Damit wir im Alter erfüllt wohnen können

Berthold/Schellhorn: Neues Beratungsangebot 70plus hilft, Wohnansprüche für Menschen ab 60 neu zu organisieren

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.04.2018
 

(LK)  Sie sind sechzig, fünfundsechzig oder auch siebzig Jahre alt und denken manchmal darüber nach, Ihr Wohnen für das Älterwerden noch einmal zu verändern? Auch Fragen rund um Barrierefreiheit und Pflege können auftauchen. Die Alternswissenschafterin Sonja Schiff und Architektin Ursula Spannberger helfen mit dem neuen Angebot "neues WOHNEN 70plus", das Lebensumfeld dafür zu gestalten. Dabei wird die aktuelle Wohnsituation auf Alterstauglichkeit hin analysiert und an die Vorstellungen und Wünsche von einem selbst bestimmten Wohnen im Alter angepasst.

"Mit dem Älterwerden kann sich unser Wohnbedarf ändern. Da tut Beratung und Unterstützung gut. Denn oft sind ältere Menschen damit überfordert, ihr Wohnen auf die neuen Bedürfnisse abzustimmen. Das Land Salzburg fördert "neues WOHNEN 70plus" und bietet Interessierten die Möglichkeit, das neue Wohnberatungsangebot zu testen", betont Landesrätin Martina Berthold. Anhand von drei Wohnberatungen im Sommer 2018 wird zudem ein Leitfaden erstellt, der älter werdenden Menschen im Bundesland Salzburg kostenfrei zur Verfügung stehen wird. Interessierte, in Salzburg lebende Menschen können sich auf www.neueswohnen70plus.at für das Angebot anmelden.

Mit der eigenen Zukunft auseinandersetzen

"Je früher wir selbst bestimmen, wie wir im Alter leben wollen, umso eher können wir später auch wirklich 'selbstbestimmt' leben", betont Spannberger. Dies bekräftigt auch Landesrat für Soziales, Heinrich Schellhorn: "Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen frühzeitiger mit ihrer eigenen Zukunft auseinandersetzen und sich möglichst zeitnah die Frage stellen: 'Wie will ich im Alter leben?'. Auch, was barrierefreie Bauweise betrifft. Mir ist es seit Jahren ein wichtiges Anliegen, die Vorteile von Barrierefreiheit in den Köpfen der Menschen zu verankern, besonders auch bei jungen. Je früher man Barrierefreiheit mitdenkt, umso weniger Sorgen hat man später. Aufwändige Umbaumaßnahmen oder gar ein Wohnungswechsel wären dann nicht notwendig, viele ältere Menschen könnten länger zuhause wohnen."

Neue gesellschaftliche Herausforderung Einzelhaushalt

Durch unsere alternde Gesellschaft kommt es zu Veränderungen in fast allen Lebensbereichen. Eine besondere neue gesellschaftliche Herausforderung ist der Trend zu Single-Haushalten. "Seit Jahren steigt die Anzahl der Einzelpersonen-Haushalte auch mit vielen alleine lebenden alten Menschen. Die Folgen: Zunehmende Einsamkeit, fehlende Hilfestellung und steigender Betreuungsbedarf", weiß Sonja Schiff.

Diese Situation ist sowohl eine gesellschaftspolitische Herausforderung, als auch ein individuelles Thema für alleinlebende Menschen. "Ich habe bei diesen Hausbesuchen über Jahre hinweg Menschen erlebt, deren Wohnungen oder Häuser ihr Leben massiv erschwerten und trotzdem haben sie sich daran geklammert" unterstreicht Schiff.

Von der Beratung bis zur Umsetzung

So das Angebot WOHNEN 70plus aufgebaut: Es startet mit der Analyse der bestehenden Wohnsituation und der Wohnwünsche, hilft bei der Planung von Maßnahmen (z.B. Adaptierungen in der Wohnung oder Wohnungswechsel) und gibt zudem konkrete Hilfestellung bei Umbau, Entrümpelung, Wohnungssuche und Umzug.

Zu den Expertinnen

Sonja Schiff beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Thema Altenpflege. Sie gehört zu den Pionierinnen der ambulanten Pflege und Betreuung in Salzburg. Seit 2001 ist sie als Trainerin in diesem Fachbereich tätig. Bis 2015 hat sie über das Projekt "Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege" des Sozialministeriums bei Menschen, die Pflegegeld beziehen, zahlreiche Hausbesuche gemacht und hat dabei tiefe Einblicke in die Wohnsituation alter Menschen erhalten.

Ursula Spannberger ist seit 1990 als Architektin selbständig. Sie ist zertifizierte Mediatorin und "Genuine-Contact"-Professional. Mit der von ihr entwickelten "RAUM.WERTanalyse" hat sie ein Instrument geschaffen, mit dem der subjektive Wert von Räumen für Benutzerinnen und Benutzer sichtbar gemacht wird und durch punktgenaue Veränderungen gesteigert werden kann. 180412_60 (lmz)

Weitere Informationen: Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at und Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.

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