Reverenz für den scheidenden Leiter der Salzburger Volkskultur

Eisl: In Salzburg wird Dank Dengg Volkskultur nicht nur erhalten und gepflegt, sondern gelebt und weiterentwickelt

Salzburger Landeskorrespondenz, 31.01.2000
 
Medium: Landeskorrespondenz
LK · Es sei das Verdienst Harald Denggs, dass Volkskultur in Salzburg nicht nur gepflegt und erhalten werde, sondern gelebt und weiterentwickelt werde. Das erklärte heute, Montag, 31. Jänner Landesrat Sepp Eisl bei einem Festabend für den scheidenden Leiter des Referates Salzburger Volkskultur und langjährigen Obmann der volkskulturellen Landesverbände. In seiner Begrüßungsansprache überbrachte er auch im Namen von Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger den Dank des Landes Salzburg. Die Festansprache mit dem Titel "Ist wohl eine schöne Zeit" hielt
Univ.-Prof. Dr. Hans Paarhammer. Auch die Landesverbände stellten sich mit ihrem Dank ein. Umrahmt wurde der Abend im Rittersaal der Residenz von der Bläsergruppe des Salzburger Blasmusikverbandes, der Großgmainer Geigenmusi und dem Zauchenseer Viergesang.
Lebenslauf
Der am 3. Jänner 1940 in Mauterndorf Geborene erwarb an der Lehrerbildungsanstalt die Lehrbefähigung für das Lehramt an Volks- und Hauptschulen und studierte sechs Semester Volkskunde an der Universität Innsbruck. Nachdem er zunächst als Lehrer in Saalfelden und Salzburg gearbeitet hatte, trat Harald Dengg am 1. Jänner 1975 als neuer Leiter der Heimatpflege (jetzt Salzburger Volkskultur) in den Landesdienst. Diese Dienststelle ist in ihrer Art einzigartig für Österreich. Der aus einer hoch musikalischen Familie stammende Heimatpfleger ist auch Landesobmann der Salzburger Heimatvereinigungen und Schützenkompanien, Landesobmann des Salzburger Blasmusikverbandes sowie geschäftsführender Vorsitzender des Salzburger Volksliedwerkes.
Dengg gehört nicht zu den Lauten im Lande, er hat mit viel Fleiß und als ganz Stiller sich dennoch Denkmäler gesetzt, die für sich sprechen: Petersbrunnhof, Petersbrunnstöckl, Petersbrunnsaal, AKM-Sonderregelung für Salzburger Volksmusikanten, Einführung der Volksmusiklehrer-Ausbildung an der Hochschule Mozarteum u.v.a.m. Salzburg singt und klingt auf einer niveauvollen Ebene – 40.000 Aktive sind in 300 Heimatvereinen, 100 Schützenkompanien, 220 Volksliedgruppen, 400 Singgemeinschaften und Chören, in 145 Musikkapellen und 70 Heimatmuseen tätig, eine stolze Bilanz.
Eng verbunden ist Dengg auch mit dem Salzburger Adventsingen, bei dem er schon 1950 als Hirterbua auf der Bühne stand. Das von ihm aufgebaute Salzburger Volksliedarchiv hat mehr als 40.000 Volkslieder und eine Vielzahl von Instrumentalstücken mittels EDV aufbereitet. Dengg ist auch Herausgeber der Halb-Jahreszeitschrift "Salzburger Volkskultur", die seit 1977 erscheint. Neben zahlreichen Auszeichnungen der öffentlichen Hand und der volkskulturellen Organisationen wurde ihm 1995 der Berufstitel Professor verliehen. Zuletzt wurde er Träger des Ehrenzeichens für Volkskultur. E21-502