Lungauer üben komplizierte Gondelbergung

Das Szenario: Wintersportler stecken in den Kabinen der Großeckbahn in Mauterndorf fest

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.04.2018
 

(LK) Die Bilder vom Horror-Lift-Unfall in Georgien hat noch jeder im Kopf, es war der Alptraum vieler Wintersportler mit zahlreichen Verletzten. Im Lungau wird am 21. April ein anderes, wahrscheinlicheres Szenario geübt: Die Seilbahn steht still, nichts geht mehr, Skifahrer sind in den Kabinen "gefangen". Genau auf so einen Fall wollen sich Bergrettung, Alpinpolizei, Rotes Kreuz, Feuerwehr, Bundesheer, Lungauer Bergbahnen sowie der Katastrophenschutz der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg im Bereich der Großeckbahn in Mauterndorf vorbereiten.

Die große Gondelbergeübung erfordert etwa 140 Einsatzkräfte. Die Annahme: 35 Fahrgäste stecken in den Gondeln der Großeckbahn in verschiedenen Sektoren fest und müssen geborgen, also über alpines Gelände zur Skipiste gebracht und von dort sicher zur Talstation abtransportiert werden. Besonders wichtig werden dabei die Kommunikation zwischen den Einsatzorganisationen und die Bildung einer gemeinsamen Einsatzleitung sein.

Freiwillige spielen die "Opfer"

Freiwillige werden die Wintersportler spielen, um möglichst authentisch agieren zu können. Da bei der Einsatzübung eine Evakuierungssituation so real wie möglich nachgestellt wird, wird auch die Anfangsphase mitgeübt. "Das heißt, die Bergrettung ist noch nicht vor Ort. Die verschiedenen Ortsgruppen fahren erst los, wenn der Bahnbetreiber sie alarmiert hat. Daher kommen die Einsatzteams bei dieser Großübung auch zeitversetzt an", erklärt Philipp Santner, Katastrophenschutzreferent für den Lungau. Sind alle Einsatzkräfte eingetroffen, folgen große Herausforderungen, bei der das Zusammenspiel perfekt sein muss, um alle sicher ins Tal zu bringen. "Danach werden wir die Übung evaluieren, um noch besser und schneller zu werden", betont Santner. 180412_30 (jus/mel)

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