevanz erfasst und dokumentiert. Nach ersten Schätzungen könnte die Umsetzung der 77 Maßnahmen einmalige Kosten von Euro 5,5 Millionen Euro und laufende Kosten von rund Euro 3,5 Millionen pro Jahr verursachen.

"Wir haben uns verpflichtet, die nächsten Jahre weiter daran zu arbeiten, Barrieren beiseite zu räumen und Kunst und Kultur allen hier lebenden Menschen zugänglich zu machen. Alle sollen von den vielfältigen Angeboten des Kulturlandes Salzburg profitieren können. Kulturpolitik ist immer zugleich Gesellschaftspolitik, oftmals auch Sozialpolitik. Persönlich ist mir daher das Thema kulturelle Teilhabe ein großes Anliegen. Dieses nimmt im KEP eine wichtige Stellung ein", sagte Schellhorn.

Mehr als 600 Menschen haben mitgearbeitet

Der Erstellungsprozess war für Salzburg einzigartig: Mehr als 600 Salzburgerinnen und Salzburger haben in zahlreichen Workshops im ganzen Bundesland am KEP mitgewirkt. Zahlreiche Dachverbände und Interessenvertretungen und viele Kunst- und Kultureinrichtungen haben sich an den neun Workshops in allen Bezirken eingebracht. Einen derart starken partizipativen Prozess hat es in Salzburg noch nie gegeben. Auch einen Kulturentwicklungsplan gab es für das Land Salzburg bisher noch nie. "Es ist ein starkes Signal, dass sich so viele Menschen intensiv mit der Zukunft des Kulturlandes Salzburg auseinandergesetzt und bei der Erstellung dieses Kulturentwicklungsplans beteiligt haben. Der 60 Seiten starke KEP ist für mich ein Beleg dafür, dass in unserem Kulturland ein konstruktives Klima herrscht", so der Kulturreferent.

KEP-Präsentations-Tour

Die öffentlichen Präsentationen des KEP in Stadt und Land Salzburg starten im Schauspielhaus Salzburg morgen, Dienstag, 13. März, um 18.00 Uhr. Es folgen Veranstaltungen am 21. März um 19.00 Uhr in der Kultur-Plattform St. Johann im Pongau, am 27. März um 19.00 Uhr im Nexus in Saalfelden und am 10. April um 19.00 Uhr in der künstlerei in Tamsweg. 180312_20 (kg/grs)

Weitere Informationen: Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.

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